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Erinnerung an den historischen Ort und Gedenken an die Maueropfer sichergestellt - Kultursenator informiert über die Anschlusslösung am Checkpoint Charlie

Pressemitteilung vom 04.07.2005

Im Dialog mit den privaten Eigentümern sichert der Senat auch nach Abräumung der Mauerkreuze die Erinnerung an die historische Bedeutung des Checkpoint Charlie und das Gedenken an die Opfer der Berliner Mauer. Kultursenator Dr. Thomas Flierl weist anlässlich der Diskussion um den Checkpoint Charlie und die vom privaten Grundstückseigentümer durchgesetzte Räumung der Installation von Frau Hildebrandt darauf hin, dass die Erinnerung an die historische Bedeutung des Checkpoint Charlie und das Gedenken an die Opfer der deutsch-deutschen Grenzen substanzieller Bestandteil des von Bund und Land einvernehmlich getragenen Gedenkkonzeptes Berliner Mauer ist und bleibt. Für den Checkpoint Charlie werde ein Drei-Stufen-Konzept verfolgt: 1. Ausstellung am Bauzaun, 2. open-air-Ausstellung, 3. Museum des Kalten Krieges.

Flierl: „Wie mit Vertretern der Opferverbände vereinbart, soll es im Rahmen der Neugestaltung der Gedenkstätte an der Bernauer Straße, dem offiziellen Erinnerungsort der Bundesrepublik Deutschland an die deutsche-deutsche Teilung in Berlin, zukünftig auch ein individuelles Gedenken an die konkreten Schicksale und Lebenswege der Opfer geben.
Am Checkpoint Charlie soll nach dieser Konzeption langfristig ein Museum des Kalten Krieges entstehen, das diesen Ort als Schauplatz der Block-Konfrontation der Supermächte dokumentiert. In Zusammenarbeit mit internationalen Museen, vor allem in den Vereinigten Staaten wird hier ein attraktiver und informativer Ort entstehen, der das Haus am Checkpoint Charlie ebenso wissenschaftlich präzise wie kommunikativ ergänzt. Das neue Museumskonzept erarbeiten derzeit das Deutsche Historische Museum, das
Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam, das Museum Karlshorst und das Alliiertenmuseum. Es ist Teil des Neubauvorhabens auf dem Gelände des Blockes 200 an der Friedrichstraße.

Bis zum Baubeginn wird auf dem 360 Meter langen Bauzaun rund um die Grundstücke beiderseits der Friedrichstraße die wechselvolle Geschichte des Checkpoint Charlie dokumentiert und illustriert. Diese Dokumentation wird in den nächsten Wochen in enger Abstimmung mit den Grundeigentümern realisiert. Sie wird auch an die Mauerkreuze erinnern. Darüber hinaus ist im Vorgriff auf das zukünftige Museum die Errichtung einer temporären open-air-Ausstellung auf dem Gelände des Blockes 200 geplant, das dort in naher Zukunft eröffnen soll. In einem 180-Grad-Panorama soll die historische Situation des Grenzübergangs und der Panzerkonfrontation erinnert werden.“

Senator Flierl verweist erneut darauf, dass der Verkauf der Grundstücke am Checkpoint Charlie und damit die jahrelange Situation einer Investitionsbrache in der politischen Verantwortung jener Berliner CDU liegt, die sich jetzt für die Hildebrandt-Installation stark machen. Flierl habe diese Situation vorgefunden und nun solche Lösungen auf den Weg gebracht, die diesem Ort endlich eine seriöse Gestaltung ermöglichen. Die Installation von Frau Hildebrandt hat Anstöße gegeben, kann aber auf Dauer keinen Bestand haben, allein deshalb, weil die privaten Grundstückseigentümer sie nicht dulden und sie auf Dauer nicht genehmigungsfähig ist.

Der Senator bedauert zutiefst, dass durch ihr bewusstes Negieren von Verträgen, eigenen Zusagen und Gerichtsurteilen Frau Hildebrandt Vertreter der Opfer des Mauerregimes wiederum in eine Konfrontation getrieben hat. Er lädt die Opferverbände erneut ein, ihre Vorstellung in den fortlaufenden Diskussionsprozess zum Mauerkonzept positiv einzubringen.

Dieses sieht neben der Bernauer Straße auch die Auslage eines Totenbuches in der Bibliothek des Deutschen Bundestages vor. Zur seriösen wissenschaftlich fundierten Ermittlung der Todesopfer an der Berliner Mauer und der deutsch-deutschen Grenzen läuft derzeit ein Forschungsprojekt des Dokumentationszentrums Berliner Mauer und des Zentrums für Zeithistorische Forschung in Potsdam.

Rückfragen:
Dominique Krössin
Telefon: 90 228 205
E-Mail: dominique.kroessin@senwfk.verwalt-berlin.de