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Gelungener Auftakt zur Diskussion um eine neue Personalstruktur an den Hochschulen

Pressemitteilung vom 28.02.2006

Die Senatswissenschaftsverwaltung hat am Montag, dem 27. Februar 06 unter Leitung des Staatssekretärs Dr. Hans-Gerhard Husung einen Workshop zur neuen Personalstruktur an Hochschulen veranstaltet. In der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften trafen sich ca. 80 interessierte Vertreter und Vertreterinnen der Berliner Hochschulen, der Unternehmensverbände, des Wissenschaftsrates sowie der Gewerkschaften.

In einleitenden Vorträgen präsentierten der Rektor der Universität Heidelberg, Professor Hommelhoff, und Gerd Köhler vom Hauptvorstand der GEW ihre Analyse der Defizite.
Professor Hommelhoff führte aus: „Die Personalstruktur an deutschen Hochschulen ist zu stark reglementiert, zu egalitär, zu unflexibel, zu teuer und international zu wettbewerbsschwach.“ Er schlug vor, neue Personalkategorien (Forschungsprofessuren auf Zeit/ Lehrprofessuren mit hohem Lehrdeputat/ Lehrstuhlvertretungen für eine längere Dauer/“Fiebiger-Professuren“ mit Ausstattung, Senior Lecturer/ Tenure track-Varianten und Senior Professorship) als „Modellbausteine“ zu entwickeln, aus denen die Hochschulen selbst ihre Auswahl passgerecht treffen könnten. Gerd Köhler unterstützte ihn und forderte vor allem, Karriereverläufe für „Wissenschaft als Beruf“ zu schaffen und mehr unbefristete Funktionsstellen auch für den akademischen Mittelbau bereit zu stellen, Perspektiven für Juniorprofessuren zu schaffen und Promovierende in die Lehre einzubinden.
Dr. Anke Burkhardt vom Institut für Hochschulforschung Wittenberg und Stefan Fuchs vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit charakterisierten die Personalstruktur in anderen europäischen Ländern (Niederlande, Großbritannien, Schweden) und in der DDR .
In der Schlussrunde präsentierten die Präsidenten der FU, Professor Lenzen, der Präsident der HU, Professor Markschies, der Vizepräsident der TU, Professor Steinbach und der Präsident der TFH, Professor Thümer ihre Vorstellungen zu einer Weiterentwicklung der Personalstruktur.
Professor Lenzen schlug vor allem eine Erprobungsklausel für die Personalstruktur vor, Professor Markschies forderte eine größere Flexibilisierung und Differenzierung z.B. in der Lehrverpflichtungsverordnung, Professor Steinbach wies auf die prekäre finanzielle Situation der Universitäten hin und machte deutlich, dass die Einführung von „Lecturers“ nur durch die Bereitstellung zusätzlicher Finanzmittel möglich sei und Professor Thümer empfahl, die W-Besoldung als Differenzierungsinstrument zwischen Professuren einzusetzen unter der Voraussetzung, dass die Kappungsgrenze nach oben geöffnet würde.

Wissenschaftsstaatsekretär Dr. Hans-Gerhard Husung zog in der Abschlussrunde eine Bilanz der Diskussion und führte aus: „ Wir sind uns einig, dass unter internationalen, nationalen und hochschulinternen Aspekten die Zeit drängt und die wesentlichen Weichenstellungen für eine Reform der Personalstruktur in Kürze erfolgen müssen, damit wir eine erfolgreiche Strategie für die Bewältigung der anwachsenden Nachfrage durch Studierende, für die Umstellung der Studienstrukturen auf Bachelor und Master und für bessere Betreuungsverhältnisse an den Hochschulen entwickeln können. Auch die Exzellenzinitiative ist ein wichtiger Anstoß. Berlin soll in der Diskussion um eine neue Personalstruktur eine bundesweite Vorreiterrolle spielen und die Spielräume nutzen, die wir als Land angesichts der Föderalismusdebatte haben werden. Dieser Workshop ist ein gelungener Start und wir werden zusammen mit den Hochschulen, die heute ihre Reformbereitschaft und Offenheit für neue Personalstrukturen gezeigt haben, diese Debatte fortsetzen und fundieren.“

Die Beiträge des Workshops werden ab Mitte März 2006 in der website unter:
www.senwisskult.berlin.de (Hochschulen – Aktuell) eingestellt werden.

Rückfragen:
Dr. Brigitte Reich
Telefon: 90 228 204
E-Mail: brigitte.reich@senwfk.verwalt-berlin.de