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Erstes Gesamtberliner Stadterneuerungsprogramm: Fünf Sanierungsgebiete abgeschlossen

Pressemitteilung vom 23.01.2007

Aus der Sitzung des Senats am 23. Januar 2007:

Der Senat hat auf Vorlage von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer die Achte Verordnung zur Änderung von Verordnungen über die förmliche Festlegung von Sanierungsgebieten erlassen.

Das Erste Gesamtberliner Stadterneuerungsprogramm umfasst 22 Sanierungsgebiete, die vom Senat zwischen 1993 und 1995 per Rechtsverordnung förmlich festgelegt wurden. Die 22 Gebiete haben einen Bestand von rund 84.000 Wohnungen, in denen 125.000 Einwohnerinnen und Einwohner leben.
Nach durchschnittlich zwölf Jahren Sanierung ist die städtebauliche Aufwertung der Gebiete deutlich vorangekommen. Deshalb erklärt der Senat nun für ein Gebiet im Ostteil der Stadt und vier Gebiete im Westteil der Stadt die Sanierung für beendet:

• Altstadt/Kietz Vorstadt in Köpenick (1.867 Einwohner)
• Beusselstraße in Tiergarten (2.967 Einwohner),
• Stephankiez in Tiergarten (1.819 Einwohner),
• Soldiner Straße in Wedding (599 Einwohner),
• Kottbusser Damm Ost in Neukölln (521 Einwohner).

In diesen fünf Gebieten sind die Sanierungsziele erreicht. Die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur sowie zur Aufwertung des öffentlichen Raums sind durchgeführt und über 60 % der Wohnungen, überwiegend mit öffentlicher Förderung, modernisiert und instand gesetzt. Berlin und der Bund haben insgesamt 162 Mio. € für Investitionen zur städtebaulichen Aufwertung und funktionalen Stärkung der Gebiete, für notwendige Aufwendungen für Grunderwerb, Planung, Steuerung und weitere Ordnungsmaßnahmen ausgegeben.

Im Sanierungsgebiet Köpenick-Altstadt/Kietz Vorstadt (108 Mio. €) konnten die städtebaulichen Ziele realisiert werden. Die vorhandene historische Struktur ist erhalten geblieben und das Stadtbild in weiten Teilen nachhaltig aufgewertet. Der Wohnungsbestand wurde zu 72 % erneuert. Die Sanierung und Herrichtung historischer Gebäude für kulturelle und soziale Projekte, wie das Kultur- und Veranstaltungszentrum „freiheit fünfzehn“ oder das Flussbad als eines der ältesten Bäder Berlins in der Gartenstraße 42-50, haben wesentlich zur Gebietsaufwertung und zur Stabilisierung des Wohnstandortes sowie zur Identitätsstärkung der Bewohnerinnen und Bewohner beigetragen.

Im Gebiet Tiergarten – Beusselstraße (17 Mio. €) sind insgesamt 49 % der Wohnungen mit Erneuerungsbedarf saniert worden. Es wurden eine wesentliche Verbesserung der Spielplatzversorgung sowie eine Aufwertung des Quartiers um das neu entstandene Nachbarschaftshaus Rostocker Straße 32 erreicht. Der öffentliche Raum um den Rostocker Platz und die Straßenräume in der Rostocker-, Wittstocker- und Huttenstraße wurden zu verkehrsberuhigten Bereichen umgebaut und dadurch wesentlich aufgewertet.

Die städtebauliche Aufwertung des Tiergartener Stephankiezes (23 Mio. €) ist durch die Stabilisierung des Quartiers mit Hilfe der Erneuerung von Wohngebäuden, Grün- und Freiflächen sowie sozialer Infrastruktur erreicht worden. Die geringere Umweltbelastung durch Verkehr und Gewerbe ist signifikant. 2006 wurden Fortschritte bei der städtebaulichen Neuordnung des Paech-Brot-Areals erzielt.

Die wesentlichen Ziele im Sanierungsgebiet Soldiner Straße in Wedding (1 Mio. €) sind in hohem Maße umgesetzt. Das sind insbesondere die Beseitigung städtebaulicher und baulicher Mängel durch Entflechten von Wohnnutzung und störendem Gewerbe sowie die Verbesserung der Wohn- und Infrastruktur. Durch die Herstellung einer öffentlichen Grünfläche mit Spielplatz „Stockholmer Straße“ auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei konnte unter Beteiligung der Bewohnerschaft die Attraktivität des Wohnumfeldes gesteigert werden.

Im Sanierungsgebiet Neukölln – Kottbusser Damm Ost (13 Mio. €) standen die Vorbereitung und Durchführung von Infrastrukturmaßnahmen – Gemeinbedarfseinrichtungen, öffentliche Grünflächen und Spielplätze – zur Stärkung des Wohnens im Mittelpunkt. Mit dem Bau des „Ökozentrums für Jugend und Beruf“ konnte das Sanierungsziel „Einrichtungen für Jugendliche“ realisiert werden. Die Lebensqualität wurde punktuell durch verkehrsberuhigte Bereiche verbessert. Zur weiteren Sicherung der sozialen Sanierungsziele ist das Gebiet inzwischen Bestandteil des 2002 eingerichteten Quartiersmanagementgebietes Reuterplatz.

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Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Telefon: 9012-5800
E-Mail: pressestelle@senstadt.verwalt-berlin.de