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Berlin erwirbt Gedenkstättengelände in Schöneweide - Konzept für Berliner Zwangsarbeitergedenkstätte wird umgesetzt

Pressemitteilung vom 11.07.2005

Mit der Beurkundung des Kaufvertrages vom 6. Juli zwischen dem Land Berlin und der Bundesvermögensverwaltung geht das Grundstück an der Britzer Str. 1-3 in das Eigentum des Landes Berlin über. Bis zum Sommer 2006 soll hier, in dem einzigen komplett erhaltenen Zwangsarbeiterlager, aus Mitteln der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Höhe von 1,4 Mio. € die Gedenkstätte errichtet werden.
Das Zwangsarbeiterlager Schöneweide wurde 1943 vom Generalbauinspektor, der Behörde Albert Speers, für über 2000 ausländische Arbeitskräfte gebaut. Der Lagerkomplex stand in engem räumlich-funktionalen Zusammenhang mit dem Industriestandort Ober- und Niederschöneweide/Johannisthal und den dortigen Verkehrsanlagen. Die räumliche und inhaltliche Nähe von Kriegswirtschaft, Lager und „Alltag“ ist so anschaulich darstellbar.
Der Betrieb der Gedenkstätte ist im Etat der Berliner Kulturverwaltung in Höhe von 360.000 € pro Jahr ab 2006 gesichert. Die neue Gedenkstätte wird unter dem Dach der Stiftung Topographie des Terrors arbeiten und soll bei einer Konstituierung des geplanten Verbundes der NS-Gedenkstätten in Berlin Teil der Stiftung werden.

Senator Dr. Thomas Flierl: „Mit dem Grunderwerb beginnt die Umsetzung meines im letzten Jahr beschlossenen Konzeptes für die erste Zwangsarbeitergedenkstätte dieser Art in der Bundesrepublik, die als Ergänzung zu den authentischen Orten des NS-Unrechtes in der deutschen Hauptstadt unverzichtbar ist. In Schöneweide können jetzt die historischen Spuren gesichert, lesbar gemacht und ein Ort der Begegnung und der Auseinandersetzung geschaffen werden, der auch in einem engen Dialog mit ähnlichen Einrichtungen vor allem in den Staaten Mittel – und Osteuropas treten wird.“

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Rainer E. Klemke
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