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10 Jahre Fachkommission gegen Frauenhandel: Gemeinsam gegen Frauenhandel

Pressemitteilung vom 09.11.2005

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen teilt mit:

Die Berliner Fachkommission Frauenhandel begeht in diesen Tagen ihr zehnjähriges Bestehen. Ende der 1980er Jahre nahm das Phänomen des Handels mit Frauen, insbesondere in die Prostitution, immer stärker zu. Um gegen dieses äußerst komplexe Delikt effektiv vorgehen zu können, war eine Zusammenarbeit aller damit konfrontierten Einrichtungen notwendig. 1995 wurde daher die interdisziplinäre Fachkommission Frauenhandel unter dem Vorsitz der Staatssekretärin für Frauenpolitik gegründet. Die Kommission konzentriert sich nicht nur auf die Strafverfolgung, sie will auch das Problembewusstsein für die schwierigen Lebensbedingungen der betroffenen Frauen schärfen und setzt sich für eine Verbesserung ihrer Situation ein.

Während der Handel in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse auch Männer betrifft, sind es hauptsächlich Frauen, die in die Prostitution oder in die Ehe gehandelt werden. Migrantinnen schenken den Versprechungen auf Arbeit, Ehe oder auch eine einträgliche Tätigkeit in der Prostitution Glauben. Häufig kommen sie jedoch in eine Situation, die von Brutalität, Gewalt und Rechtlosigkeit geprägt ist. Sie leben und arbeiten unter Bedingungen, die der Sklaverei ähneln. Die Angst vor den Menschenhändlern und ihr zumeist illegaler oder unsicherer Aufenthaltsstatus hindern sie daran, sich Hilfe bei der Polizei oder anderen Behörden zu holen.

Dazu erklärt die Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Susanne Ahlers: „Die Fachkommission hat in Berlin schon viel erreicht. Beispielsweise wurde die ausländerrechtliche Situation betroffener Frauen verbessert. Auch können sie einfacher Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. Besonders wichtig ist die 2003 geschlossene Kooperationsvereinbarung zwischen der Polizei und den Beratungsstellen für Opfer von Frauenhandel, in der die unterschiedlichen Aufgaben definiert werden und die Zusammenarbeit institutionalisiert wird.“

Mitglieder der Berliner Fachkommission Frauenhandel sind unter anderem die Senatsverwaltungen für Inneres, Justiz sowie für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, das Landeskriminalamt, Dezernat für Rotlicht- und Schleusungskriminalität, der Beauftragte für Integration und Migration, das Landesamt für Gesundheit und Soziales, die Beratungsstellen und Zufluchtseinrichtungen Ban Ying, Ona, IN VIA und Hydra, die bezirklichen Beratungsstellen für sexuell übertragbare Krankheiten sowie AIDS, das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie Potsdam sowie die Ausländerbeauftragte Brandenburgs und Rechtsanwältinnen.

Rückfragen:
Christoph Lang
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