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Ordensverleihung an Jeannette Klemmt durch Staatssekretär Härtel

Pressemitteilung vom 29.03.2006

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport teilt mit:

Veterinärmedizinerin wird heute für ihr hohes soziales Engagement im Projekt „HundeDoc“ mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt

Obdachlose Kinder und Jugendliche gehören heute leider zum Straßenbild vieler Großstädte – wie auch in Berlin. Hilfsangeboten begegnen die jungen Menschen vielfach mit großem Miss-trauen und sie stehen diesen eher ablehnend gegenüber. Bei dem Projekt „HundeDoc“ der Stiftung Sozialpädagogisches Institut Berlin (SPI) stehen zwar zunächst die Tiere der Straßenkids im Vordergrund, aber gleichzeitig gewinnen Sozialarbeiter das Vertrauen der Halter. Über das Tier an den Mensch, heißt hier die Devise.

Oft sind Bahnhöfe die Treffpunkte der Straßenkinder. Die Idee für „HundeDoc“ hatte folglich der Arbeitskreis City-Bahnhöfe, der aus Vertretern von Polizei, Bundesgrenzschutz, S-Bahn Berlin und sozialen Einrichtungen besteht. Sie sahen die Sicherheit an S-Bahnhöfen durch frei herum-laufende Hunde eingeschränkt. Weil die Tiere meist zu obdachlosen Kindern und Jugendlichen gehören, sind sie in aller Regel auch nicht gegen Tollwut geimpft. Mit „HundeDoc“ konnte hier Abhilfe geschaffen werden.

Frau Klemmt fährt mit einem alten Krankenwagen bei den Kooperationspartnern des Projekts einmal die Woche vor. Die Partner sind soziale Einrichtungen, die sich der Arbeit mit jungen Menschen am gesellschaftlichen Rand widmen. Nur über die Einrichtungen bekommen die Ju-gendlichen mit ihren Tieren Zugang zum „HundeDoc“. So wird gleichzeitig der erste Kontakt zu Sozialarbeitern gesichert.

Staatssekretär Thomas Härtel: „Frau Klemmt zeichnet sich nicht nur durch ihre hervorra-gende veterinärmedizinische Arbeit aus, sondern zeigt ein ungewöhnliches Gespür, mit den betroffenen Menschen umzugehen. Sie setzt sich mit hoher menschlicher Anteilnahme für die-ses schwierige Klientel ein – zu dem selbst hochqualifizierte Fachkräfte nicht ohne Weiteres Zugang finden. Häufig wird sie zu einem der wenigen festen Kontakte, die diese jungen Men-schen haben.“

Für ihr hohes soziales Engagement stellt Frau Klemmt selbst ihre eigenen wissenschaftlichen und beruflichen Ambitionen zurück. Sie genießt bei allen von dieser Problematik Betroffenen hohe Anerkennung. Insbesondere für die Projekte der Sozialen Arbeit ist sie zu einem unver-zichtbaren Bindeglied zu den jungen tierhaltenden Menschen mit dem Lebensmittelpunkt Stra-ße geworden.

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