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Auch hinter Gittern weihnachtet es: Besonderheiten zum Weihnachtsfest im Berliner Vollzug

Pressemitteilung vom 12.12.2006

Die Senatsverwaltung für Justiz teilt mit:

Sind Weihnachtseinkauf und der Bummel über den Weihnachtsmarkt auch tabu, so geht die festliche Jahreszeit doch nicht ganz spurlos an den Berliner Vollzugsanstalten vorbei. Adventsdekoration und kleine Feierlichkeiten sollen auch in den Gefängnissen Besinnlichkeit einkehren lassen; außerdem gelten in der Vorweihnachtszeit einige organisatorische Sonderregeln.

Adventskränze und Weihnachtsbäume schmücken beispielsweise die Teilanstalten der JVA Tegel und der JVA Moabit. Neben der regulären Einkaufsliste, mit Hilfe derer Gefangeneneinkäufe durchgeführt werden, gibt es in der Untersuchungshaftanstalt in Moabit nun auch eine Liste mit zu erwerbendem Weihnachtsgebäck. Hier wie auch in der JVA Tegel dürfen die Inhaftierten zur Weihnachtszeit ein Paket von bis zu 7,5 kg Gewicht erhalten, während normalerweise die Obergrenze von fünf Kilogramm gilt. Wie auch außerhalb der Adventszeit wird jedes Paket vor Übergabe an den betreffenden Inhaftierten kontrolliert, damit keine verbotenen Gegenstände in die Vollzugsanstalt gelangen.

Bereits am 6. Dezember 2006 begannen erste Weihnachtsfeierlichkeiten: elf Inhaftierte der Gitarrengruppe der JVA Moabit gestalteten unter Leitung des externen Gitarrenlehrers sowie mit zwei Sängerinnen, einem Saxophonisten und einem Mundharmonika-Spieler ein Weihnachtskonzert für rund 100 Inhaftierte. In den Arbeitsbetrieben mehrerer Anstalten finden Weihnachtsfeiern mit den Inhaftierten statt. Kurz vor dem Fest gibt es in der JVA Hakenfelde ein gemeinsames Frühstück von Beamten und Insassen, das durch Spenden der Bediensteten und den Förderverein der JVA Hakenfelde finanziert wird.

Auf besondere Weise konnten die Inhaftierten der Jugendstrafanstalt Berlin in Anbetracht des nahenden Festes eine Wohltat vollbringen: Am 7. Dezember wurde der Integrationskindertagesstätte „Uhlandzwerge“ Holzspielzeug im Wert von 340 Euro von Mitarbeitern der Jugendstrafanstalt übergeben. Das Holzspielzeug ist von jugendlichen und heranwachsenden Inhaftierten gefertigt worden; die hierfür verwandten Materialien konnten aus dem Erlös des Fußballwohltätigkeitsturniers der Jugendstrafanstalt im September dieses Jahres finanziert werden. Im Zeichen des Fußballs wird auch die heute stattfindende Weihnachtsfeier der Jugendstrafanstalt stehen: Der Berliner Fußballverband, seit nunmehr 10 Jahren Pate der Jugendstrafanstalt Berlin, die Inhaftierten, die der anstaltseigenen Fußballmannschaft angehören und die Mitarbeiter der Sportabteilung werden bei besinnlicher Stimmung die sportlichen Höhepunkte des Jahres miteinander feiern.

Mehrere Anstalten bieten evangelische und katholische Gottesdienste an den Adventssonntagen sowie an Heiligabend und den Weihnachtsfeiertagen an. Inhaftierte jüdischen Glaubens feiern in der JVA Moabit am 20. Dezember mit einem Rabbiner im Gruppen- und Beratungszentrum das Chanukkafest. Am 17. Januar schließlich findet ein orthodoxer Weihnachtsgottesdienst für Inhaftierte dieser Glaubensrichtung unter Leitung verschiedener orthodoxer Priester statt. Während der Adventszeit kommen darüber hinaus durch Vermittlung des katholischen Pfarramts der JVA Moabit Priester verschiedener Nationalitäten in die Anstalt, um die Beichte abzunehmen.

Anlässlich des Weihnachtsfests ändert sich auch der Speiseplan in den Berliner Gefängnissen: Viele Vollzugsanstalten bieten zum Fest ein besonderes Essen. Die Gruppenleiter der Jugendstrafanstalt – Sozialpädagogen und Psychologen – werden über die Weihnachtsfeiertage während des Dienstes auf ihren Wohngruppen gemeinschaftlich mit den Inhaftierten ein weihnachtliches Essen ausrichten. In der JVA Hakenfelde, die eine Anstalt des offenen Vollzugs ist und deren Inhaftierte daher zum Teil ihr Weihnachtsfest außerhalb der Anstalt verbringen dürfen, kochen Inhaftierte am Heiligen Abend unter der freiwilligen Anleitung von Bediensteten ein Abendessen mit klassischen deutschen Weihnachtsgerichten. Auch in anderen Anstalten halten die Festtage die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht vom engagierten Arbeitseinsatz ab: in der JVA Tegel beispielsweise finden am 24., 25., 26. und 31. Dezember 2006 von 7.15 Uhr bis 13.15 Uhr Sprechstunden statt.

Vollzugsspezifische Grenzen gibt es allerdings auch zur Weihnachtszeit. Zwar ist beispielsweise in der JVA Moabit der Gebrauch von Kerzen, die über den Gefangeneneinkauf bezogen werden, im Haftraum für die Dauer der Weihnachtssaison möglich, Weihnachtsbäume, Weihnachtskränze oder Lichterketten können in den Hafträumen der Vollzugsanstalten jedoch nicht zugelassen werden. Zum einen bieten sie die Möglichkeit, Gegenstände darin zu verstecken, zum anderen verbieten Brandschutzaspekte derartige Dekoration.

Rückfragen:
Dr. Juliane Baer-Henney
Telefon: 030/9013-3633
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