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Aufklärung zum keimbelasteten Putenfleischfund vom September 2006 läuft

Pressemitteilung vom 11.12.2006

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz teilt mit:

Am 21. September 2006 sind nach Angaben der Staatsanwaltschaft 95 Tonnen des Fleisches in einem Kühlhaus in Mitte sichergestellt worden. Nach bisherigen Erkenntnissen sind in Berlin vor diesem Zeitpunkt 42,6 Tonnen des aus Italien gelieferten Putenfleisches in die Dönerproduktion gelangt. Die Lieferwege wurden nach aufwendigen Recherchen ermittelt und der Verbleib der Ware kontrolliert. Dabei wurde festgestellt, dass nur noch in einem Betrieb in Friedrichshain/Kreuzberg Ware vorhanden war, die vernichtet wurde, da bereits Proben dieser Charge entnommen worden waren.

Das vor dem 21. September ausgelieferte und möglicherweise mit Salmonellen belastete Putenfleisch wurde ausschließlich für die Dönerproduktion verwandt. Da es sich um Geflügelfleisch handelte, das vor dem Verzehr bestimmungsgemäß erhitzt werden musste, bestand zu keiner Zeit eine gesundheitliche Gefährdung von Verbraucherinnen und Verbrauchern in Berlin. Es sind zu dem in Rede stehenden Zeitraum auch keine vermehrten Salmonellenerkrankungen in Berlin aufgetreten.

Bei solchen Vorfällen sind die notwendigen Informationswege in unterschiedlichen Verwaltungsvorschriften und Gesetzen klar und eindeutig geregelt. Danach hätte angesichts der Bedeutung des Vorfalls das zuständige Fachreferat der Senatsverwaltung vom Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt und auch vom Untersuchungsinstitut unmittelbar nach Bekanntwerden der Probenergebnisse informiert werden müssen. Das unterblieb jedoch und geschah erst auf dem normalen Dienstweg, der 14 Tage dauerte. Die Leitung der Senatsgesundheitsverwaltung war vor dem 8. Dezember zu keinem Zeitpunkt und keiner Weise über diesen Fleischfund informiert. Augenscheinlich gab es ein unterschiedliches Problembewusstsein bei den Fachleuten, das es für die künftige Arbeit zu vereinheitlichen gilt. Dies ist wichtig, da in Berlin jährlich rund 20.000 Proben untersucht werden, von denen ca. 15 % zu beanstanden sind.

Am Dienstag wird die zuständige Fachebene der Senatsgesundheitsverwaltung mit allen Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsämtern der Bezirke sowie dem Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen (ILAT) zu einem Treffen zusammenkommen, um eine detaillierte Schwachstellenanalyse vorzunehmen mit dem Ziel, das Informationssystem zu verdichten und solche Kommunikationspannen künftig zu vermeiden.

Rückfragen:
Roswitha Steinbrenner
Telefon: 90282743
E-Mail: pressestelle@sengsv.verwalt-berlin.de