Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Wowereit beglückwünscht Reich-Ranicki zum Ehrendoktor der HU

Pressemitteilung vom 16.02.2007

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, hat Marcel Reich-Ranicki zur Ehrendoktorwürde gratuliert, die dem Literaturkritiker heute von der Humboldt-Universität verliehen wurde.

Wowereit schrieb u.a.: „Zahlreiche Ehrendoktorwürden haben Sie bereits entgegennehmen können, sie galten dem großen Kenner und Liebhaber der deutschen Literatur. Aber diese der Humboldt-Universität ist doch eine besondere, wie Sie selbst sagen. Die Auszeichnung gilt nicht nur dem profunden Literaturkritiker, sie gilt ebenso sehr dem 17-jährigen Berliner Abiturienten, der als Klassenbester in Deutsch, berauscht von deutscher Literatur und von der Berliner Theaterwelt seinen Lebenstraum verwirklichen und an der damaligen Friedrich-Wilhelms-Universität studieren wollte.

Damals haben Ihnen die Nazis die Immatrikulation versagt, weil Sie Jude sind. Sie wurden ins Warschauer Ghetto deportiert. Sie haben großes Leid erfahren. Nur durch unfassbares Glück konnten Sie überleben. Deutsche haben Sie ermorden wollen, die deutsche Literatur hat entscheidend zu Ihrer Rettung beigetragen, so steht es in Ihrer Autobiographie.

Ihren Aufstieg zu einem der bedeutendsten Literaturkritiker deutscher Sprache mussten Sie sich nach dem Krieg hart erarbeiten. Aber Sie haben es geschafft. Heute gelten Sie als Literaturpapst, was dank Ihrer einzigartigen medialen Ausstrahlung fast mehr ist als ein Flankengott.

Die Ehrendoktorwürde der Humboldt-Universität kann 2007 nicht aufwiegen, was Ihnen als 17-Jährigem 1938 angetan wurde. Sie ist ein spätes, ein allzu spätes Bekenntnis zur deutschen Verantwortung. Die Ehrendoktorwürde kann nichts wiedergutmachen, aber sie drückt doch auch den großen Respekt vor Ihrem Lebensweg und Ihrer Lebensleistung aus. Diese Anerkennung teilt die große Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner ebenso wie die tiefe Verachtung der Nazi-Barbarei.“

- – -

Rückfragen:
Chef vom Dienst
Telefon: 9026-2411
E-Mail: Presse-Information@SKZL.Verwalt-Berlin.de