Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Führungswechsel in der Littenstraße: Uta Fölster Präsidentin des Amtsgerichts Mitte

Pressemitteilung vom 15.03.2006

Die Senatsverwaltung für Justiz teilt mit:

Am heutigen 15. März 2006 verabschiedete die Berliner Justizsenatorin den ehemaligen Direktor des Amtsgerichts Mitte Helmut Wegmann und begrüßte zugleich Uta Fölster als Präsidentin des über 100 Jahre alten Gerichts.

Das Amtsgericht Mitte ist mit 181 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines der größeren Berliner Amtsgerichte und zentral zuständig für alle Verkehrsunfallsachen der Stadt, die fast die Hälfte der zivilrechtlichen Streitigkeiten des Gerichts ausmachen. Auf Grund seiner Lage in Berlin-Mitte ist es außerdem mit den interessanten, zugleich aber auch rechtlich schwierigen Verfahren von Parlaments- und Regierungsbehörden sowie Rundfunk- und Fernsehsendern befasst. Durch umfangreiche Bauarbeiten an dem Prachtbau der Architekten Paul Thoemer und Rudolf Mönnich waren die Arbeitsbedingungen an dem Gericht in den letzten Jahren nicht immer einfach – dennoch konnte dank des engagierten Personals trotz steigender Eingänge ein Zuwachs an Resten verhindert werden. Karin Schubert hob während ihrer Ansprache zum Führungswechsel in der Littenstraße die Verdienste Helmut Wegmanns unter anderem um das sehr gute Arbeitsklima im Amtsgericht Mitte hervor und würdigte das Organisationsgeschick sowie den effektiven Pragmatismus des scheidenden Direktors.

Für Uta Fölster ist die Ernennung zur Gerichtspräsidentin ein weiterer Schritt in einer bemerkenswerten Justizkarriere. Geboren in Itzehoe, trat die heute 50-Jährige 1983 nach Studium und Referendariat in Schleswig-Holstein in die Berliner Justiz ein. Zunächst Staatsanwältin, dann Zivil- und schließlich fünf Jahre lang Straf- und Ermittlungsrichterin, wurde sie im März 1991 an die Senatsverwaltung für Justiz abgeordnet. Ab 1992 war sie dort Pressereferentin und betreute als solche die gesamte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hinsichtlich der Arbeitsgruppe Regierungskriminalität. 1996 folgte sie der ehemaligen Berliner Justizsenatorin Professorin Jutta Limbach an das Bundesverfassungsgericht, um dort die Pressestelle aufzubauen. Im Anschluss hieran war Uta Fölster erst als Geschäftsführerin der Bundesrechtsanwaltskammer tätig, dann für die Geschäftsführung des Deutschen Richterbunds verantwortlich. Beide Führungspositionen gingen wesentlich mit Aufgaben der Personalführung, der Verwaltung und der Organisation einher. „Sie zeichnen sich aus durch eine exzellente Auffassungsgabe und Aufgeschlossenheit, ein besonderes Organisationstalent sowie den Willen und die Gabe zur Innovation“, hob die Justizsenatorin zur Amtseinführung die Fähigkeiten der neuen Präsidentin hervor. Uta Fölsters ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, ihr Durchsetzungsvermögen und ihre große Überzeugungskraft, so die Senatorin, würden sie in besonderem Maße zu leitenden Aufgaben befähigen.

Mit der Amtseinführung am Amtsgericht Mitte ist die Neuorganisation der Gerichtsleitung als ein wesentlicher Bestandteil der Berliner Justizreform abgeschlossen. Bislang unterstanden die zwölf Berliner Amtsgerichte insbesondere in Fragen der Personal- und Haushaltsverantwortung der Verwaltung durch den Präsidenten des Amtsgerichts Tiergarten und durch das Kammergericht. Nunmehr entscheiden ihre Präsidenten und Präsidentinnen Fragen des Personals und Haushalts alleinverantwortlich. Weitere Ziele der Justizreform für dieses Jahr sind die Einführung eines „Controlling“ sowie die Verbesserung des Bürgerservice durch flächendeckende Infostellen mit erweiterten Sprechzeiten für Bürgerinnen und Bürger. Verbesserte Leitsysteme sollen den Rechtssuchenden darüber hinaus helfen, sich in den bisweilen unübersichtlichen Gebäudekomplexen der Justiz besser zurechtzufinden. Justizintern schließlich soll der Informationsfluss durch ein Intranet für die Gesamtjustiz, in dem jeder Justizangehörige auch Informationen über die anderen Justizbehörden jeder Zeit abfragen kann, verbessert werden.

Rückfragen:
Dr. Juliane Baer-Henney
Telefon: 030/9013-3633
E-Mail: pressestelle@senjust.verwalt-berlin.de