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Wolf zum Protest der Belegschaften von Samsung, CNH und JVC: „Samsung, JVC und CNH leugnen ihre Verantwortung für Beschäftigte“

Pressemitteilung vom 30.11.2005

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen teilt mit:

Berlins Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, hat heute in einem offenen Brief an die Belegschaften von Samsung, JVC und CNH seine Unterstützung für deren Widerstand gegen die angekündigten Werksschließungen bekräftigt. In dem Brief schreibt Harald Wolf:

„Liebe Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Samsung, JVC und CNH,

seitdem die Leitungen Ihrer Unternehmen angekündigt haben, ihre Berliner Werke schließen zu wollen, kämpfen Sie in einer Weise um Ihre Arbeitsplätze, die Ihnen den Respekt und die Solidarität der gesamten Stadt eingetragen hat. Ich teile Ihre Wut und Ihre Enttäuschung, und ich unterstütze ihren Widerstand gegen die angekündigten Produktionsstilllegungen.

Denn in allen drei Fällen handelt es sich um Werke, die vom Berliner Senat immer unterstützt wurden – sowohl finanziell als auch durch Schaffung guter Rahmenbedingungen. Es sind Werke, die immer zum Profit ihrer Eigentümer beigetragen haben, nicht zuletzt durch Ihre Arbeit, durch gut ausgebildete und leistungsbereite Belegschaften. Samsung, CNH und JVC haben am Standort Berlin gutes Geld verdient und wollen Ihre Werke nun einer kurzatmigen und verfehlten Globalisierungsstrategie opfern.

Meine Verwaltung und ich unterstützen Ihren Kampf um die Arbeitsplätze. Denn hier geht es auch um die Zukunft des Industriestandorts Berlin insgesamt. Gemeinsam haben wir ein Alternativkonzept für die Weiterführung der Produktion bei Samsung erstellt. Darin wird nachgewiesen, dass es sehr wohl möglich ist, auch in Oberschöneweide konkurrenzfähige und profitable Produkte herzustellen. Die Konzernleitung von Samsung in Seoul hat dieses Konzept abgelehnt und hat Gesprächsangebote der Bundesregierung und des Senats von Berlin abgelehnt. Aber Gesprächsverweigerung ist keine Antwort sondern schlechter Stil und ein inakzeptables Verhalten.

Auch die Belegschaft von JVC, die wir ebenfalls unterstützen, hat mit einem eigenen Arbeitnehmer-Sanierungskonzept nachgewiesen, dass die Produkte ihrer Arbeit sehr wohl wettbewerbsfähig sind. Das Werk von CNH arbeitet ebenfalls profitabel. In diesen beiden Fällen ist der Gesprächsfaden noch nicht abgerissen, und wir werden weiter jede Chance nutzen, diese beiden Werke in Berlin zu erhalten.

Mit der Schließung ihrer Werke würden Samsung, JVC und CNH nicht nur betriebswirtschaftlich kurzsichtig handeln, sondern auch ihre Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten und gegenüber dem Standort Berlin leugnen. Deshalb unterstütze ich den Protest und den Widerstand der Belegschaften gegen die Schließungsankündigungen.“

Rückfragen:
Christoph Lang
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