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Mehr Flexibilität, schnellere Wege zum Ziel: die neuen Stundentafeln für Berlins Schulen

Pressemitteilung vom 20.01.2006

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport teilt mit:

Ab dem Schuljahr 2006/07 gelten an allen weiterführenden Schulen Berlins neue Stundentafeln, aus denen hervorgeht, welche Unterrichtsstunden in der jeweiligen Jahrgangsstufe gegeben werden. (1) Sie sind ein weiterer großer Schritt bei der Qualitätsverbesserung von Berlins Schule.

1. Mehr Flexibilität! Schulen erhalten mehr Spielraum bei der Verteilung von Stunden auf die einzelnen Fächer.

So können Schulen sich künftig noch besser ein eigenes Profil erstellen, indem sie den Unter-richt in ausgewählten Fächern – z.B. in Deutsch oder Mathematik – noch verstärken und/oder Wahlpflichtkurse bereits ab der 7. Jahrgangsstufe einrichten oder mit der dritten Fremdsprache bereits in der 8. Jahrgangsstufe beginnen.

Bildungssenator Klaus Böger: „Die neue Flexibilität ist eine logische Folge der verstärkten Eigenverantwortung, die Schulen mit dem neuen Schulgesetz gegeben wird. Sie wurde auch ganz ausdrücklich von den engagierten Schulen Berlins gefordert. Die Stundentafel entstand unter intensiver Mitarbeit von Schulleitungen.“

Beispiele für Neuerungen an den einzelnen Schularten:

· Die Gesamtschule kann einen vollständigen zweiten Wahlpflichtbereich einführen.

· Die Realschule kann einen zweiten Wahlpflichtbereich einführen, um geeignete Schüler fachspezifisch zu fördern.

· Das Gymnasium kann ebenfalls aus den „Poolstunden“ einen neuen Wahlpflichtbereich einführen, um ein besonderes Schulprofil ganz oder teilweise darzustellen.

· In der Hauptschule gibt es eine Aufstockung der Wochenstunden um eine Stunde auf 30/30/31/31 Stunden. Das Fach Ethik (siehe unten) kann eingeführt werden – und es bleiben immer noch zwei Stunden für Maßnahmen der Einzelschule oder für die Einführung eines Wahlpflichtbereichs.

· In der Sonderschule verzichtet man auf zwei der vier Poolstunden und führt ohne wei-tere Änderungen in der Struktur das Fach Ethik ein.

2. Schneller ans Ziel! Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I (Jahrgangsstufen 7-10) erhalten mehr Unterricht.

Erstmals im Jahr 2012 werden Schülerinnen und Schüler nach nur 12 Jahren Schule ihr Abitur ablegen. Die Schulzeit bis zum Abitur wird also im ein ganzes Schuljahr verkürzt – damit Berlins Schüler früher und schneller in Berufsausbildung oder Studium einsteigen können.

Die Verkürzung führt aber nicht zu weniger Unterricht. Die Stunden des einen wegfallenden Schuljahres werden auf die unteren Klassen verteilt.

Berliner Besonderheit ist, dass der zusätzliche Unterricht nicht nur in Gymnasien, sondern auch in Gesamtschulen und Realschulen erteilt wird. So erhalten auch Schüler, die sich später für den Weg in die gymnasiale Oberstufe entscheiden, faire Bildungschancen von Anfang an. Und für den neuen Mittleren Schulabschluss (MSA) gelten ebenfalls überall die gleichen Bedingungen.

3. Mehr für alle! Das neue Fach Ethik sorgt für verbindlichen Werte-Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler.

Das Fach Ethik wird integraler Bestandteil der Fächergruppe Geschichte, Sozialkunde und Erd-kunde in allen Schularten. Ethik wird als zusätzliche Werteerziehung an allen Berliner Schulen für alle Schüler der Sekundarstufe I ab der 7. Jahrgangsstufe eingeführt. Schulen, die in dieser Fächergruppe einen weiteren Schwerpunkt legen wollen, können dies durch die Verwendung der frei verfügbaren Stunden tun. Allerdings wird Unterricht im Fach Ethik auch Aspekte gerade der angesprochenen Fächer aufnehmen und vertiefen.

Böger: „Die neue Stundentafel – ein wichtiger Baustein der Reform für eine noch bessere Schule in Berlin“

Bildungssenator Böger erläutert: „Die neue Stundentafel reiht sich ein in Veränderungen an Grund- und Oberschulen, mit denen die Qualität von Schule weiter verstärkt wird. Kernfächer erhalten größere Betonung – wie auch die Naturwissenschaften deren Kontingent bereits an der Grundschule erhöht wurde.“

Die Stundentafel für die weiterführenden Schulen fügt sich als Baustein in die Reformen ein, denn: – Der Fremdsprachenfrühbeginn ab Jg. 3 ist berücksichtigt. – Die Fortsetzung des Lernbereichs Naturwissenschaften ist in den Jg. 7 u .8 möglich. – Neue Unterrichtsfächer können spätestens mit dem Jg. 9 beginnen. – Das Fach Ethik kann in allen Schularten eingeführt werden.

„Die Stundentafel entstand in intensiver Abstimmung mit den Schulen. Ich begrüße es, wenn Einzel-Schulen jetzt ganz individuell in die Umsetzung der neuen Möglichkeiten gehen. Und wenn eine Schule Unterricht am Sonnabend für eine adäquate Lösung hält, ist das natürlich ebenfalls möglich. Eine Rundfrage der Verwaltung hat ergeben, dass ein sehr hoher Anteil über Verpflegungsmöglichkeiten – etwa in Form einer Cafeteria – verfügt. 56 unserer 61 Berliner Gesamtschulen sind ohnehin Ganztagsschulen mit Essensversorgung.

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