Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Piening fordert mehr Qualifizierungsangebote für Migrant/innen - Große Chancen für qualifizierte Kräfte im Gesundheits- und Pflegesektor

Pressemitteilung vom 03.11.2005

Der Beauftragte des Senats für Integration und Migration informiert:

Vor dem Hintergrund einer nach wie vor über 40 % liegenden Arbeitslosigkeit unter Migrantinnen und Migranten hat Berlins Integrationsbeauftragter Günter Piening mehr Qualifizierungsangebote für diese Bevölkerungsgruppe gefordert. „Es gibt Arbeitsfelder, in denen Migrantinnen und Migranten gesucht werden“, so Piening. „Es fehlt aber weiterhin an passgenauen Qualifizierungskursen für diese Zielgruppe. Gute Chancen bestehen zum Beispiel im Berliner Gesundheits- und Pflegesektor, der stark wächst.“ Das Büro des Integrationsbeauftragten koordiniert den Projektverbund „QiA-Qualifizierung für interkulturelle Arbeit“, der neue Wege für Migrant/innen in den ersten Arbeitsmarkt erprobt. Dabei werden die interkulturellen Kompetenzen der Migrant/innen genutzt.

Piening besuchte heute (3.11.2005) ein erfolgreiches Teilprojekt von QiA: das Vorhaben „Migrantinnen in die Arbeitswelt“ der Arbeiterwohlfahrt Berlin. Hier erhalten Migrantinnen eine zertifizierte Ausbildung zur Pflegehelferin mit dem Schwerpunkt „kultursensible Pflege“. Bisher konnten knapp 70 Prozent der Absolventinnen in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. Die Nachfrage nach interkulturell ausgebildeten Arbeitskräften in deutschen Pflegeheimen ist deshalb so groß, weil die Zahl älterer Migrant/innen zunimmt.

Der Kurs der Arbeiterwohlfahrt umfasst neben der Fachausbildung einen intensiven Unterricht in der Fachsprache, Praktika, Bewerbungstrainings und Unterstützung bei der Arbeitssuche. Das QiA-Teilprojekt geht also auf die spezifischen Bedürfnisse der Migrant/innen ein – und baut gleichzeitig auf ihren Kompetenzen auf.

„Bislang war Integrationspolitik in Deutschland häufig auf den Ausgleich von Defiziten von Zuwanderern ausgerichtet. QiA hingegen setzt bei den Fähigkeiten arbeitsloser Zuwanderer an wie Mehrsprachigkeit oder Wissen über andere Kulturen“, so Günter Piening weiter. Mit QiA spricht der Integrationsbeauftragte auch die Arbeitgeber an: Auch sie müssen sich auf die Bedürfnisse einer vielfältigeren und internationaleren Gesellschaft einstellen. Sie sind dazu aufgerufen, die Kompetenzen von Zuwanderern zu nutzen, auf ihre Bedürfnisse einzugehen, sie als potenzielle Kunden zu sehen, kurz – sich interkulturell zu öffnen.

Während seines heutigen Besuches beim Teilprojekt „Migrantinnen in die Arbeitswelt“ diskutierte Piening mit Verantwortlichen über die Erfolgsfaktoren der Qualifizierung und der erfolgreichen Vermittlung. Auf dem Programm stand auch das Treffen mit der Leiterin eines Pflegezentrums, in dem einige Absolventinnen der Qualifizierungskurse heute arbeiten.

Rückfragen:
Katarina Niewiedzial
Telefon: 9017 2329
E-Mail: katarina.niewiedzial@auslb.verwalt-berlin.de