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Besondere Ehrung mit Orden und Bühnenshow für Kostümbildnerlegende Wolf Leder

Pressemitteilung vom 19.01.2006

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz teilt mit:

Er ist 100 Jahre alt geworden und längst eine Legende in Berlin. Er gab dem Musiktheater – vor allem dem Friedrichstadtpalast – Gesicht und Gestalt. Für sein Lebenswerk wird der Kostüm- und Bühnenbildner Wolf Leder jetzt ausgezeichnet.

Die Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz Dr. Heidi Knake-Werner überreicht ihm am Sonnabend das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstsordens der Bundesrepublik Deutschland. Die Ordensverleihung findet im Rahmen einer großen Matinee statt, die am Sonnabend um 11.30 Uhr zu Ehren des 100. Geburtstages des Berliner Künstlers im Friedrichstadtpalast gegeben wird. Die Senatorin würdigt das jahrzehntelange herausragende Wirken von Wolf Leder. „Ohne ihn ist das Revuetheater in Berlin, das gerade hier so feste Wurzeln hat, nur schwer vorstellbar. Was ist eine Film- oder Theaterrolle ohne das passende Kostüm. Er hat die großen Stars mit seinen fantasievollen Verkleidungen auf die Bretter gestellt, die auch in Berlin die Welt bedeuten.

Der 1906 in Berlin geborene Wolf Leder begann seine große künstlerische Karriere Ende der berühmten zwanziger Jahre in Berlin und schuf Kostüme und Bühnenbilder für Revue, Varieté, Ballett und auch das legendäre Große Schauspielhaus von Max Reinhardt. Doch blieb bei aller wichtigen Arbeit für Film und Sprechtheater seine künstlerische Heimat immer das Showgeschäft. 1939 wird Wolf Leder Chefbühnenbildner an dem Varieté- und Unterhaltungstheater Plaza. 1946 schuf er seine erste abendfüllende Gesamtausstattung für den Friedrichstadtpalast, seit 1952 war er deren Ausstattungschef. Dem Haus verhalf er zum Glanz, den es zu einem international renommierten Revuetheater gemacht hat. Er hat damit ein unverzichtbares Stück Berliner Theatergeschichte der Nachkriegszeit mitgestaltet.

Doch fielen nicht nur Wolf Leders künstlerische Leistungen auf, auch als Persönlichkeit hat er viele seiner Weggefährten beeindruckt. Er ließ sich stets von seinem Gewissen und seinen Gefühlen leiten. Ohne sich je politisch positioniert zu haben, half er in der Nazizeit jüdischen Menschen. Er blieb als Westberliner auch nach dem Mauerbau dem Friedrichstadtpalast treu und wurde so zum Wanderer zwischen den Welten. Wir ehren und bewundern eine lebende Legende der großen Berliner Unterhaltungstradition, der deren Stil mitgeprägt hat und sich um das Gemeinwohl Berlin verdient gemacht hat,“ so Senatorin Dr. Heidi Knake-Werner.

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