Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Innensenator Dr. Ehrhart Körting legt den Bericht zur Kriminalität in Berlin 2005 vor

Pressemitteilung vom 06.03.2006

Die Senatsverwaltung für Inneres teilt mit:

Innensenator Dr. Ehrhart Körting hat heute den Bericht des Polizeipräsidenten über die Kriminalität in Berlin für das Jahr 2005 vorgelegt.

Erfreulich ist der weiterhin rückläufige Trend der erfassten Straftaten um 5,7% auf insgesamt 509.175 Straftaten. Es handelt sich damit um die niedrigste Fallzahl der letzten 13 Jahre.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2005 ist insbesondere gekennzeichnet durch

• einen Rückgang der

- Raubdelikte um 7,3 %,
- Körperverletzungen um 5,4 %,
- Tötungsdelikte um 16,2 % und der
- Sexualdelikte um 5,7 %

• andererseits durch eine Verdoppelung der Fälle im Bereich des Warenkreditbetruges und damit Zunahme um 105,3 %

• eine Zunahme der Misshandlung von Kindern um 18,6 %

• einen Rückgang tatverdächtiger Heranwachsender, Jugendlicher und Kinder um 5,8 %
Der erfreuliche Rückgang der Jugendkriminalität hat in 2005 Fortgang gefunden. Mit 32.437 Tatverdächtigen wurde die niedrigste Zahl seit der Wiedervereinigung festgestellt.

Die Gesamt-Aufklärungsquote liegt mit 47,8 % trotz der großstädtischen Rahmenbedingungen nach wie vor mit 243.232 aufgeklärten Fällen auf hohem Niveau (lediglich eine leichte Senkung um 0,7 %).

Im Jahr 2005 sind 135.490 Tatverdächtige ermittelt worden. Das sind 9.055 Tatverdächtige weniger als im Vorjahr. Der Anteil der tatverdächtigen Kinder blieb dabei mit 3,9 % gleich, der Anteil der tatverdächtigen Jugendlichen und Heranwachsenden nahm um jeweils 0,1 %-Punkte zu.

Als neues Sonderthema wurde der Punkt weibliche Tatverdächtige in die PKS aufgenommen. Danach sind im Jahr 2005 33.253 weibliche Tatverdächtige polizeilich in Erscheinung getreten. Dies waren 2.953 bzw. 8,2% weniger als im Vorjahr. Ihr Anteil an allen Tatverdächtigen verringerte sich damit von 25,0 % auf 24,5 %.
Frauen traten als Tatverdächtige überproportional bei den Delikten
• Verletzung der Fürsorgepflicht mit 73,5 %
• falsche Verdächtigung mit 44,5 %
• Wertzeichenfälschung mit 42,8 %
• Misshandlung von Kindern mit 39,9 %
• Ladendiebstahl mit 37,0 % auf,
sind dagegen unterproportional bei den Delikten
• Diebstahl von Kfz mit 4,6 %
• Sachbeschädigung in der Öffentlichkeit mit 5,3 %
• Raub in der Öffentlichkeit mit 9,8 %
• Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte mit 12,2 %
• Wohnungseinbruch mit 12,8 %
an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen zum jeweiligen Delikt vertreten.

Es wurden 41.695 nichtdeutsche Tatverdächtige ermittelt, 2,7 % mehr als 2004. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger beläuft sich somit auf 30,8 % aller ermittelten Tatverdächtigen.

Im Bereich der Jugendkriminalität waren 74,4 % der Tatverdächtigen unter 21 Jahren männlich, 25,6 % weiblich. Zwischen deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen gibt es in diesem Bereich unterschiedliche Entwicklungen.
Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen unter 21 Jahren hat um 5,8% zugenommen, während bei den deutschen Tatverdächtigen gleicher Altersgruppe ein Rückgang von 10 % zu verzeichnen ist.
Dem allgemein rückläufigen Trend bei Tatverdächtigen unter 21 Jahren, der im Wesentlichen von den Abnahmen bei praktisch allen Diebstahls- und Einbruchsdelikten, bei Sachbeschädigung und bei Leistungserschleichung getragen wird, folgen nun auch die Rohheitsdelikte mit einer Abnahme um 3,5%-Punkte.
Bei jugendlichen nichtdeutschen Tatverdächtigen sind dahingegen eine Zunahme bei Rohheitsdelikten um 9,9 % und bei der Gewaltkriminalität um 8,1% zu verzeichnen, während in dieser Altersgruppe der Anteil der deutschen Tatverdächtigen um 6,7% bzw. um 5,2 % gesunken ist.

Im Bereich der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg der Fallzahlen um 664 Fälle ( 30 %) von 2243 (2004) auf 2.907 (2005) zu verzeichnen, dies bei gleichzeitigem Rückgang der Gewaltdelikte um 60 Fälle von 287 (2004) auf 227 (2005), was einem Rückgang von 21,0 %-Punkten entspricht.
Der Anstieg geht insbesondere auf einen Anstieg der PMK/rechts zurück, hier haben die Fallzahlen um 575 Fälle auf insgesamt 1.551 Fälle zugenommen bei gleichzeitigem Rückgang der Gewaltdelikte.
Im Bereich der PMK/links ist nur ein leichter Anstieg der Fallzahlen um 49 Fälle erfolgt.

Innensenator Dr. Ehrhart Körting:

„Im Jahre 2005 hat sich der erfreuliche rückläufige Trend bei den Fallzahlen weiter fortgesetzt. Dabei zeigen allerdings die Entwicklung der Kriminalitätsbelastung nichtdeutscher Tatverdächtiger sowie der Anstieg der politisch motivierten Kriminalität durch Rechtsextremisten, dass auch in Zukunft kein Grund besteht, sich selbstzufrieden zurückzulehnen.

Insgesamt zeigen die Zahlen aber, dass offensichtlich das große Engagement der Berliner Polizei im Bereich der Prävention Früchte trägt. Das zeigt sich auch im ständigen Rückgang der Jugendkriminalität.

Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Berliner Polizei für ihre erfolgreiche Arbeit.“

Rückfragen:
Martin Steltner
Telefon: (030) 9027-2730
E-Mail: pressestelle@seninn.verwalt-berlin.de