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Staatssekretäre Härtel und Freise stellen Gewaltbericht 2004/2005 für Berliner Schulen vor

Pressemitteilung vom 08.11.2005

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport teilt mit:

Im Schuljahr 2004/05 hat im statistischen Durchschnitt jede Berliner Schule einen Vorfall gemeldet, in dem entweder über Gewalthandlungen auf Schulwegen, in Schulen oder bei Ausflügen berichtet wird oder über Vorfälle mit extremistischer Motivation.

Im letzten Schuljahr sind insgesamt 894 Vorfälle aus den öffentlichen allgemeinbildenden, beruflichen Schulen oder Schulen des zweiten Bildungswegs gemeldet worden. Die insgesamt 984 Schulen werden in dem genannten Zeitraum von 420 597 Schülerinnen und Schülern besucht und von mehr als 30 000 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. 894 Meldungen im vergangenen Schuljahr stehen 560 Meldungen im Vorjahr gegenüber.

Staatssekretär Thomas Härtel betonte: „Die Meldungen der Schulen hellen das Dun-kelfeld auf: Damit wird klar, dass die Schulen Gewaltvorfälle mit der gebotenen Umsicht und Ernsthaftigkeit begegnen. Das begrüßen wir: Wir wollen, dass die Schulen nicht wegschauen, sondern hinsehen und handeln. In Berlin gilt eine Meldepflicht von Gewaltvorfällen an Schulen. Es zeigt sich, dass Schulleitungen, Pädagoginnen und Pädagogen mehr Offenheit im Umgang mit Gewalttaten in den Schulen und deren Umfeld zeigen. Es gibt keinen Zweifel: Jeder dieser Vorfälle ist einer zu viel und gefährdet das Selbstverständnis der Schulen. Es ist unser An-spruch, dass sich jede Schülerin und jeder Schüler in der Schulgemeinschaft sicher fühlt.“

Die Berliner Polizei registriert seit 1998 einen kontinuierlichen Rückgang aller Vorfälle von
Jugendgruppengewalt in Berlin im öffentlichen Raum. An Schulen und auf Schulwegen ist im Schuljahr 2004/2005 im Vergleich zum Schuljahr 2003/2004 ein Rückgang der
Jugendgruppengewalt um -3,8 Prozent von 366 Tatorten an Schulen auf 352 Tatorte zu verzeichnen. Auf Schulwegen verringerte sich die Zahl der Tatorte um -28,6 Prozent von 283 auf 202. Insgesamt ist das ein Rückgang um -14,6 Prozent oder um 95 Tatorte.

Staatssekretär Ulrich Freise: „Die Schule ist nach polizeilichen Erkenntnissen weiter-hin kein Brennpunkt der Jugendgruppengewalt. Im Schuljahresvergleich ist eine deutliche Abnahme von Gewalttaten an Schulen und auf Schulwegen um -14,6 Prozent zu verzeichnen. Häufig vorkommende Delikte in Schulen und auf Schulwegen im Rahmen der Jugendgruppen-gewalt sind Raub- und Erpressungsdelikte.“

Die Meldungen der Schulen 2004/05 verdeutlichen folgende Trends:

Die Meldungen über Körperverletzungen(*) haben in absoluten Zahlen zugenom-men. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 572 Fälle von Körperverletzungen gemeldet, im Vorjahr waren es 365 Fälle. Positiv zu bewerten ist, dass der Anteil der Fälle von gefährlicher Körperverletzung nur noch 22,8 Prozent (vgl. 32,5 im Vorjahr) beträgt.

Die Anzahl von extremistisch motivierten Delikten steigt von 39 auf 62 Meldungen. Da die extremistisch motivierten Delikte im gleichen Maß zugenommen haben, wie die gemeldeten Delikte insgesamt, spricht diese Zunahme für eine Erhellung des Dunkelfeldes, nicht jedoch für eine absolute Zunahme dieser Art von Delikten.

Erfreulich ist, dass gemeldete Gewaltvorfälle von den Schulen gemeinsam mit ex-ternen Experten, vor allem mit den Schulpsychologen/innen für Gewaltprävention und Krisenintervention, sorgfältig aufgearbeitet werden. Die Kooperation mit helfenden Einrichtun-gen findet in etwa einem Drittel der Fälle statt. In den anderen, häufig weniger schweren Fäl-len handeln die Schulen „mit bordeigenen“, d. h. pädagogischen Mitteln. Es werden – anders als in früheren Jahren – kaum noch Fälle gemeldet, in denen seitens der Schule nichts zur Aufarbeitung unternommen wird.

Waffen(**) spielen in der Berliner Schule nach wie vor keine große Rolle: Dies gilt auch, wenn die Meldungen des letzten Schuljahres insgesamt eine leichte Zunahme von Fällen aufweisen, in denen Waffen oder waffenartige Gegenstände erwähnt werden. Im vergangenen Jahr wurden in 63 von insgesamt 560 Fällen Waffen angeführt. Dies entspricht einem Anteil von 11,3 Prozent. In diesem Schuljahr werden von insgesamt 894 Fällen 70 gemeldet, in denen Waffen erwähnt – selten jedoch benutzt – werden. Der Anteil reduziert sich damit auf 7,8 Prozent.

Mit der Arbeitsgruppe >pax an!