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Berlins Schulen brauchen eine Kultur der Anstrengung – und der Fairness

Pressemitteilung vom 02.11.2005

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport teilt mit:

Berlins Bildungssenator Klaus Böger hat bei der Bewertung von vorab veröffentlichten Ergebnissen des PISA-Bundesländervergleichs zu mehr Differenzierung und Genauigkeit aufgerufen.

Böger: „Natürlich wissen wir in Berlin, dass wir die Leistungen unserer Schulen verbessern müssen. Unsere Reformen – früher und eindringlicher als in jedem anderen Bundesland – setzen deshalb auf mehr Eigenständigkeit der Schulen, klare und überprüfbare Standards in den Rahmenlehrplänen und ein viel höheres Maß an Überprüfung der Güte der einzelnen Schule. Wir brauchen eine Kultur der Anstrengung für unsere Schüler und der fairen Betrachtung unserer Schulen.“

Böger weiter: „Zur Einordnung der Ergebnisse muss man folgendes wissen:

1. Berlin hat im deutschlandweiten Vergleich unter den 15jährigen den höchsten Anteil an Gymnasiasten überhaupt, nämlich 34,5 Prozent. In anderen Bundesländern gehen anteilig bis fast zu einem Drittel weniger Schüler eines Jahrgangs aufs Gymnasium. Diese kompetenten und fürs Gymnasium tauglichen Schüler tauchen dort in der Realschulstatistik auf.

Es ist also überhaupt kein Wunder, wenn schon durch die hohe Zahl von Gymnasiasten das Durchschnittsergebnis der Berliner Gymnasiasten schlechter wird. Nimmt man die Schüler in der Gesamtschule, die sich für die gymnasiale Oberstufe qualifizieren können hinzu, sind es noch mehr junge Menschen, denen wir eine Chance auf eine möglichst hohe Bildung geben. Unser Gesamtergebnis über alle Schularten wird übrigens durch eine hohe Zahl von Gymnasiasten besser, weil viele Schüler recht hohe Ergebnisse erzielen – und nicht wenige Schüler noch etwas höhere Leistungen.

2. Der Abstand zwischen unseren besten Gymnasiasten und den besten Gymnasiasten anderer Bundesländer ist deutlich geringer als der zwischen den jeweils schlechteren Gymnasiasten. In Berlin wie den anderen beiden Stadtstaaten öffnet sich im Gymnasium die Leistungsschere besonders stark im unteren Bereich!

3. Wir sehen also Veränderungspotential und Begabungsreserven gleichermaßen. Berlin versucht mit den neuen Rahmenlehrplänen, den Impulsen durch die Vergleichsarbeiten und über die Handreichungen zur naturwissenschaftlichen und mathematischen Kompetenz den Schulen kompetenz- und standardbezogene Aufgabenformate näher zu bringen – auch zu den bisher vernachlässigten mathematischen Inhaltsbereichen wie „Unsicherheit“ (Stochastik, Statistik).“

Zum Hintergrund der PISA-Studie:
Berlin hat an PISA zum ersten Mal 2003 offiziell teilgenommen – und zwar mit mehr als 4 600 Schülern im Alter von 15 Jahren. Rund ein Viertel aller Berliner PISA-Teilnehmer haben einen Migrationshintergrund. Von den getesteten 15 Jährigen hatten 22 Prozent die 9. Klasse noch nicht erreicht. Gleichwohl bezieht sich das Testniveau auf die 9.Klasse.

Berlin liegt im Gesamtergebnis in den getesteten Feldern Mathematik, Lesekompetenz, Naturwissenschaften und der Problemlösungskompetenz immer an der Spitze der Stadtstaaten und auch vor etlichen Flächenstaaten.

In der Mathematik liegt Berlin vor Bremen, Hamburg und Nordrhein-Westfalen auf Platz 13. In der Lesekompetenz liegt Berlin gleichauf mit Niedersachen auf Platz 10. In der Naturwissenschaft liegt Berlin ebenfalls auf Platz 10 und in der wichtigen Problemlösungskompetenz liegt Berlin auf Platz 7. Bei den Naturwissenschaften und der Problemlösungskompetenz liegt Berlin ganz eindeutig im OECD-Durchschnitt.

Neu ist bei der jetzigen Auswertung im November der Blick auf den Schulartenvergleich und die Konzentration auf die drei Teilfragen: Verteilung der Schüler auf Klassenstufen, Umgehen mit Zeit, Kompetenzunterschiede zwischen Schularten. Mehr zu diesen Ergebnissen erfahren Sie in dem morgigen Pressegespräch in beiliegender Einladung.

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