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Schulentwicklungsplan für das Land Berlin

Pressemitteilung vom 08.11.2005

Aus der Sitzung des Senats am 8. November 2005:

Der Senat hat auf Vorlage des Senators für Bildung, Jugend und Sport, Klaus Böger, den Schulentwicklungsplan für das Land Berlin (SEP) zur Kenntnis genommen. Die Vorlage wird dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme unterbreitet.

Der Schulentwicklungsplan bildet die zentrale mittelfristige Fachplanung zur Schulentwicklung. Er beinhaltet die Leitvorstellungen und die Schwerpunkte zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität des Berliner Schulwesens. Mit dem neuen Plan, der die Weiterentwicklung des Schulwesens in den nächsten fünf Jahren darstellt, wird der Schulentwicklungsplan vom 8. Oktober 1999 fortgeschrieben.

Bildungssenator Böger: „Der Schulentwicklungsplan basiert auf den Zielen unserer Bildungsreformen: In den kommenden fünf Jahren streben wir ein umfassendes Bildungsmonitoring an. Kerngedanke ist, dass selbstständige Schulen klare Zielvorgaben und regelmäßige Überprüfungen brauchen. Der Staat bleibt verpflichtet, Qualitätsstandards zu garantieren, damit Gleichwertigkeit, Durch-lässigkeit und Anschlussfähigkeit des Bildungsangebots gewährleistet bleiben.“

Die Schulen der Zukunft

 sind selbstständige und selbstverantwortliche, aber auch verantwortlich geleitete Schulen. Dafür benötigen sie ein entwickeltes schulinternes Qualitätsmana-gement, welches sich auf Standards für die Leistungen der Schule bezieht. Sie ent-wickeln ihre Ziele im Dialog mit den Eltern, der Wirtschaft und den Behörden.

 Sie öffnen sich bewusst ihrem Umfeld und bilden Zentren der Kommunikation im Stadtteil. Die Schulen verstehen sich dabei nicht nur als reine Bildungseinrichtungen, sondern nehmen darüber hinaus auch Verantwortung als Akteur der Stadtteilentwicklung wahr. Sie unterstützen die Ziele der sozialen Stadtteilentwicklung, gehen Kooperationsbeziehungen ein und werden Teil der Netzwerke in den Stadtteilen. Dieser Prozess des „gegenseitigen Nehmens und Gebens“ zwischen Schule und Stadtteil soll zusätzliche Ressourcen und Synergien freisetzen und zur Verbesserung der Qualität der Schulen und der Lebensqualität in den Stadtteilen beitragen.

Zur Entwicklung der Schülerzahlen stellt der Schulentwicklungsplan Folgendes fest:

Trotz des vorgezogenen Schulanfangs ab 2005/06 und den damit ver-bundenen zusätzlichen Schulanfängern werden sich die Schülerzahlen in den allgemein bildenden Schulen im Prognosezeitraum bis 2015/16 um insgesamt ca. 32 000 gegenüber 2004/05 (- 10 Prozent) verringern. Dabei ist die Entwicklung in den einzelnen Schulstufen unter-schiedlich:

 In der Grundstufe ist der Tiefpunkt der Entwicklung im laufenden Schuljahr (2004/05) er-reicht. Abgesehen von dem zusätzlichen halben Jahrgang, der durch das Vorzie-hen des Einschulungs-alters ab 2005/06 durch das Schulsystem wandert, werden die Schülerzahlen in der Grund-stufe nur geringfügig wieder steigen.
 In der Sekundarstufe I werden dagegen die niedrigsten Schülerzahlen im Schuljahr 2009/10 erreicht. Der Anstieg im Schuljahr 2011/12 ist dann die Folge der Absenkung des Einschu-lungsalters zum Schuljahr 2005/06. In der weiterführenden allgemein bil-denden Schule, in der die Schülerzahlen erst 2006/07 ihren Höhepunkt erreichen, ist anschließend mit einem konti-nuierlichen Rückgang zu rechnen, bis 2015/16 der zu-sätzliche halbe Jahrgang die Oberstufe erreicht.

Im Hinblick auf die Schülerzahlentwicklung an den beruflichen Schulen werden folgende Trends im Schulentwicklungsplan deutlich: Die beruflichen Gymnasien mit ihrer Vermittlung von beruflichen Inhalten im Rahmen der allgemeinen Hochschulreife, aber auch die Fachschulen werden an Attraktivität gewinnen. Im Gegensatz zum allgemeinen Rückgang dürften sich die Schülerzahlen des Jahres 2003/04 in diesen Schulformen im Planungszeitraum auf gleich hohem Niveau halten.

Zur Vielfalt des Berliner Schulwesens gehört auch das breite Angebot an Schulen in freier Trägerschaft: 145 Schulen, davon 78 allgemein bildende und 67 berufsbildende. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler an den allgemein bildenden Privatschulen beträgt rd. 5,3 Prozent der Ge-samt-schüler-zahl. Mit diesem Anteil liegt Berlin allerdings im bundesdeutschen Durchschnitt. – - -

Rückfragen:
Sprecher der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport
Telefon: 9026-5843
E-Mail: Briefkasten@senbjs.verwalt-berlin.de