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Aufruf zum 7./8.Mai verabschiedet – Breites Bündnis ruft auf

Pressemitteilung vom 30.03.2005

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Am 8. Mai jährt sich das Kriegsende in Europa zum 60. Mal. Überall gedenken Demokratinnen und Demokraten des Kriegsendes. Ein breites bundesweites Bündnis ruft dazu auf, am 7. und 8. Mai 2005 zu einem „Tag für die Demokratie“ nach Berlin zu kommen. Veranstalter des „Tages für die Demokratie“ ist der Senat von Berlin.

Rund um das Brandenburger Tor findet ein zweitägiges Programm statt. Die Rede des Bundespräsidenten anlässlich der zentralen Gedenkveranstaltung des Bundestages und des Bundesrates am 8. Mai wird live im Rahmen der Großveranstaltung am Brandenburger Tor übertragen.

Das bundesweite Bündnis möchte mit dem „Tag für die Demokratie“ an das Leid der Kriegsjahre und an die Opfer der Gewaltherrschaft erinnern. Und es möchte bewusst machen, wie wichtig und zukunftsweisend Freiheit, Demokratie und Menschenrechte für uns sind.

Mit dem heutigen Tag beginnt eine bundesweite Aktion zur Unterstützung des Aufrufes. Wer ihn unterzeichnen möchte, kann sich heute ab 17.00 Uhr unter

[[http://www.tagfuerdemokratie.de|http://www.tagfuerdemokratie.de]]

in die dafür vorgesehene Rubrik eintragen.

In den nächsten Tagen wird im Roten Rathaus ein Organisationsbüro eingerichtet. Das Personal wird sich aus den Organisationen rekrutieren, die das Bündnis tragen.

Telefonische Nachfragen: Sprecher des Senats, Tel. 030-9026-3200

Nachfolgend der Text des Aufrufes:

8. Mai 1945: Befreiung von der Nazi-Diktatur!
8. Mai 2005: Ein Tag für die Demokratie!

Am 8. Mai jährt sich das Kriegsende in Europa zum 60. Mal. Die alliierten Streitkräfte beendeten die Terrorherrschaft der Nationalsozialisten. Nach sechs Jahren Krieg und über 60 Millionen Toten bedeutete der 8. Mai 1945 das Ende der verbrecherischen Gewaltherrschaft Deutschlands über fast ganz Europa und das Ende des Massenmordes an den europäischen Juden. Auch die Verfolgung und die Ermordung von zahlreichen anderen Opfern endeten an diesem Tag.

Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat vor nunmehr 20 Jahren die richtigen Worte für diesen Tag gefunden:

“Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.”

Heute gedenken Demokratinnen und Demokraten des Kriegsendes vor 60 Jahren. Nur wenn wir die Erinnerung an das Leid der Kriegsjahre und an die Opfer der Gewaltherrschaft wach halten, bleibt uns bewusst, wie wichtig und zukunftsweisend Freiheit, Demokratie und Menschenrechte für uns sind.

Für Millionen von Menschen war der 8. Mai ein Tag der Hoffnung und Zuversicht. Ihre Hoffnung ist aufgegangen in einem zusammenwachsenden, friedlichen Europa und einem demokratischen, vereinigten Deutschland.

Für viele Menschen war mit dem 8. Mai das Leiden noch nicht beendet: Das Unrecht der Vertreibung und das Leid der Flüchtlinge waren Folgen des von Deutschland begonnenen Krieges, und erst mit dem Fall der Mauer und der friedlichen Wiedervereinigung wurden Freiheit und Demokratie in ganz Deutschland Realität.

Die Erinnerung an den 8. Mai 1945 schärft unseren Blick auf das Heute und ist Auftrag und Verpflichtung zugleich:

Gedenken wir am 8. Mai gemeinsam aller Opfer und begehen wir diesen Tag gemeinsam mit denen, die Widerstand gegen das Naziregime geleistet haben, und denen, die uns als Alliierte von der NS-Diktatur befreit haben.

Der 8. Mai 1945 war der Ausgangspunkt dafür, aus alten Gegnern Partner und schließlich Freunde zu machen. Freiheit und Demokratie verbinden uns heute. Auch diese historische Versöhnung wollen wir gemeinsam würdigen.

Jenen, die die Geschichte umdeuten und die Opfer am Tag der Befreiung verhöhnen wollen, setzen wir die Entschlossenheit aller demokratischen Kräfte entgegen. Wir wollen in Deutschland nie wieder Unfreiheit, Intoleranz, Rassismus, Fremdenhass und Antisemitismus zulassen. Wir werden an diesem Tag in der Mitte Berlins ein Zeichen der Stärke unserer Demokratie setzen. Und wir zeigen, dass es lohnt, an unserer freiheitlichen Gesellschaft weiterzubauen und sie damit zu stärken.

Die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben mit dem Artikel 1 eine unmissverständliche Antwort auf die Barbarei der Nazis gegeben. Diese Antwort hat für uns Demokraten bis heute Gültigkeit:

„Das deutsche Volk bekennt sich darum zu den unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt“.

Wir laden dazu ein, den Jahrestag der Befreiung von der NS-Diktatur mit einem Tag für die Demokratie zu begehen!

Erstunterzeichner/innen
Stand: 30. März 2005

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste – Dr. Christian Staffa, Geschäftsführer
Bündnis 90/Die Grünen – Claudia Roth und Reinhard Bütikofer, Bundesvorsitzende
Bündnis für Demokratie und Toleranz – Wolfgang Arnold, Geschäftsführer
Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V.
Bundeszentrale für politische Bildung – Thomas Krüger, Präsident
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) – Dr. Angela Merkel, Vorsitzende
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) – Dr. Edmund Stoiber, Vorsitzender
Deutscher Caritasverband – Dr. Peter Neher, Präsident
Deutsche Bischofskonferenz – Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender
Deutscher Gewerkschaftsbund – Michael Sommer, Vorsitzender
Diakonisches Werk der EKD – Jürgen Gohde, Präsident
Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) – Bischof Dr. Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates
Freie Demokratische Partei (FDP) – Dr. Guido Westerwelle, Bundesvorsitzender
Friedrich-Ebert-Stiftung – Anke Fuchs, Vorsitzende
Gesicht Zeigen! Aktion weltoffenes Deutschland e.V. – Uwe-Karsten Heye, 1. Vorsitzender
Heinrich Böll Stiftung – Ralf Fücks, Vorstand
Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. – Wilhelm Staudacher, Generalsekretär
Senat von Berlin – Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) – Franz Müntefering, Parteivorsitzender
Zentralrat der Juden in Deutschland – Dr. h. c. Paul Spiegel, Präsident

Veranstalter: Der Senat von Berlin

Rückfragen:
Sprecher des Senats
Telefon: 030 / 9026-3200
E-Mail: Presse-Information@Skzl.Verwalt-berlin.de