Bebauungsplan Friedrichswerder Nord

Pressemitteilung vom 16.05.2006

Aus der Sitzung des Senats am 16. Mai 2006:

Der Senat hat auf Vorlage von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer den Entwurf des Bebauungsplans I-208 für das Gelände zwischen Unter den Linden, Schloßbrücke, Spreekanal, Schleusenbrücke, Werderscher Markt und Oberwallstraße sowie für die Schleusenbrücke, den Werderschen Markt und einen Abschnitt des Spreekanals im Bezirk beschlossen. Die Vorlage wird dem Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses zugeleitet. Das Plangebiet liegt im Geltungsbereich der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel“. Die Vorbereitung der Bebauung wird daher zu 64 % aus Bundesmitteln und zu 36 % aus Mitteln des Landes Berlin finanziert.

Grundlage des städtebaulichen Entwurfs ist die Intention, das historische Stadtzentrum auf der Grundlage des vom Senat am 18. Mai 1999 beschlossenen Berichtes zum Planwerk Innenstadt zu stärken. Der im 17. Jahrhundert angelegte Stadtgrundriss wird weitgehend wieder aufgenommen und erlebbar gemacht. Dabei sollen die städtebaulich bestimmenden Gebäude Friedrichswerdersche Kirche, Kronprinzenpalais, Kommandantur und künftige Bauakademie wieder in einen stadträumlichen Kontext eingebunden werden.

Die Liegenschaftsfonds Berlin GmbH hat die Flächen westlich der Friedrichswerderschen Kirche (Falkoniergasse) veräußert. Der Bund wird im Zusammenwirken mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit der Vermarktung der Bauflächen zwischen Friedrichwerderscher Kirche und Spreekanal nach der Sommerpause beginnen. Daher schafft der Bebauungsplan die Voraussetzungen, zeitnah ein wichtiges Bindeglied zwischen historischer Mitte und Friedrichstadt zu schließen. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den Beginn der Bauaktivitäten auf dem Friedrichswerder Nord sind nunmehr geschaffen.

Die Finanzierung der öffentlichen Planungen und Maßnahmen erfolgt im Rahmen der Entwicklungsmaßnahme „Hauptstadt Berlin – Parlaments- und Regierungsviertel“.Das Quartier Friedrichswerder Nord soll durch ein ausgewogenes Verhältnis der Nutzungen Verwaltung, Handel, Dienstleistungen, Kultur, Gastronomie einerseits sowie Wohnen andererseits geprägt werden; mit dem Bebauungsplan sollen auch die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Bildung besonderer innerstädtischer Wohnformen geschaffen werden.

Der Bebauungsplan ermöglicht östlich der Friedrichswerderschen Kirche auf einer ca. 5.000 m² großen Baufläche, die als Mischgebiet festgesetzt wird, die Bebauung von sieben Parzellen mit insgesamt rd. 13.000 m² BGF hochwertigen Wohn- und Gewerbeflächen.

Auf dem Gelände des Friedrichswerder Nord soll u. a. Wohneigentum auf parzellierten Baugrundstücken ermöglicht werden. Es ist das Ziel durch Verdichtung und Stärkung des Wohnens in der Innenstadt kleinteilige Wohn- und Geschäftshausbebauung zu ermöglichen und die positiven Erfahrungen mit dem Townhouse-Projekt im Bereich Friedrichswerder West zu nutzen.

Durch gestalterische Festsetzungen im Bebauungsplan, insbesondere für die zukünftige Bebauung am Schinkelplatz, soll architektonisch auf die hervorragende stadträumliche Situation angemessen reagiert werden. Hierbei kann sich von der Rekonstruktion historischer Gebäude bis zur völligen Neuinterpretation der Bebauung eine Vielfalt von Architektursprachen entwickeln, die auf einem gemeinsamen Kanon an Materialien und Fassadenproportionen fußen. Mit den Gestaltungsfestsetzungen wird der besonderen stadträumlichen Bedeutung dieses Bereiches in der Mitte Berlins Rechnung und damit zu einer unverwechselbaren Identität des Ortes beigetragen.

– - -

Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Telefon: 9012-5800
E-Mail: oeffentlichkeit @senstadt.verwalt-berlin.de