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Bebauungspläne für Gebiete der Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien in Johannisthal/Adlershof

Pressemitteilung vom 10.01.2006

Aus der Sitzung des Senats am 10. Januar 2006:

Der Senat hat auf Vorlage von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer beschlossen, den Entwurf des Bebauungsplanes XV-53b und den Entwurf des Bebauungsplanes XV-58a für Bereiche der Entwicklungsmaßnahme „Berlin-Johannisthal/Adlershof“ beim Abgeordnetenhaus einzubringen.
Der Entwicklungsbereich Johannisthal/Adlershof wird durch seine schon vorhandenen, im Bau befindlichen und geplanten Nutzungen zu einem zentralen Medien-, Wissenschafts-, Universitäts- und natürlich auch Wohnstandort des Landes Berlin.
Mit dem Abschluss der Bebauungsplanverfahren werden die Voraussetzungen geschaffen, die Entwicklungsmaßnahme in diesen Teilen des Entwicklungsbereiches abzuschließen und mit weiteren Teilbereichen aus dem Entwicklungsrecht zu entlassen.

Der Bebauungsplan XV-53b soll die planungsrechtliche Grundlage für die Entwicklung des Wohngebietes „Wohnen am Landschaftspark“ bilden. Er steht damit im Einklang mit dem Beschluss des Hauptausschusses vom März 2003 über die Umlenkung des Trends zum Eigenheim im Umland zugunsten der Entwicklungsgebiete. Der Geltungsbereich umfasst 13,4 ha nordöstlich der Straße am Flugplatz und nördlich des Eisenhutweges, die Verbreiterung der Straße am Flugplatz mit ihrer Verlängerung und die Verbreiterung des Eisenhutweges.

Die Grundstücke im Plangebiet sind unbebaut und bereits beräumt worden. Zum Teil wurden sie bis 1995 kleingärtnerisch genutzt. Für den überwiegenden Teil der Flächen (knapp 9 ha) sollen allgemeine Wohngebiete festgesetzt werden. Durch die direkte Lage am Landschaftspark werden sie eine besondere Wohnqualität aufweisen. Nutzungsstrukturell und städtebaulich knüpft das geplante Wohngebiet an das vorhandene, westlich angrenzende Kleinsiedlungsgebiet und an die bereits in der Realisierung befindlichen Einfamilienhausstandorte im nördlich gelegenen Bebauungsplan XV-53a an. Es soll ein Wohngebiet mit landschaftlich geprägtem Charakter und geringer Baudichte (maximal zwei Vollgeschosse) entstehen. Insgesamt werden voraussichtlich ca. 170 Baugrundstücke für Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser gebildet. Davon sollen bis zu 70 Baugrundstücke von Bauträgern entwickelt werden.

Zur Akzentuierung der Eingangssituation in das neue Wohnquartier werden an der Blockecke Straße am Flugplatz/Eisenhutweg Mischgebiete mit einer höheren baulichen Dichte festgesetzt. Hier können gleichberechtigt Wohnnutzungen und Gewerbebetriebe, die das Wohnen nicht wesentlich stören, z. B. Geschäfts- und Bürogebäude, Einzelhandelsbetriebe, entstehen.

An Wohnfolgeeinrichtungen ist im nördlich angrenzenden Bebauungsplangebiet XV-53a die Errichtung einer Kindertagesstätte vorgesehen, die den Bedarf aus dem Geltungsbereich des Bebauungsplans XV-53b mit abdecken kann und über Wohnstraßen gut erreichbar ist. Im Schulbereich kann auf die vorhandenen Einrichtungen in den Ortsteilen Johannisthal und Adlershof zurückgegriffen werden. Kinderspielplätze entstehen im angrenzenden Landschaftspark.

Das Erschließungssystem wird an die neue Nutzung angepasst. Der Eisenhutweg und die Straße am Flugplatz werden entsprechend ihrer künftigen Bedeutung ausgebaut, die Straße am Flugplatz soll an den Eisenhutweg angebunden werden. Zur Erschließung der Wohnbaugrundstücke werden Verkehrsflächen besonderer Zweckbestimmung festgesetzt, die als Mischverkehrsflächen gestaltet werden sollen. Durch Aufweitung einer der Planstraßen ergibt sich ein kleiner Quartiersplatz.

Durch die Festsetzungen des Bebauungsplans ergeben sich Eingriffe in Natur und Landschaft, die innerhalb des Geltungsbereiches nicht vollständig ausgeglichen werden können. Der Natur- und Landschaftspark übernimmt – entsprechend der Ausgleichskonzeption für die gesamte Entwicklungsmaßnahme – die Funktion einer Sammelausgleichsfläche.

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Der Bebauungsplan XV-58a umfasst eine Fläche von rund 10,5 ha zwischen Rudower Chaussee und dem Teltowkanal. Es sollen die planungsrechtlichen Grundlagen für dieses Gebiet geschaffen werden. Im Geltungsbereich werden als Art der baulichen Nutzung sechs Kerngebiete für Dienstleistungen und sonstige gehobene Gewerbe auf Grundstücken mit ca. 50.000 qm und ca. 125.000 qm Bruttogeschossfläche (BGF) ausgewiesen. Großflächiger Einzelhandel ist planungsrechtlich ausgeschlossen.
Zum Geltungsbereich zählen außerdem öffentliche Straßenverkehrsflächen mit ca. 20.100 qm, davon ca. 1.300 qm verkehrsberuhigt, ca. 6.700 qm Straßenbegleitgrün und ca. 12.100 qm planfestgestellte Fläche der Autobahn 113 (neu).

Die Festsetzung einer Bauweise in den Baugebieten ist nicht vorgesehen, um für die städtebauliche Gestaltung ein Höchstmaß an Flexibilität im Rahmen der Bauordnung zu gewährleisten. Es ist eine konzentriertere Bebauung an den Straßenbegrenzungen zu erwarten, die sich zum größten Teil mit Baugrenzen überdecken. Lücken in der Straßenbebauung sollen den Ein- und den Durchblick in und durch die Baugebiete ermöglichen. Die Gebäudehöhen sind in der Regel auf 18 m über Gelände begrenzt. An der Wegedornstraße/Ernst-Ruska-Ufer ist eine Gebäudehöhe bis zu 22 m zulässig und an der Hermann-Dorner-Allee/Ernst-Ruska-Ufer soll durch die Platzierung eines 54 m hohen Bauwerks mit Bezug zu einem 30 m hohen Gebäude im westlich gelegenen Bebauungsplan XV-58bb eine Landmarke ermöglicht werden. Dadurch sollen optisch der südliche Zugang zum Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof sowie der Anschluss zur Autobahn werbewirksam markiert werden.

Wie in der gesamten Entwicklungsmaßnahme werden Festsetzungen zur Versickerung des Regenwassers, zur Begrünung der Dachflächen, zu Baumpflanzungen, zu Bepflanzungsflächen sowie zur wasser- und luftdurchlässigen Befestigung von Wegen getroffen.
Von den Berliner Wasserwerken wurde dort – erstmalig in Berlin – auf einer Fläche von ca. 16.800 qm eine Regenwasserbehandlungsanlage errichtet. Sie reinigt das auf dem Straßenland anfallende Oberflächenwasser. Außerdem wurde ein Abwasserpumpwerk für das Schmutzwasser aus dem Gebiet gebaut. Das mechanisch und durch Schilfbewuchs und Retentionsbodenfilter gereinigte Wasser wird in den Teltowkanal geleitet. Damit werden Anforderungen an die Qualität von Oberflächengewässern gemäß EU-Rahmenrichtlinie und Berliner Wassergesetz erfüllt.

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Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Telefon: 9012-5800
E-Mail: oeffentlichkeit @senstadt.verwalt-berlin.de