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Ein Jahr proaktiver Ansatz der BIG Hotline: Erfolgreiches Modellprojekt gegen häusliche Gewalt

Pressemitteilung vom 12.10.2006

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen teilt mit:

Seit einem Jahr gehen die BIG Hotline und die 5 Frauenberatungsstellen bei häuslicher Gewalt neue Wege, um betroffenen Frauen zu helfen: Sie rufen nach einer polizeilichen Wegweisung des Täters aus der Wohnung die betroffene Frau an, um ihr Hilfe anzubieten. Das Projekt wurde im ersten halben Jahr wissenschaftlich begleitet. Die Evaluation zeigt, dass der proaktive Ansatz Erfolg hat. Denn 70 Prozent der damit erreichten Frauen hätten von sich aus keine Hilfe in Anspruch genommen. Für Migrantinnen stehen auch Sprachmittlerinnen bereit. Die betroffenen Frauen werden bei der Planung der nächsten Schritte unterstützt, bei Bedarf an Rechtsberatung oder Schutzunterkünfte vermittelt. Der proaktive Ansatz übernimmt damit eine zentrale Lotsenfunktion.

Dazu Berlins Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf: „Der proaktive Ansatz hat sich bewährt. Durch den Anruf erfahren die betroffenen Frauen, dass sie nicht allein sind, und dass es Hilfe für sie gibt. Es ist gelungen, so auch bisher schwer erreichbare Zielgruppen anzusprechen. Die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei und den beteiligten Projekten hat dies ermöglicht.“

In die Auswertung wurden 226 von der Polizei übermittelte Fälle einbezogen. 182 Frauen wurden telefonisch erreicht (80,5%). 120 Frauen wurden unmittelbar am Telefon beraten, 28 vereinbarten ein Telefongespräch zu späterem Zeitpunkt, davon fanden 16 Gespräche statt. 22 Frauen wollten nicht beraten werden, 5 Frauen wurden bereits anderweitig beraten, 2 konnten zum Zeitpunkt des Telefonanrufes nicht frei sprechen. Die Mehrzahl der beratenen Frauen hat sich über den Anruf gefreut bzw. mit dem Anruf gerechnet (88%). Alle Kooperationspartner (Berliner Polizei, BIG Hotline, die Frauenberatungsstellen Bora, Frauenraum, Frauentreffpunkt, Interkulturelle Initiative und TARA) begrüßen den proaktiven Ansatz und halten ihn für eine sinnvolle Ergänzung der Hilfsangebote für Gewaltopfer. Die Finanzierung der proaktiven Arbeit konnte durch Mittel der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen über die Modellphase hinaus bis Ende dieses Jahres gesichert werden.

Der Bericht der wissenschaftlichen Begleitung kann von der Homepage der BIG Hotline heruntergeladen werden: [[http://www.big-hotline.de/sites/aktuelles.html|http://www.big-hotline.de/sites/aktuelles.html]]

Rückfragen:
Christoph Lang
Telefon: 9013-7418
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