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Wirtschaftssenator sichert Samsung-Belegschaft Unterstützung zu: „Wir kämpfen für Oberschöneweide!“

Pressemitteilung vom 22.09.2005

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen teilt mit:

Sperrfrist: 22. 9., 18:00 – es gilt das gesprochene Wort

Berlins Senator für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, Harald Wolf, sprach heute vor der Belegschaft des von der Schließung bedrohten Berliner Samsung-Werkes vor dem Berliner Rathaus. Er sagte unter anderem:

„Die Entscheidung von Samsung, die Produktion von Farbbildröhren in Berlin aufzugeben, bedeutet 750 Arbeitsplätze weniger, bedeutet 750 Erwerbslose und 750 von Erwerbslosigkeit betroffene Familien mehr. Damit wird sich der Senat vom Berlin nicht abfinden!

Seit Samsung vor mehr als zehn Jahren das ehemalige Werk für Fernsehelektronik übernahm, hat das Unternehmen hier mit gut qualifizierten und leistungsbereiten Beschäftigten gutes Geld verdient. Der Senat von Berlin hat die Investitionen von Samsung immer unterstützt. Fast 30 Millionen Euro Fördermittel sind über die Jahre in den Standort geflossen.

Ein Unternehmen, das an diesem Standort gut verdient hat, das intensiv gefördert worden ist, hat sowohl eine soziale Verantwortung gegenüber seiner Belegschaft als auch gegenüber dem Standort Berlin. Diese Verpflichtung werden wir einfordern!

Samsung begründet die Einstellung der Produktion von Farbbildröhren mit der sinkenden Nachfrage und dem steigenden Konkurrenzdruck. Seit mehreren Jahren ist Samsung von der Berliner Politik und von der Belegschaft auf diese Entwicklung immer wieder angesprochen worden. Immer wieder wurde gemahnt, ob es nicht erforderlich werde, in neue Fertigungstechnologien zu investieren. Immer wieder wurde das Angebot gemacht, gemeinsam rechtzeitig ein zweites Standbein für die Fertigung in Berlin aufzubauen. Noch vor einem Monat wurde dem Berliner Senat von der Geschäftsführung des Berliner Werkes versichert, dass es damit noch Zeit habe und die Entscheidung rechtzeitig getroffen werde.

Die Belegschaft hat ihre Flexibilität und ihr Verantwortungsbewusstsein unter Beweis gestellt. Sie hat bereits Zugeständnisse bei der Entlohnung gemacht. Ich werde die Geschäftsführung von Samsung an all dies erinnern und ihr sagen, dass sie eine Chance vergibt, wenn sie den Produktionsstandort Berlin sang- und klanglos dicht macht.

Ich erinnere daran: Im Mai kam die Nachricht, das Bosch-Siemens-Hausgerätewerk solle geschlossen werden soll. Gemeinsam mit der Belegschaft und der IG Metall haben wir den Kampf um die Arbeitsplätze aufgenommen und erreicht, dass voraussichtlich fast alle Jobs in Gartenfeld erhalten werden können.

Die Situation bei Samsung ist schwierig, ich kann hier und heute nicht versprechen, dass wir die Schließung der Produktion verhindern können. Aber ich sichere Ihnen zu, dass ich mich mit allem, was mir zur Verfügung steht, für den Produktionsstandort Oberschöneweide einsetze – und mit mir der gesamte Senat!

Samsung soll wissen, dass wir nicht kampflos aufgeben werden!“

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Christoph Lang
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