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Datenreport „Integration und Migration in Berlin, Zahlen – Daten – Fakten“ erschienen

Pressemitteilung vom 13.04.2005

Der Beauftragte des Senats für Integration und Migration informiert:

„Integration und Migration in Berlin – Zahlen – Daten – Fakten“ ist der Titel einer neuen Broschüre des Beauftragten des Berliner Senats für Integration und Migration, Günter Piening. Dieser Datenreport fasst die wesentlichen migrationsspezifischen Entwicklungen in Berlin zusammen. Durch die gebündelte Aufarbeitung der Daten aus Sozialstatistik und Demografie sowie die einfache grafische Umsetzung und Kommentierung soll die Broschüre vor allem auch interessierte Kreise außerhalb der Fachebene ansprechen, erläuterte Piening heute vor der Presse.
Autoren der Studie sind der Historiker Rainer Ohliger und der Soziologe Ulrich Raiser vom Netzwerk Migration, das u.a. im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung den „Newsletter Migration und Bevölkerung“ herausgibt.

Piening: „Die Nachfrage nach grundlegenden Daten zur einwanderungspolitischen Entwicklung Berlins steigt. Der Datenreport bietet einen verlässlichen Kompass in den manchmal ein wenig unübersichtlichen und aufgeregten aktuellen Debatten. Bei der Aufarbeitung der Daten haben sich die Autoren auf die zentralen Themen beschränkt. Großes Augenmerk wurde auf die anschauliche Darstellung gelegt. Auch die Kommentierung beschränkt sich auf Kernaussagen. Ich gehe davon aus, dass sich die Broschüre schnell zu einem Standardwerk in Schule und Bildungsarbeit entwickeln wird.“

Piening hob hervor, dass sich vor allem der Anstieg und die Folgen der Arbeitslosigkeit unter den Migrantinnen und Migranten wie ein roter Faden durch die Daten zieht. Seit der Wende sank die Zahl der nicht-deutschen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Berlin von 97.714 auf 67.743. Piening: „Die Statistiken führen noch einmal vor Augen, mit welcher Wucht die niedrigqualifizierten Arbeitsmigranten aus dem Arbeitsmarkt geschleudert wurden, als nach der Wiedervereinigung die Westberliner Industrie in die Krise geriet“. Hier liege nach wie vor die integrationspolitische Herausforderung Nummer 1. Aber die Daten zeigen auch, wie selbstverständlich im Alltag das Zusammenleben geworden ist. Ein Indikator: Jede vierte der 2003 geschlossenen 12.390 Berliner Ehen war interethnisch, d.h. mit deutscher und nichtdeutscher Beteiligung.

Insgesamt zeigte sich Piening unzufrieden mit der Datenlage: „Die Statistiken unterscheiden in der Regel nur zwischen Deutschen und Ausländern. Das spiegelt die einwanderungspolitische Wirklichkeit nicht mehr wider. Menschen mit Migrationshintergrund verschwinden aus der Statistik, sobald sie die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Eine aussagekräftige Planungsgrundlage ist dieses nicht. Eine Ausnahme macht die Schulstatistik, die Herkunftssprache der Eltern und nicht die Staatsangehörigkeit zum Ausgangspunkt der Analyse macht“.
Die Broschüre erscheint in der Serie „Berliner Beiträge zu Integration und Migration in Berlin“, die der Integrationsbeauftragte im vergangenen Jahr startete. Bisher erschienen ist eine Untersuchung über die Kriminalitätsentwicklung Jugendlicher mit Migrationshintergrund sowie ein Vergleich der Flüchtlingspolitik der Städte London, Rom und Berlin. Ziel dieser Reihe ist die Versachlichung und Qualifizierung der integrationspolitischen Debatte auch über den engeren Kreis der politischen Entscheidungsträger hinaus.
Um die Daten auf dem aktuellen Stand zu halten, wird der Internetauftritt des Integrationsbeauftragten erweitert: Die aktualisierten Daten werden demnächst unter [[/auslb|http://www.Berlin.de/auslb]] abrufbar sein, sodass die Broschüre stets die neueste Entwicklung wiedergibt.

Die Broschüre „Integration und Migration in Berlin, Zahlen – Daten – Fakten“ (ISBN: 3-938352-04-3)
ist erhältlich gegen eine Schutzgebühr von 2,00 € beim Beauftragten des Senats für Integration und Migration
Potsdamer Straße 65, 10785 Berlin, Tel.: (030) 9017 – 2351 oder (030) 9017 – 2357, Fax: (030) 262 54 07,
e-mail: Integrationsbeauftragter@auslb.verwalt-berlin.de

Rückfragen:
John Röhe
Telefon: 9017-2357
E-Mail: john.roehe@auslb.verwalt-berlin.de