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Senat beschloss Beschaffung antiviraler Medikamente zum Schutz der Bevölkerung bei einer Influenza-Pandemie

Pressemitteilung vom 28.06.2005

Aus der Sitzung des Senats am 28. Juni 2005:

Auf Vorlage der Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz, Dr. Heidi Knake-Werner, hat der Senat Maßnahmen zur Umsetzung des Nationalen Influenza-Pandemieplanes in Berlin beschlossen.

Seit längerem warnen Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO vor einer globalen Grippe-Welle, die durch einen neuartigen Virus verursacht werden könnte. Infolge einer solchen Pandemie – einer extremen und örtlich unbegrenzten Häufung von Erkrankungen mit sehr hoher Sterberate – müsste mit Erkrankungsraten von ungefähr 30 % der Bevölkerung und weltweit Millionen von Toten gerechnet werden.

In Vorbereitung auf eine mögliche Pandemie hat das Robert-Koch-Institut gemeinsam mit Experten aus Bund und Ländern den Nationalen Influenza-Pandemieplan erarbeitet. Die geplanten Maßnahmen dienen der Reduzierung der Erkrankungs- und Sterberate, der Aufrechterhaltung einer adäquaten Gesundheitsversorgung sowie der Gewährleistung der öffentlichen Ordnung.

Die wirksamste Maßnahme zur Bewältigung einer Influenza-Pandemie ist die Impfung mit einem gegen das Pandemievirus gerichteten Impfstoff. Dieser erforderliche Impfstoff kann jedoch erst nach Auftreten eines neuen Pandemievirus entwickelt sowie produziert werden und wird deshalb erst ca. drei bis sechs Monate nach Beginn der Pandemie zur Verfügung stehen.

Zum Schutz der betroffenen Bevölkerung sind inzwischen auch antivirale Arzneimittel verfügbar, die im Falle einer Erkrankung den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Nach intensiven Diskussionen auf Bund-Länder-Ebene wurde eine Bevorratung mit solchen Mitteln für notwendig erachtet und ein Beschaffungskonzept zur Sicherstellung der Therapie mit antiviralen Medikamenten im Influenza-Pandemiefall entworfen.

Der Berliner Senat hat beschlossen, derartige Medikamente für Bürgerinnen und Bürger mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko (ältere Personen, Kinder, Personen mit Vorerkrankungen wie Asthma, Herzkrankheiten und Stoffwechselerkrankungen) und für die Einsatzkräfte im Bereich öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie im Gesundheitswesen vorsorglich zu beschaffen und die dafür erforderlichen finanziellen Mittel von bis zu 7,5 Millionen € zur Verfügung zu stellen. Eine Beteiligung der Krankenkassen an den Bevorratungskosten soll bundesweit geprüft werden. – - -

Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz
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