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Integrationsbeauftragter zur Grundsteinlegung zum Moscheebau der Ahmadiyya Muslim Gemeinde

Pressemitteilung vom 02.01.2007

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales – der Beauftragte für Integration und Migration – teilt mit:

Berlins Beauftragter für Integration und Migration, Günter Piening, nimmt heute an der Grundsteinlegung zum Moscheebau der Ahmadiyya Muslim Gemeinde in Pankow-Heinersdorf teil.
Er erklärt dazu: „Unsere Verfassung garantiert die Religionsfreiheit als Grundrecht. In Berlin leben Menschen vieler Glaubensrichtungen zusammen. Das Verhältnis zu und zwischen den Religionen wird durch die verfassungsgemäßen Rechte und Pflichten ausgestaltet. Und zu den elementaren Rechten gehört auch der Bau eines Gotteshauses.
Wenn die Bedeutung der heutigen Grundsteinlegung ein Moment ist, der weit über die Grenzen Heinersdorf hinaus Bedeutung hat, dann ist die Ursache nicht, dass eine Religionsgemeinschaft ein neues Gotteshaus baut – dieses ist in Berlin an der Tagesordnung.
Von landesweiter Bedeutung wird dieser Moment, weil eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürger sich nach eigenem Empfinden gestört fühlt und die Religionsfreiheit anderer einschränken möchte.
Dass Anwohner Einwände gegen ein bestimmtes Bauprojekt haben, ist ihr gutes Recht. Die Heinersdorfer haben ihre Rechte genutzt. Ihre Sorgen wurden ernst genommen: Innensenator Körting kam nach Heinersdorf, um ihnen die Befürchtungen bezüglich womöglicher verfassungsfeindlicher Bestrebungen der Ahmadiyya zu nehmen, und der Bürgermeister hat eine Hotline eingerichtet, unter der ihre Fragen beantwortet wurden. Auch die Vertreter der Ahmadiyya-Gemeinde haben sich von Anfang sehr um den Dialog vor Ort und eine friedliche Konfliktlösung bemüht und sind keiner Diskussion ausgewichen, auch wenn diese Gespräche häufig von einem Klima der Beleidigungen und Unterstellungen geprägt waren.

Mein Appell geht an alle, jetzt nach Erteilung des Baubescheides auf den Boden des Dialoges zurückzukehren. In den kommenden Monaten wird sich in Heinersdorf entscheiden, ob das Grundrecht der Religionsfreiheit wirklich mit Leben gefüllt wird.
Nach der Zeit des Übereinander-Redens beginnt jetzt die Zeit des Nebeneinander Lebens. Meine Hoffnung ist, dass auch die Zeit des nachbarschaftlichen Miteinanders nicht mehr fern ist. Es ist eine hoffnungsvolle Entwicklung der vergangenen Wochen, dass mehr und mehr Stimmen in Heinersdorf laut werden, die dieses Miteinander gestalten wollen. Der Senat wird alles tun, um diesen Dialog zu stärken und den Mitgliedern der Ahmadiyya-Gemeinde ein angstfreies Leben in ihrem neuen Gemeindezentrum zu ermöglichen.“

Rückfragen:
John Röhe
Telefon: 9017 2357
E-Mail: john.roehe@auslb.verwalt-berlin.de