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EUROPAS MODERNSTE VERKEHRSREGELUNGSZENTRALE ERÖFFNET

Pressemitteilung vom 04.04.2005

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung teilt mit:

Am heutigen Montag, den 04.04.2005 nimmt die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, die neue Berliner Verkehrsregelungszentrale im Gebäude des Flughafen Tempelhofs offiziell in Betrieb.

In Europas modernster und größter Verkehrsregelungszentrale (VKRZ) werden die Ampeln an über 2000 Kreuzungen gesteuert, 300 Portale (d.h. Anzeigenquerschnitte der Verkehrsbeeinflussungsanlagen) auf der Autobahn beeinflusst und die Verkehrslage auf über 1500 km Straße durch Messstellen erfasst und mit Hilfe von über 100 Videokameras beobachtet. Darüber hinaus werden Baustellen und Veranstaltungen im Straßenraum visualisiert.

Die neue Verkehrsregelungszentrale wird für die Arbeit der Verkehrslenkung Berlin, einer nachgeordneten Behörde der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, von grundlegender Bedeutung sein. Senatorin Ingeborg Junge-Reyer: “Die Berlinerinnen und Berliner – ob Autofahrer oder Nutzer von Bus und Tram – werden direkt von dieser technischen Modernisierung profitieren: Durch die Zusammenfassung aller verkehrlichen Informationen an einer Stelle kann die Verkehrslenkung Berlin nun gezielt in das Verkehrsgeschehen eingreifen und Störungen minimieren bzw. gar nicht erst entstehen lassen. Die Anlagen entsprechen den anspruchvollsten technischen Standards. Berlin unterstreicht so seine Rolle als führendes europäisches Kompetenzzentrum für Verkehr. Während der Fußballweltmeisterschaft im nächsten Jahr werden wir mit Hilfe der neuen Verkehrsregelungszentrale die Besucherströme auf Autobahnen und Straßen lenken können. “

Alle Informationen werden auf einer 20 m² großen Multimediawand auf einer digitalen Karte angezeigt, auf 32 Videomonitoren wird der Verkehrszustand auf den Autobahnen visualisiert und an einer Vielzahl von Arbeitsplatzmonitoren werden Schalt- und Betriebszustände von Ampeln und Verkehrbeeinflussungsanlagen beobachtet und dem jeweiligen Verkehrsgeschehen angepasst. Die VKRZ wird die Verkehrssituation bei Staatsbesuchen verbessern: Die Verkehrsbeeinträchtigungen durch Protokollfahrten können durch automatische Standortmeldungen der Kolonnen und damit kürzere Ampelausschaltzeiten minimiert werden.

Die Verkehrsregelungszentrale verfügt über ca. 750 Messstellen im Stadtgebiet und auf den Autobahnen, die Verkehrsmanagementzentrale (die in anliegenden Räumlichkeiten untergebracht ist) über ca. 220 Messstellen auf den Hauptverkehrsstraßen. Alle Daten werden automatisch ins System der Verkehrsregelungszentrale übertragen und ermitteln ständig die aktuelle Verkehrslage in der VKRZ. Auch über die Videoüberwachung werden Verkehrsbeeinträchtigungen auf Autobahnen und in Tunnelanlagen von den Mitarbeitern der VKRZ festgestellt.

Sechs Mitarbeiter werden in der Zentrale der VKRZ rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr alle Funktionen überwachen. Dazu gehört auch die Sicherstellung der vollen Funktionsfähigkeit der Ampeln: Ob eine Anlage im richtigen Signalprogramm schaltet (Früh- oder Spätspitze, Tages- oder Nachtprogramm), ob die Anforderungen der Busse und Straßenbahnen die Anlage korrekt beeinflussen oder die gesamte Anlage „gelb blinkt“, kann in der VKRZ verfolgt werden. Eine defekte Ampel liefert eigenständig eine Meldung an die VKRZ.

Die in der VKRZ integrierte Landesmeldestelle für den Verkehrswarndienst gibt aktuelle Informationen über Staus, Ampelausfälle, Baustellen oder Demonstration an die Verkehrsteilnehmer. Die Anordnungen und Genehmigungen der Verkehrslenkung Berlin zu Baustellen und Veranstaltungen werden in die VKRZ zur verkehrlichen Einschätzung übertragen, der Verkehrswarndienst gibt anschließend die Verkehrsmeldungen weiter. Automatisch werden Verkehrsmeldungen erzeugt, wenn die Verkehrsmessstellen eine Überschreitung festgelegter Grenzwerte (dichter Verkehr oder Stau) erkennen. Die Informationen werden als Warnmeldung an die angeschlossenen Empfänger des Verkehrswarndienstes weitergeleitet.

Dazu gehören alle Rundfunk- und Fernsehanstalten, Telematikdienste (Fahrzeug-Navigation, Navigationssysteme der Mobilfunkanbieter), wie auch Tageszeitungen im Raum Berlin und Brandenburg. Für die bundesweite Information werden zusätzlich alle Meldungen an die nationale Meldestelle in Düsseldorf übertragen, die die Weiterleitung auch an alle anderen regionale Landesmeldestellen übernimmt.

Der Verkehrswarndienst in der VKRZ ist für die Länder Berlin und Brandenburg zuständig. Darüber hinaus wird die regionale Verknüpfung der VKRZ Berlin mit der VSMZ Potsdam (Verkehrssystemmanagemetzentrale) zur Zeit vorbereitet. Die Verkehrsmanagementzentrale informiert darüber hinaus auf 22 Infotafeln im Stadtgebiet zusätzlich die Verkehrsteilnehmer. Verkehrsinformationen werden auch über Internet auf den Seiten http://www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehrslenkung/verkehrsbehinderungen und http://www.vmzberlin.de bereit gestellt.

Durch die offenen Software-Schnittstellen in der Zentrale ist die Erweiterung auf neue Anforderungen jederzeit gewährleistet. So ist sichergestellt, dass weitere Aktionspläne die sich aus der Überwachung der Schadstoffwerte der Luft ergeben, ebenso integriert werden wie veranstaltungs- oder baustellenbezogene Programmveränderungen. So wird z.B. zur Zeit im Rahmen des Forschungsprojektes iQ mobility ein verkehrliches Frühwarnsystem entwickelt, um bei Überschreitung der Luftschadstoffbelastung mittels einer „Dynamischen Verkehrsbeeinflussung“ die Schadstoffe zu minimieren. Ziel dabei ist es, eine dynamische Verkehrssteuerung nach Umweltkriterien zu erproben und umzusetzen.

Die neue Verkehrsregelungszentrale löst die bisherige Einrichtung in der Golßener Straße ab, die 1979 für zunächst rund 1100 Ampelanlagen (und damit halb so viel wie heute angeschlossen sind) errichtet wurde und nach nun über 25 Jahren Ende April völlig veraltet aufgegeben wird. Die neue Zentrale ist für rund 8,1 Mio. € (2,5 Mio. € Hochbau, 5,6 Mio. € Technische Ausrüstung) seit September 2003 errichtet worden. Nach der vollständigen Abschaltung der Altanlage werden in der neuen VKRZ 40 Mitarbeiter in mehreren Schichten tätig sein.

Rückfragen:
Manuela Damianakis
Telefon: 9012-5800
E-Mail: Manuela.Damianakis@senstadt.verwalt-berlin.de