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10 Bewegungsbaustellen an Berliner Grundschulen - Bildungssenator Klaus Böger, das Deutsche Kinderhilfswerk und die Unfallkasse rufen Unternehmen auf, die Aktion zu unterstützen

Pressemitteilung vom 25.01.2006

Bildungssenator Klaus Böger, das Deutsche Kinderhilfswerk und die Unfallkasse Berlin wollen Berliner Schulen und Kitas mit 100 Bewegungsbaustellen versorgen. Für die Herstellung, Verteilung und Einführung der ersten zehn Bewegungsbaustellen an Berliner Grundschulen hat das Deutsche Kinderhilfswerk 7.000 Euro zur Verfügung gestellt. Jeweils 200 Euro werden von den Schulen erbracht. Die erste Bewegungsbaustelle ist heute der Gottfried-Röhl-Grundschule in Wedding übergeben worden.

Die Bewegungsbaustelle ist von Wissenschaftlern unter pädagogischen und motorischen Aspekten entwickelt worden. Entstanden ist ein vielseitig einsetzbares und kostengünstiges Spielgerät, das Kinder zum gemeinsamen, intensiven und bewegten Spielen anregen soll. Bewegungsbaustellen fördern die motorische, soziale und kognitive Entwicklung von Kindern zwischen 4 und 12 Jahren. Sie besteht aus einfachen Holzbauteilen (Kästen, Balken, Bretter), die wie überdimensionale Bauklötze zusammensetzbar sind. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln, konstruieren und erproben damit Spiel- und Bewegungsräume, die immer wieder umgebaut werden können. Kinder können damit nicht nur Bewegungs- und Körpererfahrungen machen. Sie setzen sich auch mit verschiedenen Materialien, Formen und Situationen auseinander und erleben mit anderen Kindern, Erfolge beim Konstruieren und Bauen. Die Bewegungsbaustellen sind sowohl in Räumen und Fluren als auch auf dem Schulgelände einsetzbar.

Klaus Böger betonte: „Lernen und Bewegung gehören zusammen! Aktuelle Untersuchungen belegen: Immer weniger Kinder bewegen sich viel. Immer mehr Kinder bewegen sich weniger. Deshalb müssen Schulen die Kinder heutzutage ganzheitlich fördern. Viele Schulen erkennen bereits die Bedeutung der Bewegung für die Gesundheit der Kinder. Bewegungsbaustellen bringen Schwung in die Schulen, indem sie die Bewegungsförderung kindgerecht in den Schulalltag integrieren. Bewegung wird ein konstruktives Element von Lernen und Leben in der Schule. Durch den Einsatz der Bewegungsbaustelle beobachten die Schulen darüber hinaus auch eine Steigerung der Leistungsfähigkeit und Kreativität der Kinder. Wir wünschen uns deshalb, dass sich Unternehmen im Förderfond Bewegungsbaustelle engagieren!“

Mit der Stärkung der Gesundheitsförderung in Schulen hat Berlin schon vor zwei Jahren begonnen: Derzeit gibt es 13 „Anschub-Schulen“. Diese Schulen haben Gesundheit als ihren Schwerpunkt ins Schulprogramm aufgenommen. Das Projekt Anschub.de ist ein Kooperationsprojekt der Bildungsverwaltung, der AOK Berlin und der Bertelsmann-Stiftung.
„Wir freuen uns über die große Nachfrage und sind gerne bereit, den Förderfonds auch in 2006 aufrecht zu erhalten. Nun brauchen wir noch die Unterstützung der Firmen, um möglichst viele Schulen unterstützen zu können“, betont Dr. Heide-Rose Brückner (Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderhilfswerkes).

Wolfgang Atzler (Geschäftsführer der Unfallkasse Berlin): „Die Bewegungsbaustelle ist ein wichtiger Beitrag zum Thema Bewegungsförderung und somit zur Gesundheitsförderung in Schulen und Kitas. Vor allem in den neu entstandenen Ganztagsschulen kann die Bewegungsbaustelle vielseitig verwendet werden und leistet einen wichtigen Beitrag zum Umgang mit dem Thema Risiko und Selbsteinschätzung.“

Stephan Riegger (FU Berlin, Gesunde Stadt e.V.): „Die Bewegungsbaustelle ist auch ein Instrument zur Förderung der Sprachentwicklung, das sich Lehrer und Erzieher nutzbar machen können. Beim Spiel mit den schweren Baustellenmaterialien lernen die Kinder die Notwendigkeit kennen, sich miteinander zu verständigen, mit anderen zu kooperieren, gegenseitig Rücksicht zu nehmen, Verantwortung zu tragen, aber auch eigene Standpunkte zu vertreten und durchzusetzen.“

Alle Berliner Grundschulen wurden im September 2005 durch ein Infoschreiben auf die Möglichkeit hingewiesen, sich um eine Bewegungsbaustelle (BBS) beim Deutschen Kinderhilfswerk bewerben zu können. Die Auswahl der Schulen erfolgte nach folgenden Kriterien „Gesundheitsförderliches Schulprofil“, „Beschluss der Gesamtkonferenz/Schulkonferenz“, „Vier Lehrkräfte / Erzieherinnen, die sich zu einer Fortbildung zur Nutzung der Bewegungsbaustelle bereit erklären“ und „Adäquates Raumkonzept für die BBS“. 58 Schulen erfüllten diese Kriterien. Davon wurden zunächst zehn Schulen in sozialen Brennpunkten ausgewählt:

1. Wartburg-Grundschule / Moabit (Anschub-Schule)
2. Buschgraben-Grundschule / Zehlendorf – war „Erprobungsschule“, deshalb bekommt sie eine Bewegungsbaustelle, obwohl sie nicht im sozialen Brennpunkt liegt
3. Sonnenuhr-Grundschule / Lichtenberg
4. Gottfried-Röhl-Grundschule / Wedding (Anschub-Schule)
5. Scharmützelsee-Grundschule / Schöneberg
6. Grundschule am Hollerbusch / Hellersdorf
7. Brüder-Grimm-Grundschule / Wedding
8. Hermann-Herzog-Grundschule / Wedding (Anschub-Schule)
9. Grundschule in der Köllnischen Vorstadt / Köpenick
10. Adolf-Glasbrenner-Grundschule / Kreuzberg

Die Unfallkasse Berlin übernimmt die Kosten für die Fortbildung der Pädagogen und hat eine Begleitbroschüre finanziert. Der Verein BERLINbewegt e.V. ist mit der Umsetzung (Organisation, inhaltliche Steuerung, Begleitung der geförderten Schulen) des Vorhabens beauftragt worden. Das Projekt wird von dem Verein Gesunde Stadt e.V. wissenschaftlich begleitet.

Das Deutsche Kinderhilfswerk, Interessenvertreter für ein kinderfreundliches Deutschland, wurde 1972 in München gegründet. Als Initiator und Förderer setzt sich der gemeinnützige Verein seit über 30 Jahren für die Umsetzung der Rechte der Kinder in Deutschland ein.
Für Rückfragen: Michael Kruse, stellvertretender Bundesgeschäftsführer und Pressesprecher
Leipziger Straße 116-118, 10117 Berlin
Tel: 49 30 308693-11, Fax 49 30 2795634, E-Mail kruse@dkhw.de; Web www.dkhw.de

Die Unfallkasse Berlin ist der gesetzliche Unfallversicherungsträger für die Hauptstadt. Bei ihr sind unter anderem alle Kita-Kinder und Schüler bei Kita-, Schul- und Wegeunfällen versichert. Sie übernimmt dann alle notwendigen Heil-, Behandlungs- und Rehabilitationskosten und zahlt gegebenenfalls auch eine Rente.
Für Rückfragen: Kirsten Wasmuth, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Culemeyerstraße 2, 12277 Berlin
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