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Integrationsbeauftragter fordert und fördert neue Wege in der Beschäftigungspolitik: Die Stärken der Migrantinnen und Migranten

Pressemitteilung vom 17.11.2005

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz – Der Beauftragte für Integration und Migration – teilt mit:

Einen Perspektivenwechsel in der Arbeitsmarktpolitik für Migrantinnen und Migranten hat Berlins Beauftragter für Integration und Migration, Günter Piening, gefordert. Es werde viel zu viel über Defizite und viel zu wenig über Stärken und Potenziale geredet. „Die Nachfrage nach mehrsprachigem und interkulturell kompetentem Personal wird in den nächsten Jahren in Berlin erheblich steigen. Menschen mit Migrationshintergrund bilden hier ein Zukunftspotenzial, das bisher zu wenig genutzt wird.“, erklärte Piening heute auf der Tagung „Erfolgreiche Beschäftigungspolitik im Gesundheitssektor“.

Der Integrationsbeauftragte koordiniert das Modellprojekt „Qualifizierung für interkulturelle Arbeit“ (QiA), das durch den europäischen Sozialfonds gefördert wird (EQUAL). Es ist ein Projektverbund aus sechs Trägerorganisationen, der Beschäftigungsmaßnahmen für Migrant/innen in Gesundheits- und Pflegeberufen entwickelt und erprobt. Dabei setzt QiA neben der fachlichen Ausbildung auf interkulturelle Kompetenzen. So werden Migrantinnen zu Gemeindedolmetscherinnen ausgebildet, die von Ärzten oder Krankenhäusern abgerufen werden können. Ein anderes Projekt bildet Migrantinnen zu Pflegehelferinnen aus, von denen fast die Hälfte nach Abschluss der Kurse eine Festanstellung fand.

Dabei setzt Piening vor allem auf die spezifischen Fähigkeiten der Migrantinnen: „Bislang ist Integrationspolitik zu sehr auf den Ausgleich von Defiziten von Zuwanderern ausgerichtet. QiA hingegen setzt bei den Fähigkeiten arbeitsloser Zuwanderer an wie Sprachkenntnisse oder Wissen über andere Kulturen. Diese interkulturellen Kompetenzen werden in Berlin immer wichtiger. Das gilt insbesondere für den Zukunftsbereich der Gesundheits- und Wohlfahrtspflege, auf den QiA derzeit die Kräfte bündelt.“

Berlin hat einen großen Bedarf an interkultureller Kompetenz. Rund 18 Prozent aller Berliner stammen aus dem Ausland. Durch die Alterung der Bevölkerung prognostizieren Experten in dem Dienstleistungssektor Gesundheit und Pflege eine steigende Nachfrage nach Arbeitskräften. Weil auch die Zahl älterer Migrant/innen zunimmt, werden künftig in diesem Bereich interkulturelle Kompetenzen gefragt sein wie nie. Kompetenzen, die vor allem Zuwanderer haben. Auch in anderen Arbeitsbereichen steigt die Nachfrage nach interkulturell ausgebildeten Arbeitskräften.

Mit QiA spricht der Integrationsbeauftragte auch die Arbeitgeber an: Auch sie müssen sich auf die Bedürfnisse einer vielfältigeren und internationaleren Gesellschaft einstellen. Sie sind dazu aufgerufen, die Kompetenzen von Zuwanderern zu nutzen, auf ihre Bedürfnisse einzugehen, sie als potenzielle Kunden zu sehen, kurz – sich interkulturell zu öffnen. Solche Prozesse der interkulturellen Öffnung stößt QiA in Einrichtungen der Wohlfahrtsverbände erfolgreich an. „Mir selbst ist es seit längerem ein Anliegen, die interkulturelle Öffnung der öffentlichen Verwaltung voranzubringen“ erklärte Piening.

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