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Frauen in der Justiz auf dem Vormarsch: Justizsenatorin Karin Schubert spricht zum Internationalen Frauentag

Pressemitteilung vom 08.03.2006

Die Senatsverwaltung für Justiz teilt mit:

Zum heutigen Internationalen Frauentag forderte Justizsenatorin Karin Schubert erneut nachdrücklich die Chancengleichheit für Frauen und Männer im Berufsleben.

„Eine Frau darf nicht das Gefühl haben, zwischen beruflichem Aufstieg und Familie wählen zu müssen“, führte Schubert anlässlich eines Empfangs zum Internationalen Frauentag in ihrem Haus aus. Das von der Regierungskoalition beschlossene Elterngeld sei in dieser Hinsicht ein wesentlicher Schritt, um berufstätige Frauen nicht vor die Wahl zu stellen.

In ihrem Ressort hat die Justizsenatorin es nicht allein bei Forderungen bewenden lassen: Bis Mitte März 2006 werden entsprechend dem Dezentralisierungsbestreben der Justizreform alle Berliner Amtsgerichte unter eigener Leitung stehen; sechs der zwölf Amtsgerichte werden dann von Frauen geführt. Das Kammergericht befindet sich bereits seit dem Sommer 2002 unter der Ägide von Monika Nöhre; ebenfalls von weiblicher Hand gelenkt sind das Berliner Sozialgericht, die Berliner Amtsanwaltschaft und seit Neuestem auch das Berliner Verwaltungsgericht. Frauen stehen darüber hinaus an den Spitzen der JVA Charlottenburg, der JVA Düppel und der Sozialen Dienste der Justiz. An den Amtsgerichten waren Frauen im richterlichen Dienst im vergangenen Jahr in der Überzahl, während sich der Gesamtanteil unter den Richterinnen und Richtern mit ansteigender Tendenz auf 44,6 Prozent belief.

Zunehmend finden darüber hinaus vor dem Hintergrund der Verwaltungsmodernisierung geschlechtsspezifische Belange Berücksichtigung. So werden beispielsweise Führungskräfte der Senatsverwaltung für Justiz dahingehend sensibilisiert, Beurteilungen frei von geschlechtsbezogenen Standardisierungen zu verfassen. Weitere Ziele sind die Ergänzung von Anforderungsprofilen um den Aspekt „Frauenförderung“ und die geschlechterdifferenzierte Berücksichtigung von Einflüssen sowohl der Erwerbstätigkeit als auch der privaten Arbeit auf die Gesundheit der Beschäftigten.

In ihre Worte zum Internationalen Frauentag ließ Karin Schubert auch persönliche Erfahrungen einfließen: „Als Frau mit drei Kindern habe ich selbst erfahren müssen, dass einer weiblichen beruflichen Karriere mehr Steine in den Weg gelegt werden als einer männlichen. Meine Familie mit meinen beruflichen Zielen in Einklang zu bringen, hat viel Beharrlichkeit erfordert und wäre ohne die Ermutigung, Unterstützung und Flexibilität von Vorgesetzten sowie Kolleginnen und Kollegen nicht möglich gewesen. Ich bin froh, dass sich das Bewusstsein in den letzten Jahren erheblich geändert hat. Weil eine Gleichstellung aber noch nicht flächendeckend festzustellen ist, können wir die Hände nicht in den Schoß legen. Ich versuche täglich, meine positiven Erfahrungen an meine Mitarbeiterinnen weiterzugeben und ihnen Hindernisse, die mir vielleicht auch schon selbst begegnet sind, aus dem Weg zu räumen – damit es auf Dauer Diskriminierung weder in den Köpfen noch im Alltag gibt.“

Rückfragen:
Dr. Juliane Baer-Henney
Telefon: 030/9013-3633
E-Mail: pressestelle@senjust.verwalt-berlin.de