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Berlins Integrationsbeauftragter: Medien müssen auch die Einwanderungsgesellschaft abbilden

Pressemitteilung vom 28.11.2006

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Gestern Abend wurde Suat Bakir als Vertreter der Berlin-Brandenburger Migrantinnen und Migranten im Rundfunkrat des RBB wiedergewählt.
Berlins Beauftragter für Integration und Migration, Günter Piening, sieht darin ein deutliches Anzeichen, dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland zunehmend seiner Aufgabe und Verantwortung bewusst wird, die durch Jahrzehnte der Einwanderung veränderten gesellschaftlichen Realitäten und ihre Potenziale auch in Programm und Struktur der Medien zur Geltung zu bringen.

„In den großen Zuwanderercommunities“, so Piening, „herrscht oft Resignation und Enttäuschung, dass die Einwanderungsgesellschaft bisher so wenig Spuren in den Medien, gerade auch den öffentlich-rechtlichen Medien, hinterlassen hat. Bisher sind nur zwei bis drei Prozent aller Journalistinnen und Journalisten Ausländer, und viele von ihnen arbeiten bei Nischensendern und Zeitungen, die sich vorrangig wiederum an Migrantinnen und Migranten richten. Wer laut darüber Klage führt, dass Minderheiten sich angeblich in ‚Parallelgesellschaften’ zurückziehen oder in ihren Haushalten die Fernseher vorwiegend auf Satellitenprogramme aus der alten Heimat eingestellt sind, muss auch fragen, warum viele deutsche Medien nicht genügend Attraktivität für Migrantinnen und Migranten besitzen“, unterstrich der Integrationsbeauftragte. „Minderheiten wollen nicht ständig nur in den Kontext einer angeblich gescheiterten Integration gestellt werden, egal ob in der Opfer- oder Täterrolle. Sie vermissen die Würdigung ihres wirtschaftlichen und kulturellen Beitrags im Alltagsprogramm.“ Die Aufgabe des neu gewählten Migrantenvertreters im Rundfunkrat wird es sein, diese Defizite in Programm- und Mitarbeiterstruktur aufzuzeigen und gegenzusteuern.
Suat Bakir sieht dies durchaus als langen und mühsamen Weg, auf dem es aber auch bereits Erfolge zu verzeichnen gibt: „Migration und Integration haben einen wichtigen Stellenwert beim RBB erhalten; wir haben es geschafft, beide Schlagwörter in die Zielvereinbarungen bzw. Leitlinien beim RBB und bei der ARD als Querschnittsaufgabe der Sender aufzunehmen. Insbesondere das Thema Rassismus wird schwerpunktmäßig von der Chefredaktion permanent beobachtet und in Sendungen verarbeitet.“

Suat Bakir, geboren am 9.4.1962 in Izmir kam als 8-Jähriger nach Deutschland. Nach dem Abitur in Berlin hat er hier an der Technischen Universität das Studium der Volkswirtschaftslehre mit dem Diplom abgeschlossen. Er arbeitet als Prokurist in einem Berliner Kreditinstitut. Als Vertreter im Rundfunkrat sind seine Erfahrungen in der Arbeit bei verschiedenen Migrantenvereinen eine wichtige Basis.
Seit November 2005 ist er stellvertretender Vorsitzender des Rundfunkrats beim RBB.

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