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Justizsenatorin verabschiedet den Leiter der Justizvollzugsanstalt Tegel: Klaus Lange-Lehngut geht in den verdienten Ruhestand

Pressemitteilung vom 30.03.2007

Die Senatsverwaltung für Justiz teilt mit:

Heute tritt der langjährige Leiter der Justizvollzugsanstalt Tegel, Klaus Lange-Lehngut, im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand. Er leitete über 25 Jahre die größte deutsche Haftanstalt für den geschlossenen Männervollzug.

Am 1. Oktober 1970 trat Klaus Lange-Lehngut als Gerichtsassessor in den Dienst der Berliner Justiz ein. 1973 wurde er als Staatsanwalt an die Senatsverwaltung für Justiz abgeordnet. In den nächsten Jahren war er in der Strafvollzugsabteilung als Referent, Referatsleiter und Unterabteilungsleiter tätig. Klaus Lange-Lehngut war darüber hinaus über 30 Jahre Lehrbeauftragter für Strafvollzugsrecht an der Freien Universität Berlin.

Leiter der JVA Tegel war Klaus Lange-Lehngut gleich zweimal: zunächst von 1979 bis 1981 und dann vom 15. März 1984 bis heute. Jahre, in denen ihm die Geschicke vieler Gefangener und vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anvertraut waren. Als Mitarbeiter der Vollzugsabteilung war Herr Lange-Lehngut an der Entstehung und an den Diskussionen um Ziel und Aufgabe des Strafvollzugsgesetzes, um den Begriff des Behandlungsvollzuges, um Vollzugsgrundsätze und um die Rechtsstellung des Gefangenen beteiligt. Er gehörte zu den Vätern der bundeseinheitlichen Verwaltungsvorschriften zum Strafvollzugsgesetz. Diese „VV’s“ mussten damals parallel zu den gesetzgeberischen Arbeiten und auf der Grundlage des StVollzG bis zu dessen Inkrafttreten am 1. Januar 1977 erarbeitet werden, damit der Strafvollzug auch auf der Exekutivebene nach bundeseinheitlichen Standards organisiert werden konnte.

Als sich in den neunziger Jahren abzeichnete, dass die Strukturen der Justizvollzugsanstalt nicht mehr überall den Anforderungen eines modernen Strafvollzugs gerecht wurden, hat Herr Lange-Lehngut gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Justiz einen breit angelegten Organisationsentwicklungsprozess in der Anstalt initiiert.

Gisela von der Aue: „Herr Lange-Lehngut hat Schwierigkeiten immer als Herausforderung angesehen. Beeindruckt hat mich sein Motto: Nur wer mit den Gefangenen spricht, kann sie verändern und kann ihre Bereitschaft zur Mitarbeit am Vollzugsziel wecken und fördern, wie es das Gesetz verlangt. Dass sich diese Konzeptionen nur noch eingeschränkt realisieren lassen, wenn die Justizvollzugsanstalten überbelegt sind – darauf hat Herr Lange-Lehngut in den letzten Jahren immer wieder aufmerksam gemacht. Er ist geprägt von einem humanistischen Menschenbild, welches Wertschätzung jedem Menschen gegenüber gebietet. Dies scheint mir gerade im Justizvollzug ein wichtiger Charakterzug zu sein.“

Rückfragen:
Barbara Helten
Telefon: 030/9013-3633
E-Mail: pressestelle@senjust.verwalt-berlin.de