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Böger: Beschäftigung mit DDR-Vergangenheit in Schulen fördern - Senator lädt 700 Schüler und Lehrer zur Filmvorführung „Das Leben der Anderen“ ein

Pressemitteilung vom 22.03.2006

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport teilt mit:

Bildungssenator Klaus Böger (SPD) wird am 03.April 2006 im Delphi am Zoo in einer Sondervorstellung mit interessierten Schülern und Lehrern den Kino-Film „Das Leben der Anderen“ ansehen.

Im Anschluss an den Film lädt Böger zu einer Diskussion mit Schülern und Lehrern, an der auch Regisseur Florian Hencke von Donnersmarck teilnehmen wird.

Der Film schildert das Tableau von Bespitzelungen, Verdächtigungen und Berufsverboten, mit denen ein DDR-Schriftsteller durch die Stasi überzogen wird. Der agierende Stasi-Offizier erfährt dabei einen Wandel vom linientreuen Spitzel zum späteren Retter. Der Film setzt sich intensiv mit dem Alltag im Überwachungsstaat DDR auseinander. Er orientiert sich dabei genenerell – auch in der Darstellungen der Haftbedingungen im Stasigefängnis Hohenschönhausen – am Dokumentarischen.

Bildungssenator Klaus Böger: „Die Beschäftigung mit der DDR-Vergangenheit ist ein wesentliches Element in Berlins Schulen. Aufklärung tut auf diesem Gebiet offenkundig not, wenn man die verklärenden Tendenzen der jüngsten Zeit ernst nimmt.“

Neben der Verankerung im Lehrplan (beispielsweise im Geschichtsunterricht der Jahrgangsstufe 9) fördert die Bildungsverwaltung mit einem breiten Angebot an Schulklassen und deren Lehrkräfte die Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR-Diktatur.

· So wird die Arbeit in der Gedenkstätte Hohenschönhausen durch die Abordnung zweier Lehrer zur pädagogischen Arbeit mit Schulklassen gefördert.

· Unterrichtsmaterialien und Modelle bietet in großer Zahl das landeseigene Fort- und Weiterbildungsinstitut LISUM an.

· In Zusammenarbeit mit der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR („Birthler-Behörde“) wird im Mai die Informationsschrift „Feindliche Jugend“, die sich mit der Verfolgung systemkritischer Jugendlicher in der DDR auseinandersetzt, erscheinen.

Böger: „Eine Verharmlosung der DDR-Vergangenheit muss entschieden und nach Möglichkeit ausgehend von konkreten Beispielen entgegen getreten werden. Eine filmische Bearbeitung wie im Falle des „Lebens der Anderen“ ist natürlich immer frei. Entscheidend ist, dass sie als Anlass zur kritischen Auseinandersetzung taugt. Ansonsten kommt es heute offenbar mehr denn je darauf an, Täter und Opfer auseinander zu halten.“

Bildungssenator Böger empfiehlt den späteren Einsatz des Filmes für den Unterricht in Berlin ab Jahrgangsstufe 9. Auf der jüngsten Sitzung der Kulturministerkonferenz hat Böger seinen Bildungsministerkollegen nahegelegt, den Film in den Schulen ihrer Länder im Unterricht zu nutzen.

Hinweis: Zur Filmvorführung im Delphi am 3. April erhalten Sie eine gesonderte Einladung.

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Weitere Informationen zum Film finden
Sie auf [[http://www.movie.de/filme/dlda/|Webseite zum Film]].

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