Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Appell des Berliner Integrationsbeauftragten an junge Migrantinnen und Migranten: „Bewerben Sie sich für eine Ausbildung im Öffentlichen Dienst“ Neue Studie bescheinigt Berlin großen Nachholbedarf

Pressemitteilung vom 01.11.2005

Der Beauftragte des Senats für Integration und Migration informiert:

Der Berliner Integrationsbeauftragte, Günter Piening, ruft junge Migrantinnen und Migranten auf, sich um Ausbildungsplätze im Berliner Öffentlichen Dienst zu bewerben. Piening verwies auf eine neue Studie zur Ausbildungssituation junger Migrant/innen. In Berlin besteht danach großer politischer Handlungsbedarf, um den Migrantenanteil unter den öffentlich Bediensteten zu erhöhen. Andere Städte hätten dafür weit erfolgreichere Strategien verfolgt. Pienings Ziel: Im nächsten Ausbildungsjahr (2006/2007) sollen mindestens 10% der neuen Azubis Migrationshintergrund haben.

“Mehr Migranten in den öffentlichen Dienst” – dieses Ziel hat der Senat in seinem am 23. August verabschiedeten Integrationskonzept festgeschrieben. Aber unter den Auszubildenden des Berliner Öffentlichen Dienstes ist der Migrantenanteil nach wie vor gering. Genaue Daten liegen nur für ausländische Staatsbürger/innen vor. Ihr Anteil an den Azubis im 2003 betrug 2003 nur 1,2 Prozent.

Berlins Integrationsbeauftragter Piening führt dafür mehrere Gründe an. So gebe es eine große Konkurrenz um wenige Ausbildungsplätze, zudem würden die Einstellungstests insbesondere für Jugendliche mit Migrationshintergrund eine große Hürde darstellen. Nicht zuletzt zögen viele junge Migrant/innen eine Arbeit in der Verwaltung erst gar nicht in Betracht – weil sie selbst meist kaum öffentliche Bedienstete kennen, die als Vorbilder dienen könnten. „Bewerben Sie sich für eine Ausbildung im Öffentlichen Dienst“, forderte Piening darum anlässlich der Ausschreibung der Ausbildungsplätze des Berliner Senats für das Ausbildungsjahr 2006/2007.

Dass andere Städte erfolgreicher agieren, zeigt eine neue Studie mit dem Titel „Vorbereitung auf Einstellungstests“, die Piening jetzt vorlegte. Die Expertise hat das Heidelberger Institut Arbeit und Bildung (HIBA) im Auftrag des Beruflichen Qualifizierungsnetzwerks für Migrantinnen und Migranten (BQN Berlin) erstellt, das der Integrationsbeauftragte koordiniert.

Die Studie untersucht zum einen mögliche Zugangsbarrieren für junge Migrant/innen zu Ausbildungsplätzen, insbesondere das Auswahlverfahren. Zum anderen analysiert sie existierende Angebote zur Verbesserung der Berufsorientierung und -vorbereitung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Berlin und in anderen Bundesländern.

Ein Ergebnis der Studie lautet: Andere deutsche Städte haben unter Migrant/innen viel erfolgreicher für eine Ausbildung im Öffentlichen Dienst geworben als Berlin. Vorreiter ist Bremen. Die Hansestadt hat die Ausbildungsbeteiligung von Migrant/innen im Öffentlichen Dienst von 3,3 Prozent (1999) auf 19,4 (2003) gesteigert. Das Bewerbungsverfahren wurde dabei nicht verändert. Bremen regte Migrantinnen und Migranten zur Bewerbung an durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit, Bewerbungstrainings für Jugendliche ausländischer Herkunft und eine besondere Betreuung der Berufsausbildung durch Ausbildungsbeauftragte.

Piening will diese Ansätze auf Berlin übertragen. Inzwischen wurde auf seine Initiative hin eine Steuerungsrunde aus Senats- und Bezirksstellen, Ausbildungseinrichtungen, Migrantenorganisationen und Beratungsstellen eingerichtet. Piening: “Mein Ziel ist, dass bereits im Ausbildungsjahrgang 2007 Azubis mit Migrationshintergrund mindestens einen Anteil von 10 % ausmachen.”

Die jetzige Ausschreibung betrifft etwa 200 Plätze zur Ausbildung als Fachangestellte für die Verwaltung, für Bürokommunikation sowie eine kaufmännische Ausbildung für Bürokommunikation in Senatsverwaltungen, Bezirksämtern und Universitäten. Insgesamt bildet das Land Berlin mehr Nachwuchskräfte aus, für die andere Behörden zuständig sind. 2004 lag die Zahl der Ausbildungsplätze im Berliner Öffentlichen Dienst bei 1240 in etwa 90 Berufen.

Einen ersten Erfolg kann BQN Berlin bereits vermelden. Der Zusatz in dem Ausschreibungstext der Berliner Verwaltung im Jahr 2005 lautet: „Wir begrüßen ausdrücklich Bewerbungen von jungen Menschen nicht deutscher Herkunft, die die Voraussetzungen erfüllen …“

Bewerbungsschluss für die 200 Ausbildungsplätze ist der 31. Dezember 2005. Weitere Informationen zu den Ausbildungsplätzen gibt es auf Seite 8 im aktuellen Newsletter des Integrationsbeauftragten als Download unter: unter [[/imperia/md/content/sengsv/intmig/top/top_november05.pdf|http://www.berlin.de/imperia/md/content/sengsv/intmig/top/top_november05.pdf ]]

Die HIBA-Studie “Vorbereitung auf Einstellungstests” wird ebenfalls als Download bereitgestellt unter: [[http://www.bqn-berlin.de|http://www.bqn-berlin.de]]

Rückfragen:
Andreas Germershausen
Telefon: 9017 2383
E-Mail: andreas.germershausen@auslb.verwalt-berlin.de