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Sprache ist der Schlüssel: Neueste Deutsch Plus Ergebnisse unterstreichen Wichtigkeit der Sprachförderung

Pressemitteilung vom 02.02.2006

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport teilt mit:

Bildungssenator Böger: Berlin baut die vorschulische Sprachförderung weiter aus

Berlins Kinder haben bei dem Test Deutsch Plus im Jahr 2005 ein leicht verbessertes Ergebnis erreicht. So ergab der Test, beim dem die Sprachfähigkeit in deutscher Sprache überprüft wird, dass insgesamt 6 496 Kinder (25,5 Prozent der getesteten Kinder) inten-siv in Deutsch gefördert werden müssen. Insgesamt wurden mehr als 25 000 Kinder getestet, die in diesem Jahr schulpflichtig werden. Im Vorjahr hatte die Sprachstandserhebung Deutsch Plus eine Quote von 26,1 Prozent an Kindern mit Sprachförderbedarf ergeben.
Deutsch Plus testet die Fähigkeit von Kindern, die deutsche Sprache zu verstehen und sie altersgemäß zu sprechen. Deutsch Plus wird in Kitas und Schulen durchgeführt. Die Kinder erhalten dazu kleine Aufgaben wie Bildbeschreibungen oder Nacherzählungen. In den Kitas wurde der Sprachstand im Herbst erhoben. Kinder, die nicht in eine Kita gehen, sind bei der Schulanmeldung im vergangenen November getestet worden.
Bei dem Test wird auch registriert, ob das Kind zum Zeitpunkt des Tests eine Kita besucht oder nicht. Erstmals wurde in diesem Jahr auch eine Unterteilung der Testergebnisse nach Kindern deutscher und nichtdeutscher Herkunftssprache vorgenommen. Nach den vorläufigen Meldungen der Bezirke zeigt sich:
95 Prozent aller Kinder des Jahrgangs besuchen eine Kita. Von diesen 24 340 Kita-Kindern haben 5 930 (24,4 Prozent) einen Förderbedarf.
5 Prozent (1 140 Kinder) besuchen keine Kita. Davon haben 566 (49,6 Pro-zent) einen Förderbedarf.
Unter den 17 918 Kindern deutscher Herkunftssprache wurde bei 2 222 (12,4 Prozent) ein Förderbedarf festgestellt. Unter den 7 560 Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache wurde ein solcher Bedarf bei 4 274 Kindern (56,5 Prozent) ermittelt.
Bei den 1 140 Kindern, die keine Kita besucht haben, liegen die Werte deutlich schlechter. So haben von den 489 Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache 78,9 Prozent einen Förderbedarf. Bei den 649 Kindern deutscher Herkunftssprache ohne Kitabesuch liegt dieser Wert bei 27,7 Prozent (180 Kinder).
Die Anteile wie auch die absoluten Werte variieren im Vergleich zwischen den Be-zirken in allen Kategorien recht stark. So haben in Mitte mehr als vier von zehn Kindern einen Förderbedarf (42,5 Prozent), während in Pankow dieser Wert am absolut niedrigsten liegt (9,6 Prozent).
Bildungssenator Klaus Böger: „Die Werte zeigen den enormen Bedarf an Sprachförderung in unserer Stadt. Dabei geht es um alle Kinder, aber vor allem um Kinder mit Migrationshin-tergrund. Die deutsche Sprache ist und bleibt der Schlüssel zu Bildungserfolg in Deutschland. Denn Sprache ist mehr als ein Mittel der Verständigung. Sprache ist ein Werkzeug zum Den-ken. Wir haben die unterschiedlichsten Möglichkeiten geschaffen, um Deutsch zu Lernen – von der Kita bis in die weiterführenden Schulen. Entscheidend ist, dass man früh mit der Sprachförderung beginnt. 95 Prozent der Eltern schicken ihr Kind in eine Kita. Eltern sind also dafür sensibilisiert: Wer sein Kind in die Kita gibt, legt dafür einen Grundstein für den Sprach-erwerb seines Kindes. Deshalb haben wir im vergangenen Herbst beschlossen, die vorschulische Sprachförderung weiter auszubauen.“

Insgesamt werden von den 6 496 Kindern mit Förderbedarf 5 930 in ihrer Kita geför-dert. Die 566 Kinder, die nicht in einer Kita sind, werden in rund 80 Kursen an den Grundschulen gefördert.

Die Sprachförderkurse beginnen am 6. Februar 2006 und laufen bis zu den Sommerferien. Die Teilnahme ist Pflicht. Lehrkräfte und Erzieherinnen bauen nun auf Konzepten und Erfah-rungen aus den ersten Kursen im Jahr 2005 auf. Kinder in den Sprachförderkursen erhalten ab diesem Jahr nicht mehr zwei, sondern drei Förderstunden an jedem Wochentag und damit insgesamt 285 Förderstunden.

Die Sprachstandserhebung Deutsch Plus ist erstmalig im Herbst 2004 durchgeführt worden; die verpflichtenden Sprachkurse zum ersten Mal im ersten Halbjahr 2005.

Böger betonte: „Wir wissen: Sprachförderung muss frühzeitig vor der Schule beginnen und in der Schule systematisch fortgesetzt werden. Ein Gesamtkonzept dafür liegt in Berlin vor. In punkto Verbindlichkeit und Umfang ist Berlin mit dieser vorschulischen Sprachförderung Vorreiter unter allen Bundesländern. Die Förderung der Sprache von Migranten ist eine große Herausforderung für die Stadt. Dabei sind uns zur Sprachförderung viele Mittel recht: Natürlich auch die Vereinbarung zwischen Schülern, Lehrern und Eltern, dass man während der gesamten Schulzeit Deutsch sprechen will. Jede dieser Maßnahmen ist ein Mosaikstein. Man kann die positive Wirkung dieser umfassenden Förderpolitik zur Integration kaum überschätzen.“

Zur Integration von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nichtdeutscher Herkunft baut Ber-lin auf eine umfassende Sprachförderung. Diese ist gestützt auf den drei Säulen intervenie-rende Maßnahmen (z. B. Kita-Besuch, Deutsch als Zweitsprache, individuelle Förderung im Unterricht, besondere Sprachförderung in der Sekundarstufe I wie Förderunterricht und besondere Wahlpflichtangebote für Schülerinnen und Schüler mit sprachlichen Defiziten), flankierende Maßnahmen (z. B. Mütterkurse, Quartiersmanagement) und sichernde Maßnahmen (z. B. Aus- und -fortbildung von ErzieherInnen und LehrerInnen).

Alle Informationen zur Sprachförderung in Berlin und zum Berliner Konzept Integration durch Bildung finden Sie in www.senbjs.berlin.de unter Bildung und Bildungspolitik.

Folgende Übersicht zeigt Zeit und Umfang der Fördermaßnahmen, um einem Kind eine mög-lichst gute Unterstützung beim Erwerb der deutschen Sprache zu geben

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