Schmitz bei der Enthüllung der Gedenktafel für Lisa Holländer

Pressemitteilung vom 07.11.2005

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Chef der Senatskanzlei des Landes Berlin, Staatssekretär André Schmitz, spricht am 9. November 2005 um 14.30 Uhr ein Grußwort (Fototermin) zur Enthüllung der Gedenktafel für Lisa Holländer am Haus Sächsische Straße 26 (10707 Berlin-Wilmersdorf). In diesem Haus hat Lisa Holländer während des NS-Regimes Inge Deutschkron und ihre Mutter versteckt – die Inschrift der Tafel lautet: “In diesem Haus lebte Lisa Holländer (24.12.1890 – 22.4.1986). Sie riskierte ihr Leben, um eine Jüdin und deren Tochter vor der Deportation und Ermordung durch die Nationalsozialisten zu bewahren.”

Schmitz: “Lisa Holländer war eine jener ‘Stillen Heldinnen und Helden’, die während der braunen Diktatur die Courage aufbrachten, menschlich zu handeln und jüdisches Leben zu retten. Vollzogen haben sich solche Rettungstaten inmitten der anonymen Großstadt Berlin, eben auch in dem Mietshaus in der Sächsischen Straße 26 in Wilmersdorf. Die Gedenktafel führt Lisa Holländer heraus aus der Anonymität des Vergessens hinein in unsere gemeinsame Erinnerung. Mit ihr ehren wir stellvertretend alle diese ‘Stillen Helden’. Es sind mutige, selbstlose Menschen, denen wir im Gedenken an die Zeit der NS-Gewaltherrschaft vielleicht mehr Aufmerksamkeit schenken sollten als bisher.”

In Anschluss an Schmitz’ Grußwort erzählt Inge Deutschkron, die in ihrem Buch “Ich trug den gelben Stern” einen Abschnitt “Tante Lisa” gewidmet hat, über ihre Zeit in dem Haus und über ihr persönliches Verhältnis zu Lisa Holländer. Frau Deutschkron und die Eigentümer des Hauses haben die Herstellung der KPM-Gedenktafel selber finanziert.
Inge Deutschkron und Horst Schwiegershausen werden die Tafel enthüllen.

Schülerinnen und Schüler der unmittelbar benachbarten Robert-Jungk-Oberschule werden eigene Programmpunkte gestalten, dazu gehört die Vorführung von kurzen dokumentarischen Filmen, die die Schüler selber produziert haben. Das Orchester des Grips Theaters wird die Veranstaltung musikalisch untermalen. Renate Reiche vom Grips trägt den Monolog der Lisa Holländer aus dem Theaterstück „Ab heute heißt du Sara“ vor. Das Theater hatte in diesem Stück nach dem Buch Inge Deutschkrons das Schicksal des jüdischen Mädchens auf die Bühne gebracht. Zudem spricht auch der Stadtrat für Bürgerdienste, Wohnen und Personal des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, Joachim Krüger, ein Grußwort. – - – - -

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