Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Knake-Werner: Gesundheitswesen hat grundlegende Reform bitter nötig

Pressemitteilung vom 18.01.2006

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz teilt mit:

Auch in Berlin werden sich heute zahlreiche Ärzte an den bundesweiten Protestaktionen beteiligen. Die Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz Dr. Heidi Knake-Werner hat für den Unmut der Mediziner Verständnis. Eine grundlegende Reform des deutschen Gesundheitssystems wurde durch das Gerangel der beiden heutigen Regierungsparteien CDU und SPD zu lange verschleppt. Leidtragende der jüngsten Veränderungen seien die gesetzlich Versicherten, die durch die Praxisgebühr und höhere Zuzahlungen immer mehr zur Kasse gebeten werden, sowie das medizinische Personal, das für seine erbrachten Leistungen oft nicht mehr adäquat bezahlt würde. Auf der Strecke sei aber vor allem das Vertrauen in eine solidarische Krankenversicherung geblieben, die soziale Unterschiede bei der gesundheitlichen Versorgung weitgehend ausschließen sollte, äußert sich Dr. Knake-Werner zum Anlass der Ärzteproteste.

“Das Gesundheitswesen hat eine grundlegende Reform bitter nötig. Dabei kann es aber nicht mehr darum gehen, die Einahmen durch weitere Belastungen der Versicherten zu erhöhen. Nötig sind vor allem zukunftsfähige Strukturen, wie Einrichtungen der integrierten Versorgung, die eine effektive und qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten ermöglichen und gleichzeitig die Ärzteschaft von bürokratischem Aufwand entlasten”, so die Senatorin. Sie fordert weiter, dass Leistungen, die heute durch das Solidarsystem der Gesetzlichen Krankenversicherung für die gesamte Gesellschaft erbracht werden, zukünftig konsequent aus Steuermitteln finanziert werden müssten. Das gelte insbesondere für die kostenlose Familien- und Kinderversicherung. Zudem müsse bei einer Neuregelung der Budgetverteilung die zuwendende – “sprechende” – Medizin einen höheren Stellenwert gegenüber der Apparatemedizin erhalten.

Knake-Werner appelliert jedoch auch an die Ärztevertreter, sich der ebenfalls nötigen Diskussion über die Kostenexplosion im Gesundheitswesen nicht zu verschließen.

Rückfragen:
Roswitha Steinbrenner
Telefon: 9028-2743
E-Mail: pressestelle@sengsv.verwalt-berlin.de