Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

BEBELPLATZ NACH ZWEIJÄHRIGER BAUZEIT WIEDER NUTZBAR

Pressemitteilung vom 16.09.2005

Die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, übergibt am heutigen 16. September 2005 im Beisein von Vertretern des Bezirkes Mitte, den Anliegern des Platzes und dem Bauherren der Tiefgarage den neugepflasterten Bebelplatz der Öffentlichkeit.

Ingeborg Junge-Reyer: „Der Bebelplatz gehört aufgrund seiner Lage, der ihn umrandenden Gebäude und seiner historischen Bedeutung zu den bemerkenswertesten Plätzen Berlins. Nach dem Pariser Platz und dem Mittelstreifen der Straße Unter den Linden wurde damit ein weiterer wichtiger Teil des historischen Zentrums fertiggestellt. Der Bebelplatz als wesentlicher Bestandteil des Forum Fridericianums, dessen Neugestaltung im Mai 2006 abgeschlossen sein wird, soll Architekturplatz, Gedenkort und Flaniermeile gleichzeitig sein.“

Die Entstehung des Forum Fridericianum geht auf das 18. Jahrhundert zurück, als westlich des Festungsgrabens das Opernhaus, das Prinz-Heinrich-Palais (heute Humboldt Universität), die königliche Bibliothek und die Katholische Kirche entstanden.
Friedrich II. wollte mit seinem Forum Fridericianum ein Ort der Wissenschaft, der Kunst und der Religion schaffen. Fast zwei Jahrhunderte später haben die Nationalsozialisten diese Idee mit Füßen getreten: Am 10.5. 1933 war dieser Ort der Schauplatz für die „Bücherverbrennung“, bei der 20 000 Bücher als „undeutsches Schrifttum“ verbrannt wurden.

Um den Platzcharakter der Straße Unter den Linden im Abschnitt der Oper und des Zeughauses wiedererlebbar zu machen, wurden die trennenden Parkplätze beseitigt. Durch breite Bürgersteige wird der Boulevard im Mai nächsten Jahres wieder zum Flanieren einladen. Die Voraussetzung dafür wurde mit der Tiefgarage unter dem Bebelplatz geschaffen. Die Tiefgarage wurde im Dezember letzten Jahres, nach ca. 2 Jahren Bauzeit, in Betrieb genommen und bietet 450 Fahrzeugen eine unterirdische Parkmöglichkeit.

Der Platz darüber ist nun wieder so frei überschaubar wie er es vor der Unterbauung war und wie es für einen Architekturplatz geboten ist. Er ist neu gepflastert, hat neue Leuchten und bietet mit seinem Freiraum einen ansprechenden Rahmen für das 1995 von Michael Ullmann geschaffene Denkmal, das an die Bücherverbrennung erinnert.

Die Wiederherstellung der aus dem Jahr 1928 stammenden denkmalgeschützten Platzpflasterung war ebenso die Voraussetzung für den Tiefgaragenbau wie die Einbindung des Denkmals zur Bücherverbrennung. Beides ist vorzüglich gelungen, das wiederverwendbare Pflaster wurde ohne die vorher vorhandenen Versackungen exakt nach dem Originalpflasterplan wieder verlegt. Der Besucher des Denkmals zur Bücherverbrennung ahnt kaum die Umbauung mit der Tiefgarage.

Die neuen Lichtstelen strahlen die Platzfassaden an und bringen den Raum damit richtig zur Geltung. Der Platz selbst wird geringst möglich ausgeleuchtet, um dem aus dem Boden strahlenden Denkmal keine Konkurrenz zu machen.

Gelungen ist auch die sensible Einordnung in das denkmalgeschützte Ensemble des Forum Fridericianum, d.h. Verzicht auf die allgemein für Tiefgaragen üblichen Aufbauten, wie Abluftschornsteine und Gittereinfassungen.
Um dies zu erreichen wurden ebenerdige Entlüftungen eingebaut, die Abfahrtrampen in der Behrenstraße und der Fahrstuhl in einer Gebäudeecke der Oper von den Linden kaum wahrnehmbar eingeordnet.

Rückfragen:
Manuela Damianakis
Telefon: 030 / 90125800
E-Mail: manuela.damianakis@senstadt.verwalt-berlin.de