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Senat will Berliner Haftorte und Repressionsapparate 1945 bis 1949 dokumentieren

Pressemitteilung vom 24.10.2006

Aus der Sitzung des Senats am 24. Oktober 2006:

Der Senat hat auf Vorlage des Senators für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Thomas Flierl, einen Bericht an das Abgeordnetenhaus über die Information der Öffentlichkeit über Berliner Haftorte und Repressionsapparate der Jahre 1945 bis 1949 beschlossen.

Haftkeller der sowjetischen Staatspolizei (GPU) befanden sich zunächst im ganzen Stadtgebiet, nach dem Einzug der Westalliierten in die westlichen Besatzungssektoren konzentrierten sie sich allerdings auf den sowjetisch besetzten Teil Berlins. In der Ende 2005 von Peter Erler unter Mitarbeit von Ekkehard Schulz vorgelegten Dokumentation des Bundes Stalinistisch Verfolgter e.V. (BSV e.V.), die mit Förderung der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur entstand, werden nach sorgfältiger Auswertung aller persönlichen und Sachzeugnisse insgesamt 59 Arrestlokale und Untersuchungsgefängnisse sowjetischer Geheimdienste in Berlin (1945 bis 1949) in den Bezirken Charlottenburg, Friedrichshain, Köpenick, Lichtenberg, Mitte, Neukölln, Pankow, Prenzlauer Berg, Reinickendorf, Schöneberg, Steglitz, Treptow, Wedding, Weißensee und Zehlendorf aufgeführt, von denen fünf durch Gedenktafeln o. ä. in besonderer Weise gekennzeichnet sind.

Der Senat hat die in seinem Eigentum befindlichen ehemaligen Haftanstalten als solche gekennzeichnet. Exemplarisch wurde der Haftkeller an der Prenzlauer Allee 63 als nach wie vor zugänglicher Ort gemeinsam mit dem Bezirksamt in das öffentliche Bewusstsein gehoben. Der Senat begrüßt ausdrücklich weitere bezirkliche Initiativen, die regionale Geschichte im jeweiligen Bereich zu bearbeiten und sichtbar zu machen.
Nach Auffassung des Senats soll die Gedenkstätte Hohenschönhausen der zentrale Ort sein, an dem sich der Besucher auch einen Überblick über die Repressionsorte im Stadtgebiet verschaffen und Auskunft über deren Zusammenhang erhalten kann. Dies wird ein tragender Bestandteil der künftigen Dauerausstellung sein.

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Rückfragen:
Sprecher der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur
Telefon: 90228-203
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