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Böger zu Rütli-Schule: „Kein Schüler wird aufgegeben“ - Hauptschule im Problem-Kiez erhält umfangreiche Hilfe

Pressemitteilung vom 30.03.2006

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport teilt mit:

Das Kollegium der Rütli-Schule hat sich mit einem Hilferuf an die Senatsbildungsver-waltung gewandt. Die Kollegen dieser Schule fordern Unterstützung für ihre Arbeit an dieser Neuköllner Hauptschule.

Sie fordern allerdings nicht die Schließung ihrer Schule wie die kommissarische Schulleiterin heute morgen noch einmal unterstrich.

Der Passus in dem Schreiben des Kollegiums lautet: „Deshalb kann jede Hilfe für unse-re Schule nur bedeuten, die aktuelle Situation erträglicher zu machen. Perspektivisch muss die Hauptschule in dieser Zusammensetzung aufgelöst werden und zugunsten einer neuen Schulform mit gänzlich neuer Zusammensetzung.“

Bildungssenator Klaus Böger (SPD) äußert sich zu der Problematik wie folgt:

„Kein Schüler und kein Schulstandort in dieser Stadt wird aufgegeben wer-den, weil die Umstände schwieriger geworden sind. Zweifellos hat sich das Umfeld für Schulen in Quartiersmanagementbezirken verändert. Schulen im Kiez sind oft geprägt durch Schüler die aus schwierigsten sozialen Bedingungen stammen.

Die Kollegen an dieser Schulen haben das spezielle Problem einer vakanten Schullei-tung. Dieses Problem wird sehr schnell gelöst werden. Zusätzlich hat die Schule bereits zwei Sozialarbeiter, davon einen mit arabischem Hintergrund, zur Unterstützung erhal-ten. Sie wird zudem künftig von zwei Experten aus dem schulpsychologischen Dienst unterstützt werden.

Es gibt Schulen mit ähnlichen Herausforderungen, die einen erfolgreichen Weg gegangen sind. Von diesen Modellen können wir lernen.

Schule ist der Ort an dem gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufprallen. Auf diese Entwicklung habe ich mit Nachdruck hingewiesen und massiv entgegengewirkt – angefangen bei der Sprachförderung in den Schulen bis hin zu den Mütterkursen für Migranten.“

Siegfried Arnz, Leiter der Schulaufsicht Hauptschulen, unterstrich die Bedeutung des Arbeitsprogrammes Hauptschulen. Auf Grund der besonderen Ballung umfassender sozialer Probleme an den Hauptschulen erhalten beginnend im Januar 2006 schrittwei-se alle Hauptschulen die Möglichkeit, im Rahmen von konkreten Kooperationsvereinba-rungen mit freien Trägern der Jugendhilfe Unterstützung durch mindestens eine/n Sozi-alpädagogen/in zu erhalten.
Dafür werden zweckgebunden ESF-Mittel zur Verfügung stehen, als Einstieg im Kalen-derjahr 2006 in Höhe von 500.000,-€. ab 2007 jährlich 2 Mill. €.

Neuköllns Bildungsstadtrat Wolfgang Schimmang (SPD) gab folgende Stellung-nahme ab: „Der Senator und ich sind uns einig, dass diese Schulen besondere Unter-stützung benötigen. Das Modell Ganztagsschule, das wir an Grundschulen begonnen haben, ist auch für Hauptschulen ein richtiger Weg zur Lösung von Problemen.“

Einige Daten zur Rütli-Hauptschule:

Schülerinnen und Schüler insgesamt: 224
NdH-Anteil: 81, 4%

Klassenfrequenz:
9.Klassen 22 Schüler/Lehrer (Hauptschule generell: 24)
10. Klasse: 17 Schüler/Lehrer (statt 24)
60 Prozent des Unterrichts kann als Teilungsunterricht gegeben werden

Besondere Zuweisung an dieser Schule:

· Ein arabisch sprechender Sozialpädagoge (ab sofort)
· Ein türkisch sprechender Sozialpädagoge (ab sofort)
· Ab 1.5. ein weiterer Sozialarbeiter aus ESF-Mitteln
· 18 Stunden für Gebiete mit besonderem Förderbedarf
· Deutsch als Zweitsprache: 74 Stunden
· 20 Stunden zusätzlich Abschlussgefährdete Jugendliche
· 37,2 Stunden Stunden zur Frequenzabsenkung in Klassen mit besonders hohem ndH- Anteil
(= rund 150 zusätzliche Stunden)

Rückfragen:
Pressesprecher
Telefon: 9026 5843
E-Mail: pressestelle@senbjs.verwalt-berlin.de