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Landeskommission überprüft den Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen - Staatssekretär Thomas Härtel: „Hinsehen und handeln“

Pressemitteilung vom 22.09.2005

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport teilt mit:

Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt prüft, welche Handlungsanordnungen für die Arbeit und Zusammenarbeit von Jugend, Polizei, Justiz und Schule bei gewaltbereiten Jugendlichen zu empfehlen sind.

Bereits im März 2005 hat die Landeskommission eine wissenschaftliche Auswertung der Intensivtäterdatei der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegeben. Bis zum Jahresende sollen erste Analysen mit grundlegenden Empfehlungen vorgelegt werden, wie Jugend, Schule, Justiz und Polizei ihre Kooperation und ihre Präventionsarbeit im Hinblick auf gewaltbereite Jugendliche verbessern kann.

Vor dem Hintergrund der Tötung eines siebenjährigen Schülers aus Zehlendorf und der Biographie des mutmaßlichen Täters hat die Landeskommission Berlin gegen Gewalt diesen Arbeitsauftrag erweitert: Anhand von Verlaufsanalysen konkreter Einzelfälle soll eine Arbeitsgruppe prüfen, ob und wenn ja, welche Schlussfolgerungen über den Präventionsansatz hinaus auch für eine wirksame Reaktion auf frühe Auffälligkeiten gezogen werden können. In der Arbeitsgruppe sind Mitarbeiter aus Jugendämtern, Polizei, Bildungs-, Justiz- und Innenverwaltung vertreten.

Der Einzelfall des mutmaßlichen Täters Keith M. wird nach rechtskräftigem Abschluss des Verfahrens untersucht und ausgewertet.

Landeskommissionsvorsitzender Thomas Härtel: „Wir müssen hinsehen und handeln. Ich bin davon überzeugt, dass gewaltbereite Jugendliche ein klares Signal brauchen, welche Unterstützung aber auch welche Sanktionen diese Gesellschaft für Gewalttaten vorsieht. Nur wenn man sich die Einzelfälle genau ansieht, wird man feststellen können, was besser gemacht werden kann. Wichtig ist: Diese Arbeit muss gründlich gemacht werden. Wenn wir einen Verbesserungsbedarf herausarbeiten, werden wir unverzüglich handeln.“

1994 beschloss der Berliner Senat, ein Gremium auf Staatssekretärsebene einzurichten, welches für die Umsetzung von Maßnahmen zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt in Berlin Sorge tragen sollte. Heute besteht die Landeskommission Berlin gegen Gewalt aus den für die Senatsverwaltungen für Bildung, Jugend und Sport (Vorsitz), Inneres, Justiz, Soziales, Stadtentwicklung und Frauen zuständigen Staatssekretärinnen und Staatssekretären, aus zwei Vertreter/innen des Rats der Bürgermeister und aus dem Migrationsbeauftragten des Senats.

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