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NEUJAHRSANSPRACHE DES REGIERENDEN BÜRGERMEISTERS VON BERLIN

Pressemitteilung vom 30.12.2004

Sperrfrist: 31. Dezember, 18.00 Uhr
(frei für Printmedien für Erscheinungs-Tag 31. Dezember)

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin dokumentiert den Wortlaut der Neujahrsansprache des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit:

“Liebe Berlinerinnen, liebe Berliner, in diesen Tagen und Stunden bewegt uns alle die verheerende Flutkatastrophe in Süd-Ost-Asien. Die Bilder, die wir sehen, die Zahlen, die wir hören; sie machen fassungslos. Unsere persönlichen Sorgen, aber auch unsere Erfolge, sie erscheinen mit einem Mal nicht mehr so wichtig.

Unser Mitgefühl gilt den Opfern, ihren Familien und Freunden, es gilt unseren Landsleuten und den Menschen vor Ort gleichermaßen. Heute ist traurige Gewissheit, was schon seit Tagen böse Ahnung war: auch Berlinerinnen und Berliner sind betroffen.

Wir erleben in unserer Stadt Tage der Trauer und der Anteilnahme. Wir erleben aber auch Tage der Solidarität und der Hilfsbereitschaft. Die Bundesregierung hat ein umfangreiches Hilfsprogramm aufgelegt. Kirchen, Verbände, Hilfsorganisationen und auch viele von Ihnen, liebe Berlinerinnen und Berliner, unterstützen die Betroffenen mit Spenden und Hilfsangeboten.

Dafür danke ich Ihnen.

Die Menschen in den überfluteten Gebieten werden für sehr lange Zeit auf Hilfe angewiesen sein. Ich bitte Sie daher herzlich, auch weiterhin das Ihnen Mögliche zu tun, um zu helfen.

Liebe Berlinerinnen und Berliner,

es ist eine gute Tradition, zu Silvester einen Blick zurück auf das vergangene Jahr und einen Blick voraus auf das kommende Jahr zu werfen. Ich möchte dieser Tradition folgen, auch wenn mir das – und ich denke, vielen von Ihnen geht es ähnlich – in diesen Tagen nicht leicht fällt.

Bei allen Problemen, die wir noch zu lösen haben, das Jahr 2004 war ein insgesamt gutes Jahr für unsere Stadt. Berlin hat als Hauptstadt national und international an Ansehen gewonnen. Mehr Gäste als je zuvor haben unsere Stadt besucht. Wir belegen als Innovationsstandort einen internationalen Spitzenplatz.

Auf diesen Erfolgen können wir aufbauen. Sie geben uns Schwung, um auch 2005 zu einem erfolgreichen Jahr zu machen.

Und das heißt vor allem, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern, damit aus den Chancen der Stadt neue Arbeitsplätze entstehen.

Gleich am 1. Januar tritt die große Arbeitsmarktreform ‚Hartz IV‘ in Kraft. Neben der administrativen Umsetzung kommt es darauf an, dass nun die aktive Beschäftigungsförderung verstärkt wird, dass Beratung und Vermittlung der Arbeitslosen verbessert werden. Darauf kommt es an und deswegen ist das Gesetz gut und wichtig für Berlin.

Mein besonderer Dank gilt schon heute den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Sozialämtern und den Arbeitsagenturen, die alles getan haben, damit ab 1. Januar alles funktioniert. Aber bitte haben Sie auch Verständnis, wenn es am Anfang auch mal Schwierigkeiten gibt. Dies lässt sich bei einer derartigen, umfangreichen Reform nicht vermeiden.
Berlin auf eigene Füße zu stellen, das ist auch im neuen Jahr unsere Leitlinie. Der Erfolg unseres nicht einfachen Sanierungskurses ist unbestritten. Der Mentalitätswechsel wirkt.

Das ist eine gute Basis für 2005. Wir haben im letzten Jahr schon eine Menge bewegt. Erste Anzeichen deuten auf eine Belebung der Berliner Wirtschaft hin und – was mich besonders freut – die Zahl der Arbeitslosen sinkt.

Wir dürfen und werden uns jetzt nicht ausruhen. Das wichtigste Infrastrukturprojekt für Berlin, Brandenburg und ganz Ostdeutschland ist der neue Flughafen Berlin Brandenburg International in Schönefeld. Die Finanzierung ist sichergestellt und wir werden das Projekt mit aller Kraft weiter vorantreiben.

Das Jahr 2005 ist dem Gedenken an den großen Wissenschaftler Albert Einstein gewidmet. Im ‚Einstein-Jahr‘ wird es vor allem um eines gehen: Lust an der Wissenschaft und an der Forschung zu vermitteln.

Die Leistungen unserer Universitäten, unserer Fachhochschulen und der vielen Forschungsinstitute in Berlin genießen hohes Ansehen weit über Berlin hinaus. Die Stadt zählt schon heute zu den europäischen Spitzenstandorten für Innovation. Diese Position auszubauen, ist eines meiner Ziele für 2005.

Im zu Ende gehenden Jahr gab es eine Debatte über das Zusammenleben in Berlin. Viele Berlinerinnen und Berliner erleben kulturelle Vielfalt als Bereicherung. Das ist auch meine Erfahrung. Berlin profitiert davon, dass hier Menschen aus allen Teilen der Welt und Menschen unterschiedlicher Religionen friedlich zusammenleben.

Niemand behauptet, dass das Zusammenleben völlig reibungslos funktioniert. Wir alle sollten aber dazu beitragen, die Konflikte zu lösen statt sie zu verschärfen. Wir sollten Chancen der Begegnung nutzen. Wir sollten uns für 2005 gemeinsam vornehmen, Integration zu fördern – in der Nachbarschaft, in der Schule, in der Politik und in der Wirtschaft. Denn darin liegt die Zukunft unserer Gesellschaft.

2005 gibt es wieder viele Anlässe, bei denen wir zeigen können: Berlin ist eine weltoffene und gastfreundliche Stadt.

Zahlreiche nationale und internationale Kongresse laden nach Berlin ein – so zum Beispiel die große Konferenz ‚Metropolis 2005‘ über die Zukunft der Städte im Mai. Events wie das Internationale Deutsche Turnfest und die Beach-Volleyball-WM stärken Berlins Rolle als Sportstadt. Die große Goya-Ausstellung und die Schau zum 100-jährigen Jubiläum der Künstlervereinigung ‚Die Brücke‘ werden Highlights im Kulturkalender der Stadt sein. Und bei vielen Berlinerinnen und Berlinern – auch bei mir – wächst die Vorfreude auf den Sommer 2006, wenn die Fußball-WM in Deutschland stattfindet.

Lassen Sie uns alle gemeinsam dazu beitragen, dass sich Berlin von seiner schönsten, freundlichsten und fröhlichsten Seite zeigt.

Harte Arbeit und eine gesunde Portion Optimismus: Damit haben wir 2004 Erfolge erreicht und so werden wir es auch 2005 schaffen, Berlin voranzubringen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie gut ins neue Jahr kommen und dass 2005 für Sie ein erfolgreiches Jahr wird.“ – - – - -

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