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Zehn Jahre muttersprachliche Betreuung im Frauenvollzug: Projekt setzt sich erfolgreich für Integration ein

Pressemitteilung vom 02.03.2006

Die Senatsverwaltung für Justiz teilt mit:

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Projekts „muttersprachliche Betreuung ausländischer Frauen im Justizvollzug“ findet

am kommenden Freitag, dem 3. März 2006,
13.30 Uhr,
ein Festakt im interkulturellen Frauenzentrum S.U.S.I.
Linienstraße 138, 10115 Berlin

statt.

Zur Jubiläumsfeier wird die Berliner Justizsenatorin Karin Schubert ein Grußwort sprechen; Grußworte der Staatssekretärin für Arbeit und Frauen, Susanne Ahlers, sowie des Berliner Beauftragten für Migration und Integration, Günter Piening, werden verlesen werden. Bill Borchert, stellvertretender Leiter der JVA für Frauen und Nina Vorobieva, Mitarbeiterin von S.U.S.I. (Solidarisch, Unabhängig, Sozial, International), werden über die Erfahrung mit und die Entwicklung in dem Projekt berichten.

Die „muttersprachliche Betreuung ausländischer Frauen im Justizvollzug“ umfasst ein breites Beratungs- und Fortbildungsangebot für ausländische Frauen im Justizvollzug. Unter anderem werden soziale und psychologische Beratung in mehreren Sprachen, Rechtsberatung, Deutschkurse, Hilfe bei der Suche nach Literatur in der Muttersprache und die Begleitung von Ausgängen und Urlaub aus der Haft angeboten.
Das Projekt gilt als bundesweit einzigartig und geht auf eine Initiative aus dem Jahr 1991 zurück. Diese beruhte auf der Feststellung, dass viele ausländischer Frauen auf Grund der Sprachbarrieren von den Resozialisierungsbemühungen der Vollzugsanstalten nicht in ausreichendem Maße erreicht werden; sprachliche Schwierigkeiten gegenüber dem Vollzugspersonal und Mitinhaftierten können zu einer verstärkten Isolation und tendenziell zu Benachteiligung führen. Zunächst lediglich zur interkulturellen Begegnung von Frauen geplant, erweiterte sich das Programm schnell zu einem vielfältigen Beratungsangebot. Die Mitarbeiterinnen des Projekts verfügen nicht nur über die erforderlichen Sprachkenntnisse, sondern sind auch bewandert hinsichtlich der soziokulturellen Hintergründe ihrer Klientinnen sowie der rechtlichen, sozialen und kulturellen Anforderungen, mit denen Migrantinnen in Deutschland konfrontiert werden.

Die Mitarbeiterinnen betreuen jährlich zwischen 40 und 90 Frauen. Wegen finanzieller Schwierigkeiten musste das Projekt in den letzten Jahren leider eingeschränkt werden und ist nun im Wesentlichen auf ehrenamtliches Engagement angewiesen.

Rückfragen:
Dr. Juliane Baer-Henney
Telefon: 030/9013-3633
E-Mail: pressestelle@senjust.verwalt-berlin.de