S-Bahnverbindung zwischen Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof und Bahnhof Potsdamer Platz durch den Nord-Süd-Fernbahntunnel

Pressemitteilung vom 10.05.2005

Aus der Sitzung des Senats am 10. Mai 2005:

Der Senat hat auf Vorlage der Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, den Bericht „Bessere Einbindung des Hauptbahnhofes Lehrter Bahnhof in Nord-Süd-Richtung in den Nahverkehr“ beschlossen. Die Vorlage wird dem Abgeordnetenhaus zur Kenntnisnahme zugeleitet.

Das Abgeordnetenhaus regte an, die Kapazität des im Mai 2006 zu eröffnenden neuen Nord-Süd-Fernbahntunnels zusätzlich für eine frühzeitige Durchbindung einer S-Bahn vom Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof bis zum Potsdamer Platz zu nutzen. Die Ermittlung einer technischen Lösung sollte insbesondere unter Einbeziehung der Vorleistungen für die S 21 am Nordring erfolgen. Da nur die Deutsche Bahn (DB) AG über ausreichend detaillierte Kenntnis über Bau und Betrieb verfügt, hat sie den Untersuchungsauftrag erhalten.

Zwei technische Varianten wurden deshalb durch die DB AG untersucht:
1. Umbau eines Teils des Tunnels auf eine reine Gleichstrom-S-Bahn
2. Betrieb mit sogenannten Zweisystem-S-Bahnzügen, welche sowohl auf dem vorhandenen S-Bahnnetz als auch auf den Gleisen der Fernbahn verkehren können.

Die Untersuchung erbrachte folgendes Ergebnis:
Eine sinnvolle und sparsame Nutzung des Fernbahntunnels durch den Umbau auf Gleichstromtechnik für reinen S-Bahnbetrieb kann wegen der Mehrkosten in Höhe von mehr als 100 Mio. € nicht erreicht werden.

Ein Betrieb mit S-Bahn-Zweisystemzügen würde wegen der durch Fern- und Regionalverkehr spätestens mit Inbetriebnahme des Flughafen-Shuttles zum BBI ausgelasteten Bahnanlagen der neuen Nord-Süd-Bahn nicht möglich sein, weil durch die zusätzliche Belastung mindestens eines 10-Minuten-Taktes für die S-Bahn die Kapazitätsgrenze überschritten werden würde.

Deshalb wird nach wie vor das Ziel verfolgt, bis zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft im Jahre 2009 den ersten Abschnitt der S 21 zwischen Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof und Nordring (Bahnhöfe Wedding und Westhafen) in Betrieb genommen und anschließend soll die Durchbindung zum Potsdamer Platz wie geplant hergestellt werden.

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Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
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E-Mail: oeffentlichkeit@senstadt.verwalt-berlin.de