Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Bildungsverwaltung aktualisiert Schulportraits - Unterrichtsversorgung jeder Berliner Schule (Stand 1. März 2006) im Internet

Pressemitteilung vom 16.03.2006

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport teilt mit:

Planmäßig aktualisiert die Senatsverwaltung für Bildung die Angaben zur Unterrichtsversorgung (Stand: 1. März 2006). Für jede einzelne Schule ist abrufbar, wieviele Lehrkräfte ihr zur Verfügung stehen. Diese Angaben sind Teil der Schulportraits, die die Bildungsverwaltung seit vergangenem Herbst unter [[http://www.senbjs.berlin.de/schule/schulverzeichnis/(tqs02x551yifyvawqth1ddf3)/index.aspx|www.senbjs.berlin.de/schule/schulverzeichnis]] im Internet veröffentlicht.

Außerdem ist die Darstellung verbessert worden: In den Schulportraits wird nunmehr für jedes einzelne Fach, die Versorgung mit Fachlehrkräften dargestellt und wie diese eingesetzt werden.

Die Schulportraits enthalten neben den Angaben zur Unterrichtsversorgung, auch Zahlen, Daten und Fakten zu Schülerinnen und Schülern, (u.a. nach Jahrgangsstufen und Fehlzeiten), zum Personal der Schule (Fachlehrkräfte, Funktionsstellen), zu den sächlichen Ressourcen (IT-Ausstattung und Einsatz, Ganztagsangebote), zum Schulprogramm (Bestandsanalyse, Leitbild, Einwicklungsvorhaben, Interne Evaluation, Schulinspektion), zu Modell- und Schulversuchen sowie zu Management und Professionalität (Unterrichtsorganisation, Personalentwicklung, Vertretungsunterricht, Kooperation mit gesellschaftlichen Partnern).

Das Interesse an den Schulportraits ist groß: In den Monaten Januar und Februar haben wir täglich etwa 5 000 Zugriffe von 400 – 500 Nutzern registriert!

Bildungssenator Klaus Böger: „Ich freue mich, dass die Schulportraits so gut angenommen werden. Unseren Schulen kann diese neue Form von Transparenz nur gut tun. Schule stellt sich damit der öffentlichen Diskussion und einem fairen Wettbewerb. Eltern können sich informiert vergleichen. Und dazu müssen Erfolge, Ziele und Probleme transparent und öffentlich sein.“

Die im Internet veröffentlichten Daten sind die Grundlage für die der künftigen datenbasierten schulaufsichtlichen Gespräche. Die Daten werden zum einen durch die Senatsverwaltung eingegeben und aktualisiert wie etwa die Angaben aus der Schülerstatistik. Den anderen Teil der Angaben pflegen die Schulen in einem Redaktionssystem schrittweise selbst ein wie z. B. die Angaben zum Schulprogramm.

Im Schulportrait wird unter „Unterrichtsversorgung“ ausgewiesen:

Der (Unterrichts-)Bedarf
… ist die Unterrichtsstundenzahl, die einer Schule entsprechend den Organisationsrichtlinien zugemessen wird, um den Unterricht zu organisieren. Diese Zahl beinhaltet:

a) den Grundbedarf: Dieser errechnet sich aus der Schülerzahl der Schule und der Stundentafel, die den Pflichtunterricht der Schüler festlegt sowie den Teilungsunterricht und den allgemeinen Förderunterricht.

b) den Zusatzbedarf: Dieser umfasst zusätzliche Stunden, die einer Schule zugewiesen werden z. B. für die Integration behinderter Kinder, für einen hohen Anteil von Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache, für besondere fachbetonte Züge wie z. B. bilinguale Angebote etc..

Der (Lehrkräfte-) Bestand

… ist die Unterrichtsstundenzahl der an der Schule tätigen Lehrkräfte, die für die Erteilung von Unterricht zur Verfügung steht. Alle ausgewiesenen Werte in der Unterrichtsversorgung sind Netto-Angaben, d.h. es wurde der Bestand bereits um alle Anrechnungen und Ermäßigungen sowie die Stunden der nicht verfügbaren Lehrkräfte bereinigt:

a) Anrechnungs- und Ermäßigungsstunden
(z. B. für Schulleitertätigkeit und andere Funktionsstellen und auch die Schwerbehindertenermäßigung).

b) nicht verfügbare Stunden durch Lehrkräfte,
die z. B. länger krank oder im Mutterschaftsurlaub sind. Lehrkräfte, die sich im Hamburger Modell befinden wurde nicht als ‚nicht verfügbar’, sondern mit ihren Stunden ausgewiesen, die sie tatsächlich Unterricht erteilen. Die entsprechende Differenz zur Regelpflichtstundenzahl an der Schule wurde als Anrechnung und Ermäßigung erfasst und wird selbstverständlich der Schule nicht angerechnet.

Die Bilanz (oder Saldo)

… ist die Differenz zwischen Bestand und Bedarf. Die Bilanz wird wahlweise in Stunden, % oder Vollzeiteinheiten (VZE) ausgewiesen. Ist die Bilanz positiv, so stehen der Schule mehr Unterrichtsstunden zur Verfügung, als sie für die Erteilung des Unterrichts benötigt.

Für die Ausstattung in Prozent

… rechnen wir die Bilanz in Prozent um, so erhält man die relative Ausstattung einer Schule in Bezug auf ihren Bedarf an Unterrichtsstunden. Dabei gelten zur Gewährleistung des Unterrichts 100% plus ein Anteil an der landesweiten Vertretungsreserve von 5% als Zielwert. Da die nicht verfügbaren Lehrkräfte (umgangssprachlich auch „Dauerkranke“, ca. 75% der gesamten Vertretungsreserve) aber nicht den einzelnen Schulen in Anrechnung gebracht werden, sondern aus der landesweiten Vertretungsreserve zu bezahlen sind, steht nur ein kleinerer Teil dieser Vertretungsreserve (ca. 1/4) zusätzlich noch für freie (kurzfristige) Vertretungen den Schulen zur Verfügung.

Hinzu kommt, dass nicht jeder Lehrer alle Fächer unterrichten kann, sondern in erster Linie seine Unterrichtsfächer unterrichten soll. Insofern kann es z. B. in grippeintensiven Zeiten trotz einer Ausstattung über 100 % hinaus dennoch zu generellen und zu fachlichen Engpässen kommen, wenn z. B. der Lateinlehrer krank wird, die Schule aber über keine Lehrkraft verfügt, die Lateinunterricht in diesem Umfang zu vertreten vermag. Ein zeitnaher Ausgleich über Vertretungsmaßnahmen wie die Aufhebung von Teilungsunterricht oder die Anordnung von Mehrarbeit an solch einer Schule ist die Folge. Hilfetransfer aus einer anderen Schule, wie ihn sich Schule und Eltern verständlicherweise in solchen Fällen wünschen, ist häufig nicht einfach zu bewältigen, denn auch andere Schulen sind durch ihre Stundenpläne oft eng gebunden.

Rückfragen:
Pressesprecher
Telefon: 9026 5846
E-Mail: pressestelle@senbjs.verwalt-berlin.de