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Entlassung von Teilgebieten des städtebaulichen Entwicklungsbereichs Berlin-Johannisthal/Adlershof

Pressemitteilung vom 21.03.2006

Aus der Sitzung des Senats am 21. März 2006:

Der Senat hat die von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer vorgelegte Verordnung zur teilweisen Aufhebung des am 7. Dezember 1994 förmlich festgelegten städtebaulichen Entwicklungsbereichs Berlin-Johannisthal/Adlershof erlassen.

Teilgebiete in Berlin-Johannisthal/Adlershof, in denen die bauliche Entwicklung gemäß § 162 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Baugesetzbuch bereits durchgeführt ist, werden mit der vorliegenden Verordnung entlassen. Dies betrifft die bereits entwickelten Gebiete WISTA, Humboldt-Universität, Einkaufszentrum und Landschaftspark. Damit wird für ca. 34 Prozent der Fläche des Entwicklungsbereichs das Entwicklungsrecht aufgehoben.

Die Entwicklungsziele in den übrigen Teilgebieten werden dahingehend geändert, dass zwar Planungsrecht geschaffen sowie die notwendigen Erschließungsmaßnahmen und die wesentlichen Ordnungsmaßnahmen durchgeführt werden, aber das Ziel der vollständigen Bebauung der geplanten, geordneten und erschlossenen Flächen dagegen nicht mehr unter Geltung des Entwicklungsrechts weiterverfolgt wird.

Aktueller Stand der Entwicklung

Mit dem Wissenschaftsstandort nördlich und südlich der Rudower Chaussee ist ein bedeutender Forschungsschwerpunkt geschaffen worden. Mit dem Ansatz, Ausbildung, Forschung und Unternehmen zusammenzubringen, ist ein starker Wirtschaftsstandort entstanden, in dem heute bereits 11.000 Menschen arbeiten.
Die ursprünglich geplanten quantitativen Versorgungsziele wurden im Laufe der Entwicklungsmaßnahme kontinuierlich den veränderten Marktbedingungen angepasst. Die Zahl der geplanten Wohneinheiten wurde von 5.500 (1994) auf derzeit 800 Wohneinheiten reduziert, wovon zurzeit bereits 100 Wohneinheiten fertig gestellt worden sind. Am Standort ist gemäß Rahmenplan von 2005 ein Potenzial von Gewerbeflächen einschließlich der Flächen für Universität, Forschungseinrichtungen und WISTA von 2.394.000 m² vorhanden. Realisiert sind bisher ca. 780.000 m² Bruttogeschossfläche (BGF). Dies entspricht einem Realisierungsgrad von durchschnittlich ca. 33 Prozent für alle Bereiche, die nicht zum Wohnen gehören. In einzelnen Bereichen, z.B. der WISTA oder der Universität, liegt der Realisierungsgrad bei ca. 50 Prozent.

Weitere Entwicklung

Es wird am städtebaulichen Ziel festgehalten, den Entwicklungsbereich Johannisthal/Adlershof zu einem integrierten neuen Stadtteil mit überregionaler Bedeutung für Wissenschaft, Forschung und Medien zu entwickeln. Im Kernbereich der Entwicklungsmaßnahme sollen im Umfeld der Forschungseinrichtungen weiterhin Ansiedlungsmöglichkeiten für vorrangig technologieorientiertes Gewerbe geschaffen werden, um Synergieeffekte zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu erzielen.

Weiteres Entwicklungsziel ist, städtebauliche Missstände aufzulösen und Konflikte der gewerblichen Nutzungen insbesondere im nördlichen Teil des Entwicklungsbereiches mit schutzbedürftigen Nutzungen im Kernbereich zu vermeiden. Dies wird durch die Festsetzung entsprechender Bebauungspläne und die Durchführung der städtebaulich und rechtlich erforderlichen Erschließungs- und Ordnungsmaßnahmen gewährleistet. Es werden die Voraussetzungen für eine sich selbst tragende Entwicklung nach Abschluss der Entwicklungsmaßnahme geschaffen.

Dem heutigen Beschluss vorausgegangen ist ein Beschluss des Senats vom 1. Juli 2003: Die aktive Verfolgung des Entwicklungsziels „Deckung eines erhöhten Bedarfs an Wohn- und Arbeitsstätten“ wurde damals aufgegeben, da der Bedarf tatsächlich geringer ist, als Mitte der 90er Jahre angenommen. Seit 2003 wird deshalb bei den Entwicklungsmaßnahmen umgesteuert, mit dem Ziel einer Ausgabenreduzierung und eines zeitnahen Abschlusses der Entwicklungsmaßnahmen.

Zu den zentralen Zielen dieser Umsteuerung gehören die Reduzierung der Entwicklungskulisse, die Verkürzung der Entwicklungszeiträume und die Reduzierung der Kosten und künftigen Haushaltsrisiken.

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Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Telefon: 9012-5800
E-Mail: oeffentlichkeit@senstadt.verwalt-berlin.de