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Wowereit empfing den chinesischen Staatspräsidenten im Roten Rathaus

Pressemitteilung vom 11.11.2005

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, empfing am 11. November 2005 den chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao im Berliner Rathaus. Anlässlich der Eintragung des Gastes in das Goldene Buch der Stadt führte Wowereit laut Redemanuskript unter anderem aus:

„Ich heiße Sie herzlich willkommen in Berlin. Knapp 8.000 Kilometer liegen zwischen der deutschen und der chinesischen Hauptstadt. Und doch sind viele Deutsche fasziniert von Ihrem Land mit seiner wirtschaftlichen Dynamik, seinen großen kulturellen Schätzen und seinen landschaftlichen Schönheiten.

Es verlangt uns Respekt ab, wie sich Ihr Land auf den Weg gemacht hat, um vom Stand eines Entwicklungslandes an die Weltspitze zu gelangen, und wie die Volksrepublik China den Transformationsprozess von der Planwirtschaft zur sozialen Marktwirtschaft gestaltet.

Ich freue mich sehr, Ihnen Berlin als eine Stadt vorstellen zu können, die selbst einen tiefgreifenden Wandel durchschritten hat, seit vor 16 Jahren die Berliner Mauer fiel. Berlin ist internationaler geworden und eine der interessantesten Kulturmetropolen. Die Stadt ist wieder Parlaments- und Regierungssitz. Die Wissenschaftsstadt Berlin hat sich zu einem europäischen Top-Standort für Innovationen entwickelt.

Mit China unterhält die deutsche Hauptstadt traditionell enge Beziehungen. Die Asien-Pazifik-Wochen haben wir als ein regelmäßiges Forum für den Dialog mit China und seinen Nachbarn aufgebaut.

Wir sind sehr froh, dass unsere Städtepartnerschaft mit Peking zu den lebendigsten unserer kommunalen Verbindungen zählt. Es gab in den vergangenen Jahren eine Vielzahl gegenseitiger Besuche und auch ich erinnere mich gern an meine Reise nach Peking im Jahr 2003.

Für Ihr Land war es eine schwere Zeit, es war der Höhepunkt der Sars-Krise. Ich meine, Solidarität erweist sich gerade in solchen Situationen. Seit Jahren nehmen die ökonomischen Verflechtungen zu. Chinesische Unternehmen beteiligen sich verstärkt an Messen in Berlin.

Allein 35 Kooperationsabkommen verbinden Berliner und chinesische Hochschulen. Berliner Akteure sind in vielfältiger Weise in China aktiv und, weil Sie, Herr Präsident, einen biografischen Bezug zum Thema Wasser haben, nenne ich als Beispiel gerne die Firma Berlin Wasser, die in Nanching ein Klärwerk baut.

Eine der Säulen unserer engen Zusammenarbeit ist der Schüleraustausch. Mittlerweile pflegen 17 Berliner Schulen einen regelmäßigen Austausch mit Pekinger Partnerschulen. Und an inzwischen fünf Berliner Schulen haben wir Chinesisch als Wahlpflichtfach eingeführt. Zehn weitere Schulen wollen dem guten Beispiel folgen.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet uns auch auf dem Gebiet der Justiz und der öffentlichen Sicherheit im Rahmen des Rechtsstaatsdialogs zwischen unseren beiden Ländern. Es freut mich sehr, heute 20 Pekinger Staatsanwälte begrüßen zu können, die an einem der Seminare teilnehmen, die Berlin exklusiv im Rahmen der Städtepartnerschaft für unsere Partner aus Peking anbietet.

Ähnlich stark ist die Zusammenarbeit zwischen Berlin und Peking bei der Vorbereitung auf die bevorstehenden sportlichen Großereignisse: Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Berlin und die Olympischen Spiele 2008 in Peking.

Gerade in jüngster Zeit hat unsere Zusammenarbeit weitere wichtige Impulse erhalten. Am 1. Oktober 2005, dem chinesischen Nationalfeiertag, wurde das China Gate Berlin als Plattform für eine breite deutsch-chinesische Zusammenarbeit eröffnet, insbesondere zur Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen.

Wir freuen uns über einen zunehmenden touristischen Reiseverkehr in beide Richtungen und ich versichere Ihnen: Wir arbeiten daran, Direktflugverbindungen zwischen Berlin und chinesischen Metropolen einzurichten, um den Reiseverkehr noch weiter zu erleichtern.
Herr Präsident, vielleicht könnten auch sie uns dabei unterstützen.

Wichtig ist mir der kulturelle Austausch: Die heutige Grundsteinlegung für den Bau des chinesischen Kulturzentrums an prominenter Stelle im Tiergarten gemeinsam mit dem Bundeskanzler ist ein bemerkenswertes Symbol der Präsenz chinesischer Kultur in der Stadt.
Wir freuen uns daher auch sehr, dass die Volksrepublik China demnächst in Berlin ein Konfuzius-Zentrum an der Freien Universität Berlin gründen wird. Und wir versprechen uns davon, dass noch mehr Deutsche neugierig auf die chinesische Sprache werden und die Gelegenheit nutzen, diese Weltsprache zu erlernen.

Ich freue mich auch, dass die Berliner Philharmoniker jüngst in Peking einen so großen Erfolg mit ihren Konzerten hatten. Heute spielen sie in Shanghai.

Herr Präsident, trotz der großen geografischen Entfernung haben wir enge und freundschaftliche Verbindungen zwischen unseren Ländern aufgebaut. In diesem Sinne darf ich Sie nun bitten, sich als Zeichen der Verbundenheit in das Goldene Buch der Stadt Berlin einzutragen.“

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