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Masterplan zur Weiterentwicklung des Kulturforums

Pressemitteilung vom 26.04.2005

Aus der Sitzung des Senats am 26. April 2005:

Der Senat hat auf Vorlage der Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, den Masterplan zur Weiterentwicklung des Kulturforums beschlossen. Die Vorlage wird dem Abgeordnetenhaus zugeleitet. Grundlage hierfür ist der vom Senat am 16. März 2004 beschlossene Bericht zur Weiterentwicklung des Kulturforums.

Senatorin Junge-Reyer: “Für das Kulturforum gibt es jetzt einen Vorschlag zur Landschafts- und Raumgestaltung, der die Qualität dieses bedeutenden Berliner Ortes verbessern wird. Das Kulturforum lag während der Teilung der Stadt in Randlage und auch 15 Jahre nach der Wiedervereinigung gibt es zu wenig Verbindung zur neuen Mitte Berlins. Dies kann sich – z. B. durch einen Erweiterungsbau für die Philharmonie, der sich zum Potsdamer Platz hin ausrichtet – nachhaltig verändern. Wir wollen die architektonische Spannung zwischen Nationalgalerie und Philharmonie neu beleben. Dafür müssen wir auf die Parkplätze verzichten. Daneben ist mir besonders wichtig: Mit dem Masterplan schaffen wir die Voraussetzungen für das Engagement privater Investoren. Auch wenn wir an dieser Stelle nicht selber bauen, liefern wir die Instrumente für eine Aufwertung dieses Kulturstandortes von Weltrang.“

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat sich im Auftrag des Abgeordnetenhauses detailliert mit dem Kulturforum, den zu Grunde liegenden städtebaulichen und architektonischen Leitbildern und seiner bisherigen Entwicklung auseinander gesetzt und dabei die im März 2004 formulierten Essenziells konkretisiert. Dieser Prozess der Konkretisierung fand sowohl in einem breit angelegten Diskurs mit der Fachöffentlichkeit statt sowie mit der architektonischen Überarbeitung durch fünf Architekten in einem Planungsworkshop.

Der Diskurs mit der Öffentlichkeit über das bisher vorgelegte Konzept begann mit vier Architekturgesprächen, in denen wesentliche Aspekte, die für die Entstehung und Entwicklung des Kulturforums von Bedeutung waren, diskutiert wurden. Neben diesen öffentlichen Architekturgesprächen im Berliner Abgeordnetenhaus wurden in der Zeit vom 15. Juni bis zum 15. Juli 2004 in einem Online-Forum mit einem weiter gefassten Kreis der interessierten Öffentlichkeit ideengeschichtlicher Hintergrund, Erscheinungsbild und Perspektiven des Kulturforums diskutiert. Vom 14. Juni 2004 bis zum 25. Oktober 2004 wurden in einer Ausstellung die Geschichte des Tiergartenviertels und die bisherigen Konzepte zur Umgestaltung seit 1964 gezeigt.

Der vorliegende Masterplan wurde in einem schrittweisen Entwurfs- und Abstimmungsprozess in einer kooperativ angelegten Planungswerkstatt von Juni bis Dezember 2004 erarbeitet. In den Planungswerkstätten wurden die Baupotenziale städtebaulich und architektonisch überarbeitet sowie eine auf die neue Konzeption ausgerichtete landschaftsplanerische Konzeption für den öffentlichen Raum entwickelt. Dazu wurden fünf Architekturbüros beauftragt, jeweils einen Teilraum zu bearbeiten. Die Büros mussten dabei das Gesamtkonzept und den intensiven Abstimmungsprozess mit allen Anrainern und Beteiligten sowie die Ergebnisse der Diskussion mit Bürgern aus dem Online-Dialog berücksichtigen. Die beauftragten Architekturbüros waren:

 Prof. Matthias Sauerbruch / Sauerbruch Hutton für den Übergangsbereich zum Potsdamer Platz;
 Prof. Klaus Theo Brenner für den Museumsplatz;
 Prof. Manfred Ortner / Ortner Ortner Baukunst für den Matthäikirchplatz;
 Martin Gruber und Helmut Kleine-Kraneburg für den Bereich südlich der Staatsbibliothek;
 Nicolai Levin / Levin, Monsigny Landschaftsarchitekten für den öffentlichen Raum.

Für das Kulturforum liegt jetzt ein Masterplan auf der Grundlage der Scharounschen Ideen vor. Die Idee der Scharounschen Stadtlandschaft ist es, durch objekthafte Baukörper einen landschaftlich geprägten Stadtraum spannungsvoll in Szene zu setzen. Ziel des Plans ist es, die landschaftliche Seite, insbesondere auch die von Scharoun gewünschte Verbindung zum Tiergarten, zu qualifizieren. Eine bauliche Ergänzung erfolgt nur durch eine zurückhaltende Addition weiterer Objekte, die die beiden in die Weltarchitektur eingegangenen Bauwerke, die Neue Nationalgalerie von Mies van der Rohe und die Philharmonie von Scharoun, in ihrer Raumwirksamkeit nicht infrage stellt. Dabei werden der historische Matthäikirchplatz und der Neue Museumsplatz im Maßstab und der Gestaltung eigenständig ausgebildet, aber freiraumgestalterisch mit dem offenen Landschaftsraum verbunden.

Der durch den Verzicht auf eine Bebauung an der Tiergartenstraße und der Matthäikirchstraße vergrößerte öffentliche Raum des Kulturforums ist zurückhaltend gestaltet und nur mit wenigen Baumgruppen besetzt. So könnte der Innenraum des Kulturforums zu einem „Lustgarten der Moderne“ werden, wobei der räumliche Zusammenhang der unterschiedlichen Kulturbauten durch eine einheitliche gartenarchitektonische Gestaltung hergestellt wird.

In dem so stadtlandschaftlich gestalteten Raum des Kulturforums – noch immer unübersehbar durchschnitten durch die verkehrsreiche Potsdamer Straße – werden an der Peripherie Flächen für private Bauprojekte ausgewiesen. Die Ausweisung der Bauflächen erwächst vor allem aus der funktionalen und städtebaulichen Qualifizierung des Kulturforums, dient aber auch der Refinanzierung der vorgeschlagenen Umbaumaßnahmen.

Der Senat hat am 5. Oktober 2004 das Kulturforum wegen der herausragenden Bedeutung für die Gesamtstadt und der hohen Ansprüche an die Gestaltung als ein Gebiet von außergewöhnlicher stadtpolitischer Bedeutung festgestellt. Die verbindliche Bauleitplanung liegt somit in der Zuständigkeit des Senats. Für die Bebauung wird ein Architekturwettbewerb vorgeschlagen, der im Einvernehmen mit den Eigentümern, Nutzern und Nachbarn durchgeführt werden soll. – - -

Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Telefon: 9012-5800
E-Mail: oeffentlichkeit @senstadt.verwalt-berlin.de