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Rücknahme von Fondsanteilen erreicht 175 Mio. €

Pressemitteilung vom 18.01.2006

Die Senatsverwaltung für Finanzen teilt mit:

Das Angebot des Konzerns Bankgesellschaft Berlin AG, im Rahmen der Risikoabschirmung Fondsanteile von Anlegern seiner Immobilienfonds zurückzunehmen, hat in kurzer Zeit breite Akzeptanz gefunden. Bis zum 17. Januar 2006 haben Fondsanleger 4.800 Verträge über Anteile mit einem Volumen von über 175 Mio. € unterzeichnet.

Das Rückkaufangebot hatte die Bankgesellschaft Ende November 2005 den Zeichnern von zunächst 15 Fonds unterbreitet. Es basiert auf einem entsprechenden Beschluss des Berliner Senats und Abgeordnetenhauses und soll sowohl die Belastung der öffentlichen Hand durch die Risikoabschirmung der Fonds begrenzen als auch die Interessen der betroffenen Anleger angemessen berücksichtigen.

Senator Dr. Sarrazin: „Der bisherige Rücklauf innerhalb der ersten Wochen seit der Unterbreitung des Angebots zeigt deutlich, dass es von den Fondszeichnern als eine vernünftige und ihre Interessen wahrende Möglichkeit zum Ausstieg betrachtet wird. Die Zahl der täglich eingehenden Kaufverträge steigt im Augenblick stetig. Offenbar schließen jetzt immer mehr Anleger ihre Prüfung des Angebots ab und entscheiden sich positiv.“ Ein gutes Zeichen sei es auch, dass inzwischen mehrere Interessenvertreter und Treuhänder von Fondszeichnern angekündigt hätten, auf Grundlage des vorliegenden Angebots ihre eigenen Anteile zu verkaufen.

Die Zeichner können neben dem sofortigen Verkauf ihres Anteils auch die Option wählen, zunächst ein verzinsliches Darlehen in Anspruch zu nehmen, das am Ende der Laufzeit aus dem Verkaufserlös des Fondsanteils getilgt werden kann. Für diese Option läuft bis Ende April 2006 eine Frist zur Prüfung des Angebots und zur Unterzeichnung der Verträge durch die Zeichner. Mit Heranrücken dieser Frist ist davon auszugehen, dass der Rücklauf der Verträge noch ganz erheblich zunehmen wird.

Kritisch zum Rückkaufangebot haben sich bislang insbesondere Rechtsanwälte geäußert, die – bislang praktisch erfolglos – Sammelklagen von Anlegern gegen den Bankkonzern auf der Grundlage von Prospekthaftung initiiert haben. Die Annahme des Angebots setzt den Verzicht auf entsprechende Klagen voraus. Dazu Senator Sarrazin: „Die Haltung der Anwälte überrascht mich nicht: Bei einer freiwilligen und außergerichtlichen Einigung auf eine Rückübertragung der Anteile können sie keine gesonderten Gebühren einnehmen. Diese Interessenlage sollten auch die Anleger bei ihrer Entscheidungsfindung beachten. Zumal selbst bei erfolgreichen Klagen kaum damit zu rechnen wäre, dass die Betroffenen mehr erhalten als mit dem vorliegenden Angebot, das sich an der einschlägigen Rechtsprechung orientiert.“

Die mit der Abwicklung der Ankäufe beauftragte Gesellschaft des Bankkonzerns hat für alle bis 12. Dezember 2005 eingegangenen Kaufverträge noch vor dem Jahreswechsel Kaufpreise in Höhe von 17,6 Mio. € an die Zeichner ausgezahlt. Für die seitdem unterzeichneten Verträge werden die Kaufpreise im Laufe des I. Quartals zur Auszahlung an die Zeichner angewiesen. Die Kaufpreiszahlungen sind ebenso wie die weiteren Verpflichtungen aus den Rücknahmeangeboten von der Risikoabschirmung durch das Land Berlin abgedeckt.

Rückfragen:
Matthias Kolbeck
Telefon: 90 20 41 72
E-Mail: pressestelle@senfin.verwalt-berlin.de