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50 Mitglieder für die Landesethik-Kommission berufen

Pressemitteilung vom 27.03.2006

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz teilt mit:

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) hat für die Dauer von vier Jahren 50 Mitglieder für die Ethik-Kommission des Landes Berlin berufen. Die Ethik-Kommission des Landes Berlin ist für die rechtliche Bewertung klinischer Prüfungen von Arzneimitteln am Menschen nach dem Arzneimittelgesetz zuständig. Sie nimmt unter anderem zu dem Prüfplan, der Eignung der Prüfer und der Angemessenheit der Prüfstellen sowie zu den Methoden, die zur Unterrichtung der betroffenen Personen und zur Erlangung ihrer Einwilligung nach entsprechender Aufklärung benutzt werden und zu dem dabei verwendeten Informationsmaterial Stellung. Die Ethik-Kommission ist unabhängig und an Weisungen nicht gebunden. Die Geschäftsführung (Geschäftsstelle) wird vom LAGeSo wahrgenommen.

In der ersten Vollversammlung der berufenen Mitglieder am 24.3.2006 wurde eine Geschäftsordnung beschlossen. In seinem Grußwort führte der Staatssekretär für Gesundheit und Verbraucherschutz Dr. Hermann Schulte-Sasse unter anderem aus: “Mit der Schaffung und Konzentration der Zuständigkeit bei einer der unmittelbaren Landesverwaltung zugeordneten Ethik-Kommission wird die Unabhängigkeit von der akademischen und ärztlichen Selbstverwaltung gestärkt. Die Ethik-Kommission hat sich somit von einem berufsrechtlichen Kollegialberatungsgremium zu einer Patientenschutzinstitution mit Behördencharakter gewandelt. Damit einher geht eine auf eine personell und fachlich kompetente Geschäftsstelle zusätzlich gestützte Professionalisierung dieser Aufgabe. Bei der Prüfung stehen insbesondere der Schutz der Rechte, die Sicherheit und das Wohlergehen der Teilnehmer an klinischen Arzneimittelprüfungen im Vordergrund. Damit wird auch Transparenz und Vertrauen in der Öffentlichkeit geschaffen.”

Die Ethik-Kommission besteht aus sechs Ausschüssen, die mit jeweils acht Mitgliedern (zwei Fachärzten, ein Pharmakologe, ein Pharmazeut, ein Biometriker, ein Volljurist und zwei Laien) besetzt sind. Hinzu kommen zwei weitere Mitglieder, die über die erforderliche Fachkunde auf dem Gebiet Strahlenschutz bzw. Neonatologie verfügen. Vorsitzender der Ethik-Kommission ist Herr PD Dr. med. Hans-Herbert Fülle, stellvertretende Vorsitzende ist Frau Prof. Dr. med. Edeltraut Garbe.
Berlin ist nach Bremen das zweite Bundesland, das sich für eine staatliche Anbindung der Ethik-Kommission entschieden hat. In den übrigen Bundesländern wird die Aufgabe von den Ärztekammern/Landesärztekammern bzw. den Medizinischen Hochschulen wahrgenommen.

Das Antragsvolumen wird sich in 2006 voraussichtlich bei etwa 600 Neuanträgen und 130 Anträgen auf zustimmende Bewertung nachträglicher Änderungen bewegen. Mit diesem Antragsvolumen wird die Ethik-Kommission des Landes Berlin voraussichtlich eine der größten in der Bundesrepublik sein.

Weitere Informationen zu den rechtlichen Grundlagen, dem Antragsverfahren, der Geschäftsordnung und der Zusammensetzung der Ausschüsse unter [[http://www.lageso.de|http://www.lageso.de]]

Rückfragen: Michael Thiel, Telefon 030/9012 – 6600

Rückfragen:
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